Analerkrankung

Proktitis - der entzündete Enddarm

Zu den häufigsten Ursachen für eine Proktitis gehören sexuell übertragbare Krankheiten wie Tripper, Syphilis, Herpes genitalis, Chlamydien und HPV

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Ein Besuch beim Proktologen verschafft Klarheit.
(c) Stockbyte

Ist der Darm entzündet oder kommen das Blut und die Schmerzen beim Stuhlgang von den Hämorrhoiden? Betroffene können das meist nicht unterscheiden. Deshalb ist es wichtiger, dass sie frühzeitig einen Arzt aufsuchen.

Eine Entzündung, viele Gesichter

Wer nach dem Stuhlgang Blut auf dem Toilettenpapier entdeckt, denkt wahrscheinlich erst einmal an Hämorrhoiden. Doch wenn es aus dem After blutet, kann auch eine Proktitis dahinterstecken. So nennen Ärzte eine Entzündung im letzten Abschnitt des Darms. Sie betrifft meist ebenso den Anus. Es gibt allerdings auch einen Zusammenhang zwischen einem Hämorrhoidalleiden und einer Proktitis: Die Enddarmentzündung kann vergrößerte Hämorrhoiden zum Bluten bringen. Aber eine Proktitis führt nicht dazu, dass die Hämorrhoiden wachsen und Probleme bereiten.

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Die Beschwerden einer Proktitis können ganz unterschiedlich sein: Oft macht die Entzündung zunächst gar keine Probleme. Manchmal ist der After bloß besonders empfindlich. Andere Betroffene hingegen fühlen sich wund und klagen über Schmerzen beim Stuhlgang. Auch das Gefühl, den Darm nicht vollständig entleeren zu können, eitriger Ausfluss und Darmkrämpfe können von einer Proktitis kommen. Bei Blutungen kann die Darmentzündung sogar zu einer Blutarmut führen, die sich beispielsweise durch ein sehr blasses Gesicht, Schwäche, Schwindel oder Kurzatmigkeit zeigt. Doch welche Beschwerden eine Proktitis bereitet, hängt jeweils vom Grund der Entzündung ab. Dafür kommen etliche Ursachen in Frage.

Eine wichtige Ursache: Geschlechtskrankheiten

Zu den häufigsten Ursachen für eine Proktitis gehören sexuell übertragbare Krankheiten wie Tripper (Gonorrhoe), Syphilis, Herpes genitalis, Chlamydien und Humane Papilloma Viren (HPV). Daneben können andere Infektionen, entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa und eine Strahlentherapie bei Krebs eine Proktitis auslösen. Aber auch Verletzungen sind eine wichtige Ursache. Sie entstehen meistens, weil der After beim Analverkehr oder beim Einführen von Sexspielzeug oder anderen Gegenständen gedehnt wird oder einreißt. Zudem kann eine Proktitis die Folge einer Allergie sein, die etwa oft durch Inhaltsstoffe in Kondomen oder Gleitmitteln, aber auch durch Arznei-Zäpfchen ausgelöst wird.

Proktitis rasch behandeln lassen

Wer Beschwerden spürt, sollte nicht abwarten, sondern bald einen Arzt aufsuchen. So lassen sich Komplikationen wie Verwachsungen im Enddarmbereich oder Blutarmut vorbeugen. Resultiert die Endzündung aus einer sexuell übertragbaren Krankheit ist eine zeitige Diagnose und Behandlung außerdem wichtig, um andere Menschen vor Ansteckung schützen zu können. Wie die Therapie einer Proktitis aussieht, hängt von der Ursache der Darmentzündung ab. Hat eine Infektion die Entzündung entfacht, bekämpft die Behandlung vor allem die Erreger. Dazu verordnet der Arzt in der Regel Antibiotika. Steckt hinter der Proktitis eine chronisch entzündliche Darmerkrankungen ist die Sache schwieriger und Betroffene müssen oft über lange Zeit Medikamente nehmen. Dabei handelt es ich oft um Arzneimittel, die das körpereigene Immunsystem unterdrücken.

Sex – sicher und sanft

Vorbeugen ist bei einer Proktitis nicht in jedem Fall möglich. Einiges lässt sich jedoch tun. Das gilt vor allem für sexuell übertragbare Krankheiten. Kondome bieten einen guten Schutz vor Ansteckung, auch wenn dieser nie hundertprozentig ist. Außerdem hilft es, bei analen Sexpraktiken darauf zu achten, die Analschleimhaut nicht zu verletzten.

Autor: Martina Janning
Letzte Aktualisierung: 13. August 2013
Quellen: Mit Informationen der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum

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