
Ernährung
Hämorrhoiden: Tipps für den Alltag
Selbst wer reichlich Ballaststoffe und Flüssigkeit zu sich nimmt und regelmäßig Sport treibt, ist vor Hämorrhoiden nicht gefeit. Denn die Gefäßknoten im Mastdarm können auch Folge einer Schwangerschaft, einer angeborenen Bindegewebsschwäche oder hohen Alters sein. In diesen Fällen können einige leicht zu erstehende Mittel wie Salben und Sitzringe schnell Linderung verschaffen. Auf den Arztbesuch sollten Hämorrhoiden-Geplagte selbstverständlich trotzdem nicht verzichten.
Wesentlich in der Prophylaxe und Behandlung von Hämorrhoiden sind eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukten, sowie eine reichliche Flüssigkeitszufuhr - mindestens zwei Liter Wasser, Tee oder Obstsäfte pro Tag. Mit diesen Ernährungsregeln lassen sich Verstopfungen, eine der Hauptursachen für Hämorrhoiden, vermeiden. Denn sie sorgen für weichen Stuhl. Das schont die Hämorrhoidalgefäße, da starkes Pressen überflüssig wird.
Auf den Fahrstuhl verzichten
Wer unter Übergewicht leidet, sollte eine vernünftige Reduktionsdiät erwägen, da ein erhöhter Druck auf den Beckenboden Hämorrhoiden fördert. Bewegung - etwa zweimal wöchentlich 30 Minuten Laufen, Joggen oder Radfahren - regt die Darmtätigkeit an und hilft somit ebenfalls gegen die lästigen Gefäßknoten im After. Büroangestellte sollten sich im Alltag außerdem zur Regel machen, Treppen zu gehen statt den Fahrstuhl zu benutzen.
Vorsicht vor feuchtem Toilettenpapier
Haben sich bereits schmerzhafte Hämorrhoiden gebildet, können Salben und Zäpfchen die Beschwerden lindern. Sie enthalten meist örtliche Betäubungsmittel und mildern Juckreiz und Schmerzen. Sie sind in der Apotheke ohne Rezept erhältlich. Zu beachten ist jedoch: Je mehr Wirkstoffe das Präparat enthält, desto höher ist das Risiko einer allergischen Reaktion.
Zudem empfiehlt es sich, nach jedem Stuhlgang, den Analbereich mit Wasser und einer milden Seife oder Waschlotion zu reinigen. Feuchtes Toilettenpapier sollte nicht verwendet werden, da es oft Substanzen enthält, die Allergien auslösen.
Auch Sitzbäder mit einem entzündungshemmenden Zusatz wie Kamille können Linderung verschaffen. Gerbstoffhaltige Zubereitungen wie Hamamelis-Salbe wirken ebenfalls gut.
Milde Abführmittel - wie ein Esslöffel Leinsamen täglich mit mindestens 0,5 Liter Mineralwasser eingenommen - machen den Stuhl weicher.
Analdehner: Damit die Schließmuskeln nicht verkrampfen
Patienten mit stark ausgeprägten Hämorrhoiden bereitet Sitzen oft Beschwerden. Erleichterung kann in diesen Fällen ein Sitzring verschaffen, den es in orthopädischen Fachgeschäften zu kaufen gibt.
Bei Hämorrhoiden höheren Grades, speziell nach Operationen, hat sich der Analdehner bewährt. Mit ihm lassen sich eine narbige Verengung sowie eine schmerz- und psychogen bedingte Verkrampfung der Schließmuskeln vermeiden. Den kegelförmigen Analdehner führt der Patient nach Abschluss der Wundheilung möglichst mehrmals am Tag fünf bis zehn Minuten vorsichtig in den After ein.









