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Alternativmedizin

Natürliche Hilfe bei Hämorrhoidalleiden

Sanft gegen das Jucken und Brennen am After? Das geht bis zu einem gewissen Grad. So kann Hamamelis Juckreiz lindern und Eichenrinde nässende Analekzeme bessern. Doch Heilpflanzen können auch Nebenwirkungen haben.

Alternative Heilverfahren sind beliebt: Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Allensbach vertrauen ihnen rund 80% der Frauen und 60% der Männer in Deutschland. Auch bei Hämorrhoidalleiden bietet die Naturheilkunde Hilfe an. Die Wirksamkeit der Verfahren beschränkt sich aber auf leichtere Beschwerden.

Eine Vergrößerung der Hämorrhoidenknoten, die die Ursache des Juckens, Brennens und Nässens ist, ist durch naturheilkundliche Methoden nicht rückgängig zu machen. Um die Gewebeknoten am Afterausgang zu verkleinern bzw. zu beseitigen, sind Enddarmspezialisten gefragt. Je nach Schwere des Leidens können sie die Hämorrhoiden veröden, abschnüren oder operativ entfernen.

Homöopathie – Ähnliches mit Ähnlichem heilen

Bei akuten Hämorrhoiden-Beschwerden haben Homöopathen vor allem eine Antwort: Hamamelis. Salben und Zäpfchen, die die Zaubernuss enthalten, lindern Juckreiz und beugen Entzündungen vor. Außerdem hat Hamamelis blutstillende Eigenschaften. Bei stark juckenden und schmerzhaften Hämorrhoiden verwenden homöopathische Ärzte und Heilpraktiker aber auch Nux vomica, die Brechnuss. Ist die Haut am After rot und entzündet, kann Sulfur (sublimierter Schwefel) zum Einsatz kommen. Sowohl die Brechnuss als auch Sulfur liegen in Form von Globuli vor. Das sind Kügelchen aus Rohrzucker, die als Transporter für die Wirkstoffe dienen.

Um Probleme mit den Hämorrhoiden grundsätzlich anzugehen, vertrauen Homöopathen auf die sogenannte „Konstitutionelle Therapie“. Dabei sucht der Arzt oder Heilpraktiker nach einem genau passenden Wirkstoff für seinen Patienten, indem er dem homöopathischen Prinzip folgt, dass Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden soll. Denn Homöopathen glauben, dass ein homöopathisches Mittel nur dann richtig hilft, wenn es an dem Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen kann wie die, an denen der Kranke leidet.

Pflanzenheilkunde – mit Hamamelis gegen Hämorrhoidenbeschwerden

Naturheilkundler vertrauen bei akuten Hämorrhoidalleiden ebenfalls auf Hamamelis. Sie sei die bewährteste Heilpflanze gegen Hämorrhoidenbeschwerden, urteilt die Heilpraktikerin Elvira Bierbach in ihrem Lehrbuch „Naturheilpraxis heute“. Die verschiedenen Gerbstoffe in der Hamamelis wirken zusammenziehend, stillen Blutungen, hemmen Entzündungen und lindern Schwellungen. Hamamelis lässt sich einnehmen und als Salbe oder Zäpfchen anwenden.

Naturfans sollten allerdings nicht leichtfertig zu Heilpflanzen greifen, warnen Heilpraktiker. Denn die Gewächse können Nebenwirkungen haben. Beispielsweise regen Aloe Vera-Produkte die Darmtätigkeit an und wirken auf Dauer abführend. Das ist bei nässenden Hämorrhoiden und einem wunden Afterausgang jedoch nicht wünschenswert, da Durchfall die Hautprobleme verschärfen würde.

Hydrotherapie – Wasser marsch und ab ins Sitzbad

Wenn durch vergrößerte Hämorrhoiden ein nässendes Analekzem entstanden ist, raten Heilpraktiker, übrigens ebenso wie schulmedizinisch orientierte Enddarmspezialisten, zu Sitzbädern mit Eichenrinde. Denn die Gerbstoffe der Eichenrinde wirken zusammenziehend und austrocknend. Auch Sitzbäder mit Kamille können bei einem Analekzem Linderung schaffen, da die Pflanze Entzündungen hemmt und die Haut beruhigt. Doch Vorsicht: Manche Menschen reagieren allergisch auf Kamille.

Heilpraktiker empfehlen außerdem kurze kalte Sitzbäder gegen Hämorrhoidalleiden. Sie sollen Schwellungen abklingen lassen und das Gewebe festigen. Nach Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897), einem bekannten Vertreter der Hydrotherapie, sollte das Wasser nicht wärmer als 18 Grad Celsius sein und ein Sitzbad bloß 8-15 Sekunden dauern.

Ernährungstherapie – Ballaststoffe für eine gute Verdauung

Vielen Menschen ist es nicht bewusst, aber auch die Ernährungstherapie gehört ins Repertoire von Naturheilkundlern. Um Hämorrhoidenbeschwerden zu bessern, ist eine ballaststoffreiche Ernährung das A und O. Denn die Ballaststoffe sorgen für einen weichen Stuhl und beugen so Brennen, Schmerzen und Blutungen beim Stuhlgang vor. Neben Vollkornprodukten sollten Obst und Rohkost auf dem Speiseplan stehen.

Um Verstopfungen zu vermeiden, ist außerdem ausreichendes Trinken ganz wichtig. Hämorrhoidengeplagte sollten täglich etwa 2-3 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen.


Quelle: Nach Informationen von Elvira Bierbach, Naturheilpraxis heute, Urban & Fischer 2000, des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte und Natur & Heilen 05/08
Autor: Martina Janning
Stand: Aug 3, 2009


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