Bessere Durchblutung kann Beschwerden verschlimmern
Eine Frau mit vergrößerten Hämorrhoiden fragt im Internet: "Kann ich mit Hämorrhoiden in die Sauna gehen, oder werden die Symptome dadurch verschlimmert?" Das hängt wesentlich vom Grad der Erkrankung ab. Bei einem fortgeschrittenen Hämorrhoidenleiden rät Dr. Bernhard Lenhard ab: "Sauna erhöht die Durchblutung. Das führt nicht zu einer Vergrößerung der Hämorrhoidenpolster, verstärkt aber möglicherweise die Beschwerden. Es kann z.B. zu einem vermehrten Nässen kommen." Das Aufweichen der Analhaut spiele keine Rolle, solange sie gesund sei. Nur wenn der Hautmantel rissig sei, könne die Mischung aus Schweiß und Analsekret zu Entzündungen führen, erklärt der Coloproktologe. Hautärztin Gisela Hubbes betont: "Grundsätzlich leidet die Analhaut bei Wasserkontakt nicht, zumal sie in den Hautfalten immer einer gewissen Feuchtigkeit ausgesetzt ist." Beim Duschen nach der Sauna, dem Schwimmen oder dem Besuch in einem Whirlpool sollte jeder die Analhaut mit einem weichen Handtuch trocken tupfen.
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Saunabaden kurbelt Herz und Kreislauf an
Menschen mit einem leichten Hämorrhoidenleiden können ohne Probleme Saunabaden. Sie tun sich sogar viel Gutes. Regelmäßiges Saunieren bringt Herz und Kreislauf in Schwung: Die Wärme erweitert die Blutgefäße, das Herz arbeitet wirtschaftlicher und die Muskelspannung lässt nach. Beim Abkühlen verengen die Blutgefäße wieder der Körper lernt sich besser an wechselnde Temperaturen anzupassen. Ferner stärkt der schnelle Heiß-Kalt-Wechsel das Immunsystem jedenfalls solange jemand nicht erkältet ist. Läuft die Nase bereits, ist der Körper so mit der Abwehr der Krankheitserreger beschäftigt, dass ein Saunabad zusätzlichen Stress bedeutet. Die Erkältung kann sich sogar verschlimmern.
Saunatrainierte Haut trocknet nicht so schnell aus
Saunabaden ist auch eine prima Hautpflege, zeigte eine Studie der Dermatologischen Klinik in Jena: Saunafans besitzen eine besser durchblutete Haut mit einem gestärkten Säureschutzmantel. Sie büßen beim Schwitzen weniger Salz ein als andere Menschen. Wer regelmäßig in die Sauna geht, erhöhe zudem die Wasserspeicherkapazität seiner Haut, berichtet Doreen Kowatzki, Mitglied der Jenaer Forschergruppe. Saunieren trocknet die Haut also nicht aus. Es hält sie im Gegenteil feucht.
Tipps für gesundes Saunabaden
Für gesundes Schwitzen hat der Deutsche Saunabund einige Regel zusammengestellt. Wichtig ist zunächst, genügend Zeit mitzubringen. Ein vollständiges Saunabad dauert etwa zwei Stunden. Besser nicht hungrig oder mit vollen Magen schwitzen gehen. Vor dem ersten Saunagang ausgiebig duschen, um den Fettfilm der Haut zu entfernen. Danach gut abtrocknen, denn trockene Haut schwitzt schneller. Ein Saunagang 8-15 Minuten dauern. Die letzten 1-2 Minuten am besten auf die unterste Stufe setzen, um den Kreislauf wieder an die aufrechte Haltung zu gewöhnen. Dann an der frischen Luft abkühlen, mit einem Kneippschlauch abgießen oder unter der Schwallbrause erfrischen. Erst danach ins Tauchbecken steigen. Nach dem Abkühlen ist ein warmes Fußbad wunderbar. Wer sich anschließend noch mal kalt abspritzt oder duscht, trainiert seine Blutgefäße besonders intensiv und erhöht die Widerstandsfähigkeit des Körpers. Nach Saunagang und Abkühlung braucht der Körper mindestens zehn Minuten Ruhe. Fachleute raten, nicht mehr als drei Saunagänge hintereinander zu nehmen. Sonst laugt der Körper zu sehr aus. Menschen mit Herzproblemen oder anderen schweren Krankheiten sollten sich vorm ersten Saunabaden mit einem Arzt beraten. (mj)
Quellen: Nach BSMO-Gespräche mit der Dermatologin Dr. Gisela Hubbes, dem Coloproktologen Dr. Bernhard Lenhard und Dr. Doreen Kowatzki von der Klinik für Dermatologie und dermatologische Allergologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Informationen des Deutschen Saunabunds
Autor: Martina Janning
Stand: 02-01-2008
© 2007 BSMO GmbH
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