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Nach Hämorrhoiden-OP sind Flugreisen tabu
Die gute Nachricht lautet: Die Druckkräfte beim Starten und Landen eines normalen Flugzeuges sind zu schwach, um Hämorrhoiden zu vergrößern. Es spricht auch nichts dagegen, mit einem Hämorrhoidalleiden in einem Flieger Platz zu nehmen. Aber: Jemand, der seine Knoten gerade operieren lassen hat, sollte auf ein anderes Verkehrsmittel umsteigen - er riskiert starke Blutungen.
Heutzutage gehört Fliegen für immer mehr Menschen zum Berufsalltag. Aber auch privat gehen viele in die Luft, um an fernen Stränden vom Arbeitsstress herunter zu kommen. Mancher Hämorrhoiden-Geplagte fragt sich dabei: Wirken sich Flugreisen ungünstig auf mein Enddarmleiden aus? Sollte ich lieber auf dem Boden bleiben? "Bei Kampfjet-Piloten tritt häufig eine Mischung aus Hämorrhoidalleiden und einem Mastdarmvorfall auf", beobachtet Proktologe Bernhard Lenhard in seiner Praxis. Schuld daran seien die hohen Fliehkräfte, die sich auf den Beckenboden auswirkten. Der starke Druck auf das Muskelgeflecht im Unterleib führt dazu, dass die Hämorrhoiden sich vergrößern, das Ende des Mastdarms in den After hineindrückt - oder beides. Während sich ein fortgeschrittenes Hämorrhoidenleiden durch Druckgefühle am Po, Nässen und Jucken bemerkbar macht, äußert sich ein Mastdarmvorfall durch ständigen Stuhldrang oder unkontrollierten Abgang von Analsekret und Kot. "Aber", beruhigt der Sprecher des Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands, "einen normalen Fluggast betreffen solche hohen Fliehkräfte nicht. Durch Flugreisen kann sich kein Hämorrhoidalleiden oder Mastdarmvorfall entwickeln."
Blutung nach Hämorrhoiden-Eingriff im Flugzeug nicht zu stoppen
Problematisch sind Flugreisen für Menschen, die ihre vergrößerten Hämorrhoiden gerade durch kleine Gummiringe haben abbinden (Ligatur) oder operativ entfernen lassen. Solche Patienten dürften kein Flugzeug besteigen, erklärt Fachmann Lenhard: "In den ersten drei Wochen nach so einem Eingriff ist Fliegen nicht sinnvoll, da es zu Blutungen kommen kann." Die könne nur ein Arzt stoppen. Auf solche Zwischenfälle sind Fluggesellschaften naturgemäß nicht vorbereitet. Von langen Flügen rät der Proktologe daher strikt ab. Kurzflüge seien denkbar, sofern im Notfall "innerhalb einer halben Stunde eine ärztliche Versorgung in einer Klinik möglich sei", so seine Regel. Anderenfalls könne eine Blutung im schlimmsten Fall tödlich enden.










