Toilettenmöbel
Bei Hämorrhoidenleiden sind Bidets oder Dusch-WCs ideal
Mit einem weichen Wasserstrahl statt scheuerndem Papier sorgen Bidets und Dusch-WCs für schonende Analhygiene und helfen einen wunden After zu heilen.
Wasser ist das beste Reinigungsmittel für die sensible Analhaut
Nach dem Stuhlgang geht Katharina H.* immer kurz unter die Dusche und braust ihren Po ab. Sie fühlt sich sonst unwohl. Der Grund sind Hämorrhoidenprobleme. Die sind noch nicht so gravierend, dass die vergrößerten Gefäßpolster verkleinert werden müssten. Aber die Hämorrhoiden nässen ein wenig und reizen die Haut am After. Das hat schon einmal zu einem Ekzem geführt. Um die wunde Haut nicht unnötig zu strapazieren, riet der Arzt damals, sich nach dem Stuhlgang mit Wasser statt mit Toilettenpapier zu säubern. Da sie kein Bidet hat, reinigt sich Katharina H. seither, indem sie Po und Gesäßfalte per Handdusche mit einem weichen Wasserstrahl gründlich abbraust. Sie benutzt bewusst keine Seife. Die ist viel zu aggressiv für die empfindliche Analhaut und würde diese irritieren. Duft- und Farbstoffe könnten außerdem Allergien provozieren. Nach dem Waschen tupft Katharina H. ihr Gesäß mit weichem Toilettenpapier sorgfältig trocken. Wenn trotz aller Vorsorge eine Hautentzündung zu entstehen droht, greift sie zu einem Trick: Sie nimmt einen weißen Wattebausch, zieht ihn zehn Zentimeter lang und legt die Wattezigarre nach dem Reinigen in die Gesäßfalte vor den Darmausgang. Die Watte polstert nicht nur gut, sie wirkt auch als Tropfenfänger für die Flüssigkeit, die aus dem After rinnt und verhindert so, dass die Haut aufweicht und ein Ekzem entstehen kann. Ebenso dafür geeignet, die Po-Region trocken zu halten und Hautirritationen zu vermeiden, sind Analvorlagen aus der Apotheke.
Ein Bidet ist Service am After
Würde Katharina H. in Spanien wohnen, bliebe es ihr höchstwahrscheinlich erspart, nach dem Stuhlgang in die Dusche steigen zu müssen. Hier und in anderen südwesteuropäischen oder arabischen Ländern sowie in Lateinamerika besitzt fast jedes Bad ein Bidet, und die Leute benutzen das Sitzwaschbecken nach jedem Toilettengang, um After und Genitalien zu reinigen. Das Becken lässt sich mit einem Stöpsel verschließen und füllen. Die meisten Benutzer bevorzugen aber das Waschen unter laufendem Wasser. So oder so hat das Badmöbel handfeste Vorteile: Es reinigt gründlicher als Toilettenpapier und ist dabei schonender. Das schätzen besonders Frauen mit Scheideninfektionen, ältere und behinderte Leute, die sich nicht gut bewegen können oder eben Menschen mit Hämorrhoidenleiden. "Ein Bidet ist der beste Service, den man seinem After angedeihen lassen kann", urteilt Enddarmspezialist Dr. Bernhard Lenhard. Wer die Möglichkeit habe, solle sich ein Bidet in sein Haus oder seine Wohnung einbauen, empfiehlt er deshalb. Denn ein Bidet biete die ideale Hygiene nach dem Stuhlgang.
Alternativ lässt sich die Toilette zum Dusch-WC umrüsten
Bidets gibt es in verschiedenen Varianten - als Standmodell oder an die Wand gehängt. Einige besitzen Armaturen, andere eine Düse, aus der Wasser sprüht. Außerdem lässt sich eine Toilette durch einen Aufsatz zum Bidet umrüsten. Solche "Dusch-WCs" werden hinten am Klosett befestigt. Sie können zwei Düsen haben: eine kurze zum Säubern des Afters und eine lange für die Intimzone. Einige Dusch-WCs haben sogar beheizte Sitzflächen und eingebaute Lufttrockner. Gerade bei Analerkrankungen empfehlen Ärzte den nachträglichen Einbau eines Dusch-WCs, wenn kein Bidet vorhanden ist. Patienten mit Hämorrhoidenerkrankungen, polypenartigen Bildungen, einem Vorfall, Inkontinenz und entzündlichen Erkrankungen der Haut in dieser Region profitierten davon, urteilt etwa Prof. Alfred Huber, Chirurg am Zentrum für Proktologie der Confraternität Wien: "Im Sinne einer guten Vorsorge kann gesagt werden, dass bei einer großen Zahl von Menschen durch prophylaktische Analhygiene mit Hilfe eines Dusch-WCs viele Erkrankungen im Afterbereich verhindert werden können." Bei bestehenden Krankheiten wie einem Hämorrhoidenleiden unterstütze ein Dusch-WC die Heilung.







