Beschwerden im Analbereich

Örtliche Betäubung bringt oft Erleichterung

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Bei Beschwerden im Analbereich hilft Lidocain.
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Schmerzen, Jucken und Brennen sind häufige und quälende Beschwerden bei Hämorrhoiden und anderen Analerkrankungen. Lidocain hat sich zur Behandlung der Symptome bewährt und hilft zuverlässig.

Beschwerden im Analbereich, wie sie besonders bei Hämorrhoiden, aber auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten, können sehr unangenehm sein und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Gerade im Sitzen sind Symptome wie Jucken, Brennen und Schmerzen oft besonders ausgeprägt. Berufliche Tätigkeiten können dadurch ebenso eingeschränkt werden, wie die Entspannung in der Freizeit. Die erfolgreiche Behandlung von Beschwerden im Analbereich ist deshalb von großer Bedeutung für das Krankheitserleben der betroffenen Patienten, gleichgültig auf welche ursächliche Erkrankung die quälenden Empfindungen zurückgehen.

Lidocain: Ein Wirkstoff mit langer Geschichte

Bei der Behandlung von Hämorrhoiden und zahlreichen anderen Gesundheitsstörungen im Analbereich hat sich der Wirkstoff Lidocain bewährt. Er ist ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum), das Missempfindungen unterschiedlichster Art sicher unterdrückt und den Betroffenen entscheidende Erleichterung verschafft.

Lidocain wurde bereits 1944 entwickelt und seither erfolgreich für die Behandlung zahlreicher Erkrankungen eingesetzt. Insbesondere Schmerzen und unangenehme Empfindungen der Haut und Schleimhaut, wie sie etwa durch Verletzungen oder Reizungen auftreten, werden von Lidocain zuverlässig ausgeschaltet. Daher hat der Wirkstoff nicht nur zur Therapie, sondern auch zur vorbereitenden Schmerzunterdrückung vor örtlichen chirurgischen Eingriffen oder unangenehmen Untersuchungen wie etwa der Spiegelung der Luftwege weite Verbreitung gefunden.

Die Wirkung von Lidocain beruht darauf, dass der Wirkstoff sich an Nervenbahnen anlagert und dort vorübergehend die Signalweiterleitung verhindert. Schmerzreize, Jucken oder Brennen im Zusammenhang mit Hämorriden oder anderen Erkrankungen erreichen dadurch nicht mehr das Bewusstsein und werden von den behandelten Patienten nicht wahrgenommen.

Wie wird Lidocain bei Hämorrhoidenbeschwerden eingesetzt?

Zur Behandlung von Hämorrhoiden wird Lidocain als Salbe oder als Zäpfchen mit Mulleinlage (Haemotamp) in den After eingeführt. Die Wirkung tritt innerhalb weniger Minuten ein.

Lidocain bessert Beschwerden, aber behebt nicht deren Ursache

Zu beachten ist jedoch, dass die Behandlung mit Lidocain die Ursache der Beschwerden nicht behebt. Es bessert eine bestehende Hämorrhoidenvergrößerung nicht, sondern lindert allein deren unangenehme Auswirkungen. Selbst wenn die Symptome eines Hämorrhoidalleidens durch Lidocain unterdrückt werden, muss weiterhin eine ursächliche Behandlung der Krankheit erfolgen, etwa durch Nahrungsumstellung, Hygienemaßnahmen oder, bei fortgeschrittener Erkrankung, einen operativen Eingriff. Ist es in Folge der Hämorrhoidenerkrankung zu einer Begleiterkrankung wie beispielsweise einer Entzündung gekommen, muss auch diese zusätzlich behandelt werden.

Hierfür eignet sich gut ein Hamamelispräparat, welches Beschwerden wie Juckreiz, Nässen und Brennen in den Anfangsstadien von Hämorrhoidalbeschwerden lindert. Hamamelis hilft zusätzlich bei Entzündungen wie beispielsweise Analekzemen sowie oberflächlichen Hautverletzungen im Afterbereich und lindert in Form von Zäpfchen zudem Schleimhautentzündungen im Analkanal.

Mit einem Hautschutzkomplex kann die empfindliche Analregion nach der Behandlung akuter Hämorrhoidalbeschwerden gepflegt, aber auch leichte Beschwerden wie Nässen und Brennen gelindert werden. Der spezielle Hautschutzkomplex aus Jojobawachs, gelbem Bienenwachs und Cetiol legt sich wie ein wasserabweisender Schutzmantel über die Haut der Analregion und schützt sie so vor Reizungen. Durch den mechanischen Gleiteffekt wird gleichzeitig der Stuhlgang erleichtert.

Die häufigsten Analerkrankungen
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    Analekzem

    Die Hälfte der Menschen, die eine proktologische Arztpraxis aufsuchen, kommen wegen Hautproblemen am After. Es juckt, die Haut brennt, nässt oder ist sogar wund. All das sind Zeichen dafür, dass die Haut entzündet ist. Ärzte sprechen dann von einem Ekzem. Das kann von einer Hautkrankheit herrühren, aber auch von einem Analleiden. Insgesamt unterscheiden Mediziner drei Typen von Analekzemen: irritativ-toxische, atopische und allergische.

    DR.KADE

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    Analthrombus

    Ein Analthrombus ist mit einem Bluterguss vergleichbar - eine kleine Vene, die den Anus von außen umgibt, platzt und Blut tritt ins Gewebe ein. So bildet sich unter der Haut ein Blutgerinnsel, das - je nach Größe - schmerzhaft sein kann.

    DR.KADE

  • Infografik_Fissur.jpg
    Analfissur

    Bei einer Analfissur handelt es sich um einen Riss im Anoderm (Analkanalhaut), der sich entzündet hat. Der Riss entsteht am Übergang vom Anoderm zum Mastdarm, dort. Rund 10 Prozent aller Patienten mit Enddarm-Beschwerden leiden unter einer Analfissur. Hämorrhoiden begünstigen eine Analfissur, denn bei diesem Leiden ist der Zustrom und die Abfuhr von Blut gestört.

    DR.KADE

Autor: Lifeline / Jan Groh
Letzte Aktualisierung: 27. Juli 2011
Quellen: : Nach Informationen der Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, des Canadian Journal of Surgery , der Fachinformationen zu Posterisan® akut der Dr. Kade Pharmazeutische Fabrik GmbH sowie des Lehrbuchs „ Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie“ von W. Forth und anderen. Perrotti P, et al. Topical nifedipine with lidocaine ointment versus active control for pain after hemorrhoidectomy: results of a multicentre, prospective, randomized, double-blind study. Can J Surg. 2010; 53: 17-24. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2810010/pdf/0530017.pdf Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie. Hämorrhoidalleiden. URL: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/081-007e_S1_Haemorrhoidalleiden_07-2008_07-2012.pdf Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie. Proktologische Pharmakotherapie. http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-009.pdf Forth W, et al. Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. München: Urban & Fischer 2001, S. 225-231. Dr. Kade Pharmazeutische Fabrik GmbH. Fachinformation Posterisan® akut mit Lidocain. Stand: Dezember 2009. URL: http://www.fachinfo.de/viewFI?FINR=009683&RL=Posterisan%26reg%3B%20akut%20Rektalsalbe/%20-mit%20Analdehner/-in%20Einmaltuben

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