
Aftererkrankungen
Analdehner weiten verengten Schließmuskel
Ständiger Durchfall kann den Schließmuskel verengen. Dann ist ein Analdehner gefragt. Das Hilfsmittel kommt auch bei Analfissuren zum Einsatz. Bei der Therapie von Hämorrhoidenleiden hat es aber kaum noch Bedeutung.
Analdehner - allein das Wort reicht bei manchen Menschen aus, um Unbehagen auszulösen. Es sei gar nicht so einfach, Patienten zum Dehnen ihres Afters zu motivieren, berichtet der Heidelberger Proktologe Dr. Bernhard Lenhard. Zum Glück müssen Hämorrhoiden-Geplagte nicht allzu oft Analdehner anwenden. Denn gegen Hämorrhoidenleiden haben sie sich nicht bewährt.
Während Mediziner Analdehner früher verschrieben, um vergrößerte Hämorrhoiden zu behandeln, kämen sie heute höchstens noch begleitend zum Einsatz, erklärt Lenhard. Denn gegen die Vergrößerung der Gewebepolster können sie nichts ausrichten. Hier sind Methoden wie Verödung, Ligatur oder eine Operation gefragt, um die Hämorrhoiden wieder auf ihre natürliche Größe zu bringen und Beschwerden zu beseitigen.
Analdehner hilft einer Fissur zu heilen
Sinnvoll sind Analdehner, falls sich der Schließmuskel verengt hat. Das kann passieren, wenn jemand ständig flüssigen Stuhl hat ? weil er z.B. an einer Nahrungsmittelintoleranz, an einem Reizdarmsyndrom oder an einer entzündlichen Darmerkrankung leidet. "Oder jahrelang Abführmittel gebraucht hat", ergänzt Doktor Lenhard. In solchen Fällen gibt es keine "Stuhlsäule", die den Schließmuskel des Afters regelmäßig auf natürliche Weise aufdehnt. Die Folge: Er zieht sich allmählich zusammen.
"Am häufigsten verschreiben Ärzte Analdehner bei einer Analfissur", berichtet der Enddarmspezialist. Das ist ein Einriss der Haut des Analkanals. Typisch für eine Analfissur ist ein brennender, krampfartig stechender Schmerz, der mit dem Stuhlgang einsetzt und Stunden dauern kann. Durch die Schmerzen verkrampft der Schließmuskel. Das macht stärkeres Pressen nötig, wodurch sich der Riss verlängern und eine Entzündung verschlimmern kann. Es entsteht ein Teufelskreis, der nur zu durchbrechen ist, indem sich der Schließmuskel entspannt. Dehnen kann dies leisten. Außerdem macht es den After wieder elastisch. So kann Stuhl den Analkanal passieren, ohne dass die Haut erneut einreißt.
Erst leicht, dann stärker weiten
Patienten sollen Analdehner meist zunächst vier Wochen mehrere Male am Tag benutzen. Nach einer Kontrolluntersuchung entscheidet der behandelnde Arzt dann das weitere Vorgehen.
Ein Analdehner kann einen Durchmesser bis zu drei Zentimeter haben. Facharzt Lenhard empfiehlt verschiedene Stärken zu kombinieren, sodass der After sich zunächst leicht und dann stärker dehnen lässt.
Analdehner gibt es aus Kunststoff und Glas. Für welches Material ein Patient sich entscheidet, ist auch eine Frage persönlicher Vorlieben. Für Dehner aus Kunststoff spricht jedoch, dass sie preiswerter sind und nicht zu Bruch gehen, wenn sie mal herunterfallen.
Analdehner mehrmals täglich einführen
Um Schmerzen und Verletzungen zu verhindern, bestreicht der Patient den Analdehner mit einem Gleitmittel wie Vaseline. Er kann auch eine schmerzstillende Salbe verwenden. Am besten lässt sich der Dehner in entspannter Seitenlage einführen, wenn die Knie leicht angezogen sind.
Anfangs kann das Benutzen des Analdehners etwas schmerzen ? daher zunächst am besten nur ein kurzes Stück vordringen. Tag für Tag lässt er sich dann immer weiter einbringen. Gelegentlich treten leichte Blutungen auf. Doch sie seien kein Grund zur Sorge, beruhigt das Enddarmzentrum Mannheim. Bei sachgerechter Anwendung seien keine Komplikationen zu erwarten.
Das Instrument sollte 3-10 Minuten im Anus bleiben. Es reicht, den Analdehner nach jedem Anwenden mit Wasser und Seife zu waschen. Ein Desinfektionsmittel ist nicht ratsam, da es allergische Reaktionen hervorrufen kann.










