Darmkrebsvorsorge

Blut im Stuhl muss auch bei Hämorrhoiden abgeklärt werden

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Blut im Stuhl sollte vom Arzt abgeklärt werden

Hämorrhoiden sind die häufigste Quelle von Blut im Stuhl. Dennoch dürfen andere Blutungsursachen nicht voreilig ausgeschlossen werden. Die Darmspiegelung (Koloskopie) ermöglicht eine sichere Diagnose.

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Wer an Hämorrhoiden leidet, hat vermutlich schon genug davon, sich wegen der vergrößerten Gefäßpolster mit der Gesundheit seines Darms beschäftigen zu müssen. Das ist nur zu verständlich. Doch das Vorliegen vergrößerter Hämorrhoiden ist leider keine Gewähr dafür, dass nicht auch andere Darmerkrankungen bei den Betroffenen auftreten könnten. Patienten mit Hämorrhoidenvergrößerung erkranken genauso oft und schwer an anderen Störungen des Verdauungstrakts wie die nicht betroffene Bevölkerung. Auch bei einem bestehenden Hämorrhoidenleiden müssen die Vorsorge gegen Darmkrebs und, bei bestehenden Darmbeschwerden, die Diagnosefindung mit der gleichen Sorgfalt betrieben werden wie bei jedem anderen Menschen auch.

Blut im Stuhl kann viele Ursachen haben

Blut im oder auf dem Stuhl kann in unterschiedlicher Form auftreten. Am offensichtlichsten ist die Blutbeimengung, wenn frisches Blut dem Stuhl rot auf- oder eingelagert ist bzw. Blut am Toilettenpapier sichtbar ist. Blut im Stuhl kann jedoch auch in anderer Form auftreten. Chemische Reaktionen im Darm können den roten Blutfarbstoff Hämoglobin so verändern, dass die Farbe des Blutes nach schwarz umschlägt. Auch schwarzer Stuhl kann also auf eine Blutung im Darm hinweisen. Kleinere Blutbeimengungen sind hingegen oftmals mit dem bloßen Auge gar nicht zu erkennen und können nur durch gezielte Testverfahren nachgewiesen werden. In diesen Fällen wird von okkulten (verborgenen) Blutungen gesprochen.

Die möglichen Ursachen für Blut im Stuhl sind vielfältig. Nach Hämorrhoiden sind so genannte Divertikel, Ausstülpungen der Darmwand, die zu Entzündungen neigen können, der zweithäufigste Ausgangspunkt von Blutungen im Darm. Auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, Gefäßveränderungen, die anderer Natur als Hämorrhoiden sind, Hauteinrisse am After (Analfissuren) und Darminfektionen können zu Blut im Stuhl führen.

Die schwerwiegendste Ursache von Blutungen im Darm ist jedoch Darmkrebs. In etwa zwei bis vier Prozent aller Fälle von Blut im Stuhl ist ein Krebs der Auslöser. Bei Betroffenen über 60 Jahren steigt dieser Anteil auf sieben Prozent an. Auch wenn Darmkrebs damit nur relativ selten die Ursache von Blutungen im Darm ist, sollte die Erkrankung doch bei jedem Fall von Blut im Stuhl ausgeschlossen werden.

Eine Darmspiegelung ist der beste Weg, Darmkrebs zu erkennen

Nur etwa 14 Prozent aller Menschen, die Blut im Stuhl oder am Toilettenpapier bemerken, suchen deswegen den Arzt auf. Angesichts der möglichen Konsequenzen einer Darmkrebserkrankung ist dieser Anteil sehr niedrig. Das gilt umso mehr, als Darmkrebs umso besser zu behandeln ist, je früher er erkannt wird. Gerade in Anfangsstadien ist Darmkrebs oft heilbar. Wird ein Symptom wie „Blut im Stuhl“ festgestellt, das auf einen Krebs hindeuten könnte, sollten die Betroffenen deswegen möglichst alles unternehmen, um die Ursache zu klären und Darmkrebs sicher auszuschließen bzw. frühzeitig zu behandeln.

Das sicherste Verfahren, die korrekte Ursache der Blutauflagerung herauszufinden, ist die Spiegelung des Dickdarms (Koloskopie). Dabei wird ein flexibles, etwa fingerdickes, schlauchförmiges Instrument (Endoskop) vom After in den Darm eingeführt. An der Spitze des Instruments befinden sich eine Lichtquelle und eine Optik, die ein Bild der Darminnenwand wiedergeben. Blutungen und Darmveränderungen können so vom Arzt unmittelbar während der Untersuchung erkannt werden. Spezielle Arbeitskanäle in Endoskopen erlauben es, mithilfe kleiner Instrumente während der Untersuchung Gewebeproben aus dem Darm zu entnehmen und sogar bestimmte mögliche Vorstufen von Darmkrebs (Polypen) heilend zu entfernen. Obwohl die Untersuchung aufgrund der vorbereitend notwendigen Reinigung des Darms für die Patienten mit einem gewissen Aufwand verbunden ist, sollten Betroffene deshalb nicht zögern, die Untersuchung vornehmen zu lassen.

Experten empfehlen, bei Blut im Stuhl stets eine Spiegelung des gesamten Dickdarms vorzunehmen. Nur bei jungen Patienten kann es unter Umständen genügen, die Untersuchung auf den unteren Darmabschnitt zu beschränken (Sigmoidoskopie).

Analerkrankungen - Bilderstrecke
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    Analekzem

    Die Hälfte der Menschen, die eine proktologische Arztpraxis aufsuchen, kommen wegen Hautproblemen am After. Es juckt, die Haut brennt, nässt oder ist sogar wund. All das sind Zeichen dafür, dass die Haut entzündet ist. Ärzte sprechen dann von einem Ekzem. Das kann von einer Hautkrankheit herrühren, aber auch von einem Analleiden. Insgesamt unterscheiden Mediziner drei Typen von Analekzemen: irritativ-toxische, atopische und allergische.

    DR.KADE

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    Analthrombus

    Ein Analthrombus ist mit einem Bluterguss vergleichbar - eine kleine Vene, die den Anus von außen umgibt, platzt und Blut tritt ins Gewebe ein. So bildet sich unter der Haut ein Blutgerinnsel, das - je nach Größe - schmerzhaft sein kann.

    DR.KADE

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    Analfissur

    Bei einer Analfissur handelt es sich um einen Riss im Anoderm (Analkanalhaut), der sich entzündet hat. Der Riss entsteht am Übergang vom Anoderm zum Mastdarm, dort. Rund 10 Prozent aller Patienten mit Enddarm-Beschwerden leiden unter einer Analfissur. Hämorrhoiden begünstigen eine Analfissur, denn bei diesem Leiden ist der Zustrom und die Abfuhr von Blut gestört.

    DR.KADE

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Autor: Jan Groh
Letzte Aktualisierung: 08. März 2011
Quellen: Nach Informationen von MMW - Fortschritte der Medizin 2010; 6: 14-17 (URL: http://www.springermedizin.de/haemorrhoiden-schuetzen-nicht-vor-der-koloskopie/248748.html)

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