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Bei Hämorrhoiden

Jogging mit Beckenbodentraining kombinieren

Durch Laufen bekommt keiner Hämorrhoiden. Ein bereits bestehendes Leiden kann sich aber verschlimmern. Übungen für den Beckenboden tun Joggern gut.

Joggen führt nicht zu Hämorrhoiden

Laufen liegt im Trend: Rund zehn Millionen Deutsche schnüren regelmäßig ihre Joggingschuhe und laufen durch Parks und Wälder. Das ist gut so. Denn Joggen gehört zu den gesündesten Sportarten. Es stärkt die Muskulatur, kräftigt Herz und Kreislauf, kurbelt die Fettverbrennung an und baut Stress ab. Ob jung oder alt, fast jeder kann von diesem Fitnesstraining profitieren. Eine Ausnahme sind Menschen mit einem fortgeschrittenen Hämorrhoidenleiden. Wenn das Enddarmleiden sich schon im dritten Stadium befindet, fallen die Gewebeknoten beim Stuhlgang und bei körperlicher Belastung aus dem After. Das kann auch bei längerem Joggen passieren. Die Hämorrhoiden lassen sich zwar in den Po zurückschieben, problematisch ist aber die Analflüssigkeit am After. Da beim Joggen die Hautfalten aneinander reiben, kann das Nässen das Hautleiden verschlimmern, urteilt Dr. Bernhard Lenhard vom Berufsverband der Coloproktologen Deutschlands. Allerdings sei ab dem dritten Stadium sowieso eine Verkleinerung der Hämorrhoiden durch eine Operation angebracht. Nach einer Genesungsphase von 3-5 Wochen spricht nichts dagegen, die Joggingschuhe hervorzuholen und loszulaufen. Joggen führe nicht zu einer erneuten Vergrößerung der Hämorrhoiden, sagt Lenhard.

Ein starker Beckenboden bringt nur Vorteile

Manche Enddarmspezialisten fürchten, dass Joggen den Beckenboden zu stark belastet und ein bestehendes Hämorrhoiden-Leiden verschlimmert. Im Vergleich zu anderen Sportarten, wie Tennis, Squash und High-impact-Aerobic, ist die Beanspruchung jedoch eher gering und lässt sich durch weichen Boden und gute Laufschuhe abfedern. Wer überdies seinen Beckenboden trainiert, tut sich zusätzlich Gutes. Ein kräftiger Beckenboden beugt Blasenschwäche vor und profitiert beim Sex. Eine einfache Übung für Frauen und Männer: Auf einen Stuhl setzen, den Rücken rund machen und die Muskeln rund um den Po so anspannen, als solle der After nach innen gezogen werden. Die Spannung halten, ausatmen, langsam bis zehn zählen und die Muskeln entspannen. Die Übung dreimal am Tag etwa zehnmal wiederholen. Darauf achten, dass Bauch- und Pomuskeln bei der Übung locker bleiben.

Das A und O beim Joggen sind geeignete Schuhe

Wer Lust aufs Joggen bekommen hat, sollte sich vor allem gute Schuhe gönnen. Das ist wichtig, weil die Füße das Drei- bis Fünffache des eigenen Körpergewichts abfangen müssen. Mit den falschen Schuhen kann Joggen zum Martyrium werden, besonders für Anfänger, denen es an der richtigen Technik mangelt. Laufwillige sollten sich in einem Fachgeschäft beraten lassen. Grundsätzlich gilt: Waldläufer brauchen sehr stabile Schuhe, Asphaltläufer besonders gut abfedernde. Laufschuhe müssen mindestens eine halbe Nummer größer sein als Straßenschuhe, damit nach vorn genügend Spielraum für die Zehen bleiben. Tipp: Am besten einen alten Schuh mitnehmen. Ein guter Verkäufer sieht an der Struktur der abgelaufenen Sohle, welcher Schuh am besten zum Läufer passt.

Mit Intervalltraining in kurzer Zeit zu mehr Ausdauer

Anfänger oder Wiedereinsteiger sollten sich vor Beginn eines Lauftrainings von einem Arzt untersuchen lassen. Ist alles okay, kann man ein Intervalltraining starten: Eine Minute joggen, eine Minute gehen. Wer regelmäßig zwei- bis dreimal die Woche läuft, kann den Joggingteil Woche für Woche um eine Minute steigern. Schon nach kurzer Zeit wird man in der Lage sein, eine halbe Stunde durchzulaufen. Allerdings sollte jeder immer nur so schnell joggen, dass er sich dabei noch unterhalten kann. Besonders wichtig sind Regenerationstage, an denen der Körper sich von der ungewohnten Anstrengung erholt. Pro Woche sind zwei lauffreie Tage ratsam, am Anfang sogar eher mehr. Sobald Muskelkater, Entzündungen oder Schmerzen auftreten, sollte das Training unterbrochen und ein Regenerationstag eingelegt werden. (mj)


Quelle: BSMO-Gespräche mit Dr. Bernhard Lenhard, Pressesprecher des Berufsverbands der Coloproktologen Deutschlands und Dr. Elisabeth Hackenberg, Gastroenterologin und LIFELINE-Expertin sowie nach Informationen der Ärzte Zeitung
Autor: Martina Janning
Stand: 14-02-2007



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