Marisken

Analfalten-OP überflüssig und schmerzhaft

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Marisken können durch Schwangerschaft entstehen.
(c) David De Lossy

Gerade Frauen, die schon mehrere Kinder geboren haben, tasten oft einen Hautwulst um den Anus herum. Viele sind überzeugt, es handle sich um Hämorrhoiden. Doch das ist nicht der Fall: Die linsen- bis kastaniengroßen Hautlappen - auch Analfalten oder Marisken genannt - sind nach außen getretene Analkanalhaut. Sie sind harmlos und verursachen keine Schmerzen.

Anders als bei Hämorrhoiden handelt es sich bei Marisken nicht um Gefäßknoten. Darum schwellen sie bei der Bauchpresse auch nicht an. Allerdings können Marisken ein Hinweis sein, dass sich im Anus Hämorrhoiden befinden. Denn während des Hämorrhoidalleidens schiebt sich oft Analkanalhaut (Anoderm) nach außen. Es ist darum immer ratsam, Marisken vom Arzt untersuchen zu lassen.

Viele Schwangerschaften fördern Marisken

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Auch ein zurück gebildetes Blutgerinnsel in einem Analgefäß (Analthrombose) oder eine Analfissur (Einriss der Analkanalhaut) kann Analfalten zurücklassen. Oft finden sich Marisken auch bei Frauen, die bereits zwei oder drei Kinder zur Welt gebracht haben. "Durch den Druck auf den Beckenboden und die Hormone wird die Analhaut weicher und durch Wasser aufgedunsen. Wenn die Wassereinlagerungen nach der Schwangerschaft wieder verschwinden, bleiben die Falten übrig", erklärt Dr. Alexander Herold vom Enddarmzentrum Mannheim.

Manche Patienten wünschen aus kosmetischen Gründen eine OP

Marisken sollten möglichst nicht entfernt werden. "Sie stellen kein Krankheitsbild dar. Es ist darum aus medizinischen Gründen nicht notwendig, sie zu operieren", sagt Dr. Alois Fürst, Viszeralchirurg an der Uniklinik Regensburg. Der Oberarzt hat jedoch schon erlebt, dass manche Patienten - etwa FKK-Anhänger - aus kosmetischen Gründen - eine Entfernung wünschen. Doch sie sollten bedenken: Nach der Operation sind starke Schmerzen möglich, da in die hochsensible Analkanalhaut geschnitten wird. Zudem nässt die Wunde oft stark. Zu erwägen ist eine Operation nur bei sehr ausgeprägten Marisken, da es in diesem Fall oft schwierig ist, den Anus sauber zu halten: Es gibt zu viele Ecken und Winkel, in denen sich der Stuhl festsetzen kann. Allerdings darf bei Marisken, die den gesamten Anus umranken, nicht der gesamte Kranz entfernt werden. Die Folge können nämlich dauerhafte Missempfindungen und Störungen der Feinkontinenz sein - das heißt, es können unwillkürlich kleine Stuhlmengen abgehen. Die Marisken-Operation als solche ist unkompliziert: Die Hautfalten werden in lokaler Betäubung (Lokalanästhesie) mit einem elektrischen Messer entfernt. Der Patient kann nach dem Eingriff meistens sofort nach Hause gehen.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 24. April 2014

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