
Andere Erkrankungen
Hämorrhoiden: Vorsicht vor Selbstdiagnose
Hämorrhoiden sind lästige, aber fast immer harmlose Gesellen. Zu bedenken ist aber: Die eigentlich typischen Symptome wie Schmerzen in der Analgegend oder Blutspuren im Stuhl können auch Hinweis auf andere Krankheiten sein - wie Prostataerkrankungen, Analfisteln oder Dickdarmpolypen. Deshalb empfiehlt es sich nicht, Hämorrhoiden längere Zeit auf eigene Faust zu behandeln.
Das Leiden begann leise: Schmerzen in der Aftergegend, manchmal stärker, meistens aber eher lästig. Rolf F. aus Hannover dachte sofort an Hämorrhoiden, zumal die Symptome vor allem nach dem Toilettengang auftraten. Für ein Prostataleiden hielt sich der 38-Jährige noch zu jung: "Das bekommen doch nur Großväter!" Doch alle Zäpfchen und Salben halfen nicht. Nach einigen Wochen drängte ihn seine Frau, doch endlich einen Arzt aufzusuchen. Die Diagnose: eine chronische Prostatitis - eine Entzündung der Vorsteherdrüse.
Prostataentzündung kann seelisch bedingt sein
Unter einer Prostatitis können auch schon jüngere Männer leiden. Oft zeigen sich noch nicht einmal sicht- oder tastbare Schäden: Die Vorsteherdrüse wirkt äußerlich gesund. Fachleute sprechen darum auch von einer psychosomatischen Erkrankung. Im Falle von Rolf F. lastet ein unerfüllter Kinderwunsch schwer auf seiner Seele und rief die Beschwerden hervor. Ihm helfen keine Medikamente. Sinnvoller ist für ihn eine Auseinandersetzung mit den seelischen Ursachen.
Vorsicht vor Eis-Anwendungen
Grund für die Schmerzen in der Aftergegend können aber auch Analfisteln sein. Eiterherde (Abzesse) in den Wänden des Enddarms suchen sich manchmal einen Weg nach draußen. So entstehen röhrenförmige Kanäle, über die stetig oder in Schüben Blut und Eiter abfließen. Analfisteln sind zwar oft eine Begleiterkrankung von Hämorrhoiden, doch müssen sie besonders behandelt werden. Auch hier ist der Rat des Facharztes unerlässlich. Denn Versuche, sich etwa mit Eis Linderung zu verschaffen, ist in diesem Fall oftmals gefährlich: Durch die Kälte können Eiterbestandteile in die Blutbahn geraten und eine Blutvergiftung hervorrufen.
Dunkles Blut deutet auf Magen- oder Speiseröhrenerkrankung
Neben Schmerzen und Jucken im Analbereich ist Blut im Stuhl charakteristisch für Hämorrhoiden. Doch auch dieses Symptom findet sich bei vielen anderen Krankheiten. Es ist darum wichtig, auf die Farbe des Blutes zu achten. Nur hellrotes, frisches Blut stammt wirklich aus dem letzten Darmabschnitt oder dem Afterbereich. Alles, was dunkel oder sogar braun-schwarz erscheint, hat eine längere Darmpassage hinter sich. In diesem Fall können Magengeschwüre oder auch Ösophagusvarizen (Krampfadern auf der Speiseröhre) dahinter stecken. Sie geben nämlich häufig Blut in den Magen-Darm-Trakt ab. Ösophagusvarizen entstehen, wenn das Blut nicht mehr ausreichend in Richtung Leber abfließen kann, weil diese etwa durch exzessiven Alkoholkonsum geschädigt ist.
Wenn ständig Blut im Stuhl auftaucht: Darmspiegelung
Doch selbst wenn das Blut im Stuhl nicht dunkel ist: Findet der Patient regelmäßig helles Blut nach dem Toilettengang, ist eine Darmspiegelung (Koloskopie) zu empfehlen. Mit dieser endoskopischen Untersuchung kann der Arzt im Falle von Hämorrhoiden den Schweregrad bestimmen und mit dem Patienten eine Behandlungsstrategie besprechen. Weiterer Vorteil der Darmspiegelung: Es lässt sich feststellen, ob Darmpolypen die Blutungen verursachen. Diese gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut betreffen vor allem Menschen in der zweiten Lebenshälfte. Bei einigen können die Polypen entarten und zu Darmkrebs werden. Doch soweit muss es nicht kommen: Der Arzt kann die Polypen oft schon während der Darmspiegelung entfernen und somit ein weiteres Wachstum verhindern.










