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Operation

Hämorrhoiden-Operation ist keine Lappalie

Für manche Patienten werden Hämorrhoiden zur Qual: Sie können kaum sitzen, bei jeder körperlichen Anstrengung fällt der After vor. Wenn die Gefäßknoten bereits aus dem After heraustreten und sich immer schwieriger zurückdrücken lassen, müssen sie entfernt werden. Für welche Operationsmethode sich der Chirurg entscheidet, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Hämorrhoiden sind und inwieweit der davor liegende Analkanal betroffen ist.

Treten die Hämorrhoiden dritten und vierten Grades nur einzeln auf, kann sich eine Operation nach Milligan-Morgan empfehlen. Der Operateur zieht bei dieser Methode den Gefäßknoten vor, umsticht und entfernt ihn. Das Wundgebiet lässt er offen. So kann das Sekret gut abfließen, was die Heilung fördert.

Bei großen Hämorrhoiden mit Auswölbung des gesamten Afters hingegen ist eine Rekonstruktion des Analkanals notwendig. In Frage kommt etwa die U-Lappen-Plastik nach Fansler-Arnold. Aber auch andere Rekonstruktionsmethoden sind geeignet.

Operateur muss den Analkanal schonen

Der Operateur muss bei der Entfernung großflächiger Hämorrhoiden darauf achten, dass nicht zu große Anteile des Analkanals narbig ersetzt werden. Anderenfalls würde der Patient später beim Abgang von Winden oft ungewollt flüssigen Stuhl verlieren. Denn bei starker Vernarbung des Analkanals kann er nicht mehr zwischen flüssigem und festem Stuhl unterscheiden.

Einige Ärzte wenden bei komplizierten Hämorrhoiden auch die Parks-Methode an. Hier werden die einzelnen Gefäßknoten wie bei der Milligan-Morgan-Methode vorgezogen und entfernt, das Wundgebiet wird danach allerdings zugenäht. Der Vorteil dieser Methode ist, dass sie - ebenso wie die Rekonstruktionsmethoden - die innere Haut des Analkanals schont.

Longo-Methode schont den Patient

Seit einigen Jahren wenden einige Chirurgen auch die Longo-Methode an, die nur in Frage kommt, wenn der Afterkanal noch nicht dauerhaft nach außen getreten ist. Bei diesem Verfahren - von Coloproktologen auch anales Lifting genannt - wird die vorgefallene Hämorrhoidalzone (Prolaps) teilweise wieder nach oben gebracht und teilweise entfernt. Diese Methode hat unter anderem den Vorteil, dass der Patient nach der Operation relativ wenig Schmerzen hat.

Milligan-Morgan, rekonstruktive Methoden, Longo - alle diese Operationen können mit Vollnarkose oder Nervenblockaden in Rückenmarksnähe (Leitungsanästhesie) vorgenommen werden. Meistens müssen die Patienten für den Eingriff kurze Zeit ins Krankenhaus gehen, da die Wunde nachbluten kann. Auch ein Harnverhalt ist möglich, da Schwellungen im Operationsgebiet auf die Harnröhre drücken können. Eine Milligan-Morgan-Operation kann gelegentlich auch in der Arztpraxis stattfinden.

Eine bis drei Wochen arbeitsunfähig

Nach der Operation sollte der Patient sich schonen und keine schweren Lasten heben. Außerdem gehören tägliche Sitzbäder, zwei bis drei Liter Flüssigkeitszufuhr und eine extrem schlackenreiche Ernährung zum postoperativen Programm. Abführmittel sind nach dem Eingriff hingegen nicht geeignet. Nach einer Hämorrhoiden-Operation ist der Patient - je nach Schwere des Eingriffs - eine bis drei Wochen arbeitsunfähig.

Grundsätzlich sollte ein Arzt nur Patienten mit Hämorrhoiden dritten und vierten Grades zu einer Operation raten. Treten die Gefäßknoten noch nicht aus dem After, lassen sie sich auch mit Ernährungsumstellung, Verödung und Gummibandligatur behandeln.


Autor: BSMO Redaktion
Stand: 15-08-2002



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