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Fructose-Intoleranz

Was Fruchtzucker mit Hämorrhoiden zu tun hat

Menschen, die Fruchtzucker schlecht oder gar nicht vertragen, plagen sich meist mit Durchfall herum. Dieser kann die Qualen durch vergrößerte Hämorrhoiden steigern und das Jucken und Brennen in der Afterregion verschlimmern.

Jeder Dritte verträgt Fruchtzucker schlecht

Viele Menschen, die oft an Durchfall leiden, denken zwar irgendwann daran, dass dies mit ihrer Ernährung zu tun haben könnte. Nur wenige kommen aber auf die Idee, dass sie Fruchtzucker nicht vertragen. Doch hinter Durchfall, Bauchkrämpfen und Völlegefühl steckt häufig eine Fructose-Intoleranz. Experten schätzen, dass ein Drittel der Mitteleuropäer an dieser Störung des Stoffwechsels leidet.

Dabei verbleiben Moleküle des Fruchtzuckers ganz oder teilweise im Dünndarm, der Körper nimmt sie nicht auf. Sie wandern schließlich in den Dickdarm weiter, wo Bakterien sie abbauen. Dabei entstehen Gase, die Blähungen oder Durchfall hervorrufen können. Eine sogenannte Fructose-Intoleranz kann geerbt oder erworben sein.

Ein Glas Birnensaft, eine Handvoll Weintrauben - meistens lösen Früchte oder Obstsäfte die Beschwerden aus. Aber Fructose ist auch in anderen Lebensmittel enthalten: Hersteller benutzen diesen speziellen Zucker zum Süßen zahlreicher Produkte, da er weniger Kalorien hat als normaler Zucker.

Durchfall verschärft Hämorrhoidenleiden

Wer Probleme mit seinen Hämorrhoiden hat, ist durch Brennen und Jucken eigentlich genug gestraft. Doch ständiger Durchfall durch eine Fruchtzucker-Intoleranz macht die Situation oft noch schlimmer. "Durch dünne und ständige Stuhlgänge kann sich die Schleimhaut im After entzünden", erklärt Dr. Bernhard Lenhard, Enddarmspezialist aus Heidelberg. "Sie neigt dann eher zu Blutungen."

Außerdem kann Durchfall ein Analekzem verschlechtern. Solche Entzündungen am Po haben viele Hämorrhoiden-Geplagte, weil Sekret aus dem After rinnt und die umliegende Haut angreift. Dünner Stuhl führe zu einem wunden Po, sagt Lenhard, "auch innen im Afterkanal". Was das für Toilettengänge und auch beim Sitzen bedeutet, kann sich jeder leicht vorstellen.

Wer jahrelang breiigen, flüssigen Stuhl hat, riskiert sogar, dass sich sein Schließmuskel verengt. "Weil keine natürliche Aufdehnung mehr stattfindet, kommt es zu einer Afterverengung", erklärt Lenhard. So eine Analstenose müsse operativ aufgedehnt werden. Gesund sei es, wenn der Stuhl weich und geformt sei, betont der Proktologe. Um das zu erreichen, empfiehlt er Ballaststoffe. Bei dünnem Stuhl rät Lenhard zu Flohsamenschalen. Sie können das 50-Fache ihres Eigengewichts an Flüssigkeit binden.

Fructose-Bomben meiden

Falls Fructose-Intoleranz schuld an Durchfällen ist, sollte der Betroffene dagegen angehen: Ein Tagebuch, in dem er protokolliert, was er verzehrt und welche Beschwerden auftreten, kann zeigen, welche Nahrungsmittel für ihn besonders problematisch sind. Diese Lebensmittel sollte der Erkrankte in Zukunft vermeiden.

Generell gilt: Fast alle Früchte, Limonaden und Marmeladen enthalten viel Fructose. Trockenobst ist sogar eine regelrechte Fructose-Bombe. Süßigkeiten wie Schokolade, Bonbons und Eiscreme sind ebenfalls reich an Fructose - sogar wenn sie mit Honig hergestellt sind. Auch in Tomatenketchup und fertigen Dressings steckt mitunter reichlich Fructose. Viele vergessen, dass normaler Haushaltszucker zur Hälfte aus Fructose besteht. Daher müssen Betroffene ihn ebenfalls meiden und auf versteckten Zucker in Fertiggerichten besonders achten.

Sitzbäder und Analtampons können Jucken im Po lindern

Wie einem Hämorrhoidenleiden beizukommen ist, hängt von seiner Schwere ab. Im ersten Stadium können Betroffene noch viel selbst tun. Einfache Mittel wie Sitzbäder, Salben oder Hämotamps hemmen Entzündungen und lindern Juckreiz. Wenn die Hämorrhoidenknoten größer werden und aus dem After herausfallen, hilft nur noch Entfernen. Dafür stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Je nach Verfahren dauert es bis zu sechs Wochen, bis die Wunde verheilt ist.


Quelle: Nach Informationen von Dr. Bernhard Lenhard, Pressesprecher des Berufsverbandes Deutscher Coloproktologen und der Krankenkasse IKK gesund plus
Autor: Martina Janning
Stand: Mar 10, 2009


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