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Darmkrebs

Blut im Stuhl: Hämorrhoiden? Darmkrebs?

Wer beim Toilettengang Blut entdeckt, muss die Ursache immer sorgfältig klären lassen, mahnen Ärzte. Denn blutende Hämorrhoiden können einen Darmtumor verdecken, so dass dieser ungestört wachsen kann. Um das zu verhindern, sollten Menschen mittleren Alters regelmäßig zur Früherkennung gehen - besonders wenn sie selbst oder Verwandte zu Darmpolypen neigen.

Blut auf dem Stuhl oder Toilettenpapier macht vielen Menschen Angst - Angst vor der Diagnose "Darmkrebs". Sie beruhigen sich: "Kann schon mal passieren. Kommt bestimmt von den Hämorrhoiden." Kein Grund zu einem Arzt zu gehen, denken sie und riskieren schwerwiegende Folgen. "Wenn es aus dem After blutet, muss dies grundsätzlich ärztlich untersucht und ein Darmkrebs ausgeschlossen werden", betont Dr. Bernhard Lenhard. "Auch wenn es nur einmal vorkommt. Bloß nicht abwarten!" Ein Patient könne nicht unterscheiden, ob es sich nur um vergrößerte Hämorrhoiden oder um einen Darmtumor handelt. "Gott sei Dank sind häufiger Hämorrhoiden als Darmkrebs Ursache von Blutungen." Dennoch: Darmkrebs (Kolonkarzinom) gehört in Deutschland zu den häufigsten bösartigen Krankheiten. Im Jahr 2000 erkrankten nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 32.600 Männer und knapp 34.200 Frauen an Krebs des Dick- oder Mastdarms. Kolonkarzinom ist damit bei Frauen und Männern der zweithäufigste Krebs. Etwa sechs Prozent der deutschen Bevölkerung müssten damit zu rechnen, im Laufe ihres Lebens Darmkrebs zu entwickeln, erklärt die Deutsche Krebsgesellschaft.

Generation 50plus ist besonders darmkrebsgefährdet

Besonders schlimm sei, dass eine Blutung bei Darmkrebs eine Hämorrhoiden-Blutung imitieren könne, sagt Proktologe Lenhard: "So glaubt der Patient, er habe nur Hämorrhoiden, während unbemerkt ein Darmkrebs vor sich hinwächst." Ein gefährlicher Fehlschluss, der die Notwendigkeit einer fachärztlichen Untersuchung sehr eindringlich macht. Denn blutet Darmkrebs, befindet er sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Dieses Symptom sollte daher niemand leichthin abtun, schon gar nicht, wenn er mittleren Alters ist. Solche Menschen sind nämlich besonders gefährdet, ein Kolonkarzinom zu entwickeln. Auch Jüngere kann es treffen. Doch das durchschnittliche Alter von Darmkrebskranken liegt derzeit bei 70 Jahren, wie die Deutsche Krebsgesellschaft berichtet. Sie nennt weitere Beschwerden, die auf einen Darmtumor hinweisen können:


  • Bei Blähungen entweicht etwas Blut, Schleim oder Stuhl

  • Veränderte Stuhlgewohnheiten, z.B. Wechsel von Verstopfung und Durchfall

  • Wiederholte, krampfartige Bauchschmerzen, die länger als eine Woche anhalten

  • Laute Darmgeräusche, Rumoren, starke anhaltende Blähungen

  • Häufiger Stuhldrang und auffallend übel riechender Stuhl

  • Blässe, Abgeschlagenheit, Leistungsabfall, Gewichtsabnahme

  • Tastbare Verhärtungen im Bauchraum und vergrößerte Lymphknoten

Warum gutartige Polypen in Darmkrebs übergehen, ist ungeklärt

Darmkrebs entwickele sich in 98% der Fälle aus einem Polypen; ein Zusammenhang mit Hämorrhoiden sei unbekannt, weiß Lenhard, Pressesprecher vom Berufsverband deutscher Coloproktologen. Ein Polyp ist ein kleiner Tumor auf der Darmschleimhaut, der gutartig ist. Da er sich aber zum Bösartigen wandeln kann, muss er auf jeden Fall entfernt und pathologisch untersucht werden. Noch sei nicht geklärt, wodurch ein Polyp in Darmkrebs übergeht, erläutert der Facharzt. Als ungünstig gelten jedoch bestimmte Ernährungsfaktoren. Der Rat von Experten lautet daher derzeit: fettarm und ballaststoffreich essen, wenig dunkles Fleisch, kaum Alkohol.

Früherkennung verbessert Heilungschancen von Darmkrebs

Für eine erfolgreiche Behandlung von Darmkrebs, ist zeitiges Erkennen entscheidend. Deshalb ist Vorsorge so wichtig. Ab dem 45. Lebensjahr bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen eine Tastuntersuchung des Enddarms und einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl. Ab dem 56. Lebensjahr kann der Patient zwischen einem Stuhlbriefchentest alle zwei Jahre oder einer Darmspiegelung alle zehn Jahre wählen. "Bei einem hohem Risiko, also bei Darmkrebs der Eltern oder Geschwister, reduziert sich dieser Abstand auf fünf Jahre", sagt Lenhard. "Ist ein Polyp vorhanden, sollte alle drei Jahre eine Vorsorgeuntersuchung gemacht werden."


Quelle: Nach Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft, des Robert-Koch-Instituts und nach Dr. Bernhard Lenhard, Pressesprecher des Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands
Autor: BSMO Redaktion
Stand: 16-12-2005



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