Hausarzt? Internist? Proktologe?

Welcher Arzt hilft bei Hämorrhoiden?

So finden Sie den richtigen Facharzt bei einem Hämorrhoidalleiden

Jucken im After könnte von Hämorrhoiden stammen. Wenn Blut auf dem Stuhl ist, heißt es: Gewissheit verschaffen, um Darmkrebs auszuschließen. Hausarzt, Internist, Gastroenterologe?

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Bei der Arztwahl sollte Einiges bedacht werden.
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Viele Mediziner behandeln Hämorrhoidalleiden. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn sie sich mit dem Enddarmleiden auskennen. Woher aber weiß ein Patient, ob er in fachkundigen Händen ist? Stellt ein Arzt die Diagnose vergrößerte Hämorrhoiden, ohne dass der Patient die Hosen herunterlassen muss, ist die Sache klar: Hier handelt es sich nicht um einen verantwortungsvollen Vertreter seiner Zunft. Grundsätzlich ist der Hausarzt ein guter erster Ansprechpartner für Menschen mit Beschwerden im Analbereich. Wer sich jedoch einen Spezialisten wenden möchte, sollte darauf achten, dass der Arzt die Zusatzbezeichnung Proktologe führt.

Zusatzweiterbildung macht aus Fachärzten Enddarmspezialisten

Um sich Proktologe nennen zu dürfen, muss der betreffende Mediziner nach seiner Facharztprüfung für seinen jeweiligen Fachbereich eine zwöflmonatige zusätzliche Weiterbildung absolviert und eine Prüfung bei der zuständigen Landesärztekammer abgelegt haben. Diese zusätzliche Weiterbildung soll den Arzt befähigen, Erkrankungen und Verletzungen im Bereich des Mastdarms, des Afters und der Beckenbodenmuskulatur zu erkennen und zu behandeln beziehungsweise ihnen vorzubeugen. Dazu gehören unter anderem Analekzeme, anorektalen Geschlechtskrankheiten und Hauterkrankungen in diesem Bereich.

Nicht jeder Facharzt kann sich zum Proktologen weiterbilden. Dies ist Allgemeinen Chirurgen, Kinderchirurgen, Visceralchirurgen, Dermatologen, Gynäkologen, Allgemeinmedizinern, Internisten sowie Gastroenterologen und Urologen vorbehalten. Die Zusatzbezeichnung ist noch vergleichsweise jung. Sie wurde erst 2003 in die Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer aufgenommen und wird seit 2005 von den Landesärztekammern umgesetzt. Ziel dieser Weiterbildung zum Enddarmspezialisten war es, eine einheitliche Diagnostik und Behandlung zu gewährleisten. Dadurch soll verhindert werden, dass Mediziner ihrem Fachgebiet zu sehr verhaftet bleiben, sprich: ein Chirurg vorschnell eine Operation empfiehlt, nur weil er auf diesem Gebiet besonders versiert ist. Bei qualifizierten Proktologen wird sich die Therapie von Hämorrhoiden nicht unterscheiden, urteilt Dr. Berhard Lenhard vom Berufsverband der Coloproktologen. Wenn diagnostisch korrekt entschieden wird, muss ein Dermatologe dann eine Operation fordern, wenn sie notwendig ist. Und ein Chirurg wird konservativ therapieren, wenn keine OP erforderlich ist.

Spezialistensuche über den Berufsverband

Einen qualifizierten Proktologen können Patienten unter den Mitgliedern des Berufsverbands der Coloproktologen Deutschlands finden. "Jedes ordentliche Verbandsmitglied unterzieht sich speziellen Fachprüfungen, bevor es aufgenommen wird und verpflichtet sich zu regelmäßiger Fortbildung", verspricht der Verband.

Dabei muss jeder Arzt nachweisen, dass er über ausreichendes Wissen in der Proktologie verfügt - und zwar in jedem ihrer drei Gebiete: im internistischen, im chirurgischen und im dermatologischen Teil. Das spiegelt das ganze Spektrum eines Hämorrhoidenleidens wider: Die Gefäßpolster befinden sich am Ausgang des Mastdarms, sind also eine innere Erkrankung. Da sie Sekret absondern, gehen sie meist mit Hautveränderungen am After einher, so genannten Analekzemen. Zur Behandlung fortgeschrittener Hämorrhoidalleiden schließlich sind operative Kenntnisse erforderlich.

Der Berufsverband der Coloproktologen bietet auf seiner Website eine Suchfunktion an, mit der Patienten einen ausgewiesenen Spezialisten für Enddarmleiden in ihrer Umgebung finden können.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 01. Juli 2015
Durch: Ruth Sharp
Quellen: Nach Informationen des Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands und der Bundesärztekammer

Expertenrat Hämorrhoiden

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