
Betroffene berichten
Zu starkes Krafttraining vergrößerte die Hämorrhoiden
Dirk K.* mutete seinen Hämorrhoiden allerhand zu. Heute weiß er, dass das Stemmen zu schwerer Gewichte auch Schuld an seinen Beschwerden hatte. K. hat Konsequenzen gezogen und sein Leben geändert.
Der lange Weg zum Proktologen
„Ich hatte bestimmt schon sechs oder sieben Jahre Beschwerden mit den Hämorrhoiden, bevor ich zum Arzt ging“, schätzt Dirk K. Dass er immer mal wieder Blut im Stuhl hatte, ignorierte der junge Mann. Dann entstand irgendwann ein „Riesenknubbel am After“, berichtet K. Das war eine sogenannte Analvenenthrombose. Die bekommen Menschen mit Hämorrhoidenproblemen öfter als andere; ein direkter Zusammenhang zwischen den beiden Erkrankungen ist aber nicht nachgewiesen. „Bei der Analvenenthrombose war klar, da ist irgendetwas. Das konnte ich nicht mehr ignorieren.“ So ging Dirk K. zu einem Facharzt für Enddarmerkrankungen, einem Proktologen, und ließ sowohl die Analvenenthrombose als auch die Hämorrhoiden behandeln.
Mehrere Therapiesitzungen waren nötig
Die Untersuchung beim Arzt zeigte, die Hämorrhoiden waren so vergrößert, dass sie dem zweiten von vier Graden, die Mediziner unterscheiden, entsprachen. „Um die Hämorrhoiden zu verkleinern, spritzte der Proktologe ein Verödungsmittel in die Gewebeknoten und band sie ab“, erzählt K. Die Therapie zog sich über zwei Monate hin; es waren mehrere Sitzungen nötig. An diese Zeit denkt Dirk K. nicht gerne zurück. „Ich hatte Beschwerden, die ich vorher nicht gehabt hatte. Mein After juckte, nässte und schmerzte so sehr, dass ich oft kaum sitzen konnte.“ Sitzbäder brachten wenigstens etwas Linderung.
Nach der Behandlung erst mal kein Sport
Besonders schlimm war es für Dirk K., dass er in dieser Zeit kaum Sport und kein Krafttraining machen konnte. „Joggen war überhaupt nicht möglich. Ich bin dann viel Spazieren gegangen. Aber es hat fast ein Jahr gedauert, bis ich mein Krafttraining wieder aufnehmen konnte. Das Problem war, dass ich ein Druckgefühl bekam, wenn ich Gewichte hob oder mich stärker körperlich belastet habe. Außerdem nässte und juckte der After dann und blutete manchmal.“
Krafttraining setzte den Hämorrhoiden zu
Krafttraining – das war schon mit Anfang 20 die Leidenschaft von Dirk K. Inzwischen weiß der heute 32-Jährige, dass das Gewichte stemmen einer der Gründe für sein Hämorrhoidenleiden war. „Ich habe jahrelang zu viel und zu intensives Krafttraining gemacht. Dabei habe ich mir zu viel Gewicht aufgeladen und eine falsche Atemtechnik benutzt.“ Dies hat die Muskulatur des Beckenbodens geschwächt und zur Vergrößerung der Hämorrhoidenknoten beigetragen.
Gesunder Lebensstil beugt Hämorrhoidenbeschwerden vor
Heute hat Dirk K. nur noch gelegentlich Probleme mit seinen Hämorrhoiden. „Wenn ich hochprozentigen Alkohol trinke, fühlt sich der After innen und am Ausgang wund an. Scharfes Essen vertrage ich auch nicht gut“, sagt K. Er weiß, dass gestutzte Hämorrhoiden sich erneut vergrößern können. Deshalb hat er seine Lebensgewohnheiten verändert. „Ich achte auf eine ausgewogene Ernährung und esse nicht mehr so viel Fastfood. Außerdem habe ich mein Körpergewicht um rund acht Kilogramm reduziert, denn jedes Gramm weniger entlastet den Enddarmbereich. Ich mache zudem weniger Krafttraining und mehr Ausdauersport.“ So versucht Dirk K. Verstopfungen und Durchfall zu verhindern und nimmt Druck vom Beckenboden. Sein Rat an Leidensgenossen mit Hämorrhoidenbeschwerden: „Man sollte versuchen, die Ursachen herauszufinden und diese gezielt angehen.“
* Name von der Redaktion geändert










