
Homosexualität
Hämorrhoiden sind auch für Schwule ein sensibles Thema
Entzündete Hämorrhoidenknoten können beim Analverkehr schmerzen und bluten. Das Erste verdirbt den Spaß, das Zweites erhöht das Risiko für Infektionen.
Analsex führt nicht zu Hämorrhoiden
Über ihre Hämorrhoiden sprechen die meisten Männer nicht gern schon gar nicht, wenn sie frisch verliebt sind. Dennoch muss das in einer homosexuellen Partnerschaft sein. Denn beim Analverkehr können die Knötchen im After Probleme bereiten. Aber, um gleich mit einem Vorurteil aufzuräumen: Durch Analsex entstehen keine Hämorrhoiden. Sie sind vielmehr schon da. Bei jedem. Gemeinsam mit den Schließmuskel dichten sie den After nach außen ab. Sie bilden in der Schleimhaut des unteren Enddarms ein dichtes Gefäßpolster, das an- und abschwellen kann: Muss jemand auf die Toilette, fließt das Blut aus den Hämorrhoiden ab, so dass der Stuhl passieren kann. Malessen machen Hämorrhoiden erst, wenn sich das Blut staut und nicht mehr abfließen kann. Es kommt zu einer Vergrößerung der Hämorrhoidalknoten, die sich dann entzünden können. Typische Anzeichen dafür sind Jucken, ein Druckgefühl, Blutungen beim Stuhlgang, Nässen und Hautprobleme am Po.
Reibung kann vergrößerte Hämorrhoiden entzünden
Leidet ein Schwuler an vergrößerten Hämorrhoiden, kann das die Freude am Sex erheblich trüben. Dr. Bernhard Lenhard, Coloproktologe aus Heidelberg: "Durch Analsex ist eine Irritation der Schleimhaut möglich, die die Hämorrhoiden überzieht. Durch die starken Reibungskräfte kann es zu Entzündungen und Blutungen kommen." Letztes erhöht die Gefahr sich mit einer Geschlechtskrankheit oder Aids zu anzustecken. Kondome sind daher ein Muss. Ein bestehendes Hämorrhoidenleiden verschlimmert sich durch analen Verkehr oft. Auch, was die Hautprobleme anbelangt. Je heftiger die Gewebeknoten nämlich entzündet sind, desto mehr nässen sie nach außen. Durch das Aneinanderreiben nimmt die Haut in der Pofalte Schaden es entsteht ein Analekzem.
Gleitmittel bei Hämorrhoidenleiden nutzlos
Gleitcremes können bei einem Hämorrhoidenleiden wenig ausrichten, erklärt Doktor Lenhard: "Ein Gleitmittel könnte nur einen kleinen Effekt erzielen, indem es direkte Verletzungen der Schleimhaut vermeidet. Die sind aber ohnehin nicht sehr zu befürchten." Unwahrscheinlich sei aber auch, dass Gleitcremes entzündete Hämorrhoiden anfachen. Eventuell könnten sie allergische Reaktionen hervorrufen. Die zeigten sich aber zunächst auf der Haut, erklärt der Facharzt.
Hämorrhoidenleiden je nach Schwere behandeln
Sicher, um sein Hämorrhoidenleiden nicht zu verschlimmern, könne man auf Analsex verzichten. Für die meisten dürfte das aber keine praktikable Lösung sein. Daher löst nur eine Behandlung das Problem. Sie sieht unterschiedlich aus je nach Schwere des Hämorrhoidenleidens. Im ersten Stadium lässt sich noch viel selbst tun. Einfache Mittel wie Sitzbäder, Salben, Zäpfchen oder Analtampons hemmen die Entzündung und lindern den Juckreiz. Wenn die Hämorrhoidenknoten größer werden und aus dem After herausfallen, hilft nur noch das Entfernen per Operation. Dafür stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Je nach Verfahren dauert es bis zu sechs Wochen, bis die OP-Wunde verheilt ist. Danach kann Mann wieder ohne Probleme Analsex haben. (mj)










