Sitzbäder
Hämorrhoiden: Kamille & Co. lindern Juckreiz
Eine ballaststoffreiche Ernährung, viel trinken und Bewegung beugen Hämorrhoiden vor. Wenn sich aber bereits Knötchen am Anus gebildet haben, reicht vielen Patienten eine reine Prophylaxe nicht mehr aus: Sie wünschen sich sofortige Linderung des Juckreizes. In diesem Fall können Salben und Sitzbäder helfen: Sie lassen die Hämorrhoiden in Vergessenheit geraten - und das ist viel wert.
Diese sanften Methoden können die Ursache des Leidens, die vergrößerten Hämorrhoidalknoten, zwar nicht beseitigen. "Denn wirklichen Einfluss auf die Hämorrhoiden kann man nur mit einem operativen Eingriff nehmen", erklärt Dr. Bernhard Lenhard, Pressesprecher des Berufsverbands Deutscher Coloproktologen. Doch gerade bei Hämorrhoiden ersten und zweiten Grades sind Salben und Badezusätze mit Wirkstoffen aus der Natur wirksame Helfer in der Not.
Hamamelis und Kamille lindern Juckreiz
Die meisten Heilpflanzen und ihre Zubereitungen gibt es in Apotheken oder Reformhäusern rezeptfrei zu kaufen. Bewährte pflanzliche Wirkstoffe sind Kamille und Hamamelis: Sie hemmen Entzündungen und fördern die Wundheilung. Manche Hersteller verwenden aber auch Rosskastanie, Mäusedorn oder Hauswurz.
Auch Eichenrinde und schwarzer Tee können helfen
Auch regelmäßige Sitzbäder mit Eichenrinde lindern ein leichtes Hämorrhoidalleiden. Die Gerbstoffe der Eichenrinde wirken zusammenziehend (astringierend), gewebefestigend und blutstillend. Für ein Sitzbad werden 500 Gramm geschnittene Eichenrinde aus der Apotheke in 5 Litern Wasser 20 Minuten aufgekocht, dann durch Mull oder ein Sieb geseiht und auf Körpertemperatur abgekühlt. Dauer des Sitzbades 5 - 10 Minuten. Weniger aufwändig, aber ähnlich wirkungsvoll wie ein Eichenrinde-Sitzbad ist eine in starkem schwarzen Tee (abgekühlt) getränkte Kompresse.
Ein Präparat aus abgetöteten Bakterien (Posterisan®) ist ebenfalls empfehlenswert: Das lokale Immunsystem erkennt die abgetöteten Bakterien und wird somit in Hab-Acht-Stellung gebracht. Auf diese Weise lassen sich oft neue Infektionen vermeiden.
Vorsicht mit Eissonden
Kühle Anwendungen mit speziellen zapfenförmigen Eissonde, wie sie in manchen Internet-Shops angeboten werden, können die Beschwerden ebenfalls lindern. Patienten tun gut daran, vor dem Kauf aber mit ihrem Arzt zu sprechen: Sollten sie nämlich unter einer schwerwiegenden Infektion oder einem Abszess leiden, kann eine Kältebehandlung bleibende Schäden am Darmausgang verursachen.
Den Toilettengang nicht hinauszögern
Darüber hinaus ist es ratsam, den Analbereich nach jedem Stuhlgang mit milder Seife zu waschen und hinterher gut abzutrocknen. Feuchtes Toilettenpapier ist für die Intimhygiene hingegen ungeeignet, da es oft Allergie auslösende Substanzen enthält. Man kann stattdessen aber trockene Kosmetiktücher anfeuchten und zur Reinigung verwenden. Diese Tücher sind relativ reißfest und enthalten keine schädlichen Stoffe. Dr. Lenhard empfiehlt zudem: "Hören Sie auf Ihren Körper. Gehen Sie dann zur Toilette, wenn Sie wirklich müssen." Die meisten Patienten vergessen nämlich: Auch unnötiges Verzögern des Toilettengangs kann Verstopfung hervorrufen.
Patienten, deren Eltern schon unter Hämorrhoiden gelitten haben, müssen besonders vorsichtig sein. Eine ballaststoffreiche Ernährung, viel Bewegung und das Vermeiden von "Sitzmarathons" beugen dem Leiden vor. Außerdem raten Ärzte: Finger weg von Zigaretten und Alkohol, sie vermindern die Durchblutung und schädigen die Blutgefäße.







