
Gesund werden: Hämorrhoiden-OP
Pflegetipps für die Zeit danach
Nach einer Hämorrhoiden-Operation braucht der After oft besondere Pflege. Wichtig sind eine regelmäßige, sanfte Hygiene und ein weicher Stuhl. Unterwäsche sollte luftdurchlässig und nicht zu eng sein.
Offene Wunden heilen langsamer
Der Heilungsprozess nach einer Hämorrhoiden-Operation dauert unterschiedlich lang. Er hängt wesentlich davon ab, wie umfangreich der Eingriff war und welches Verfahren zum Einsatz kam, um die vergrößerten Gewebeposter am Afterausgang zu entfernen.
Bei manchen Methoden – wie den Eingriffen nach Milligan-Morgan, Parks oder Ferguson – bleiben die Wundflächen ganz oder teilweise offen, damit Wundsekret abfließen kann. Hier dauert die Heilung länger, als bei OP-Methoden, die gewebeschonender sind. Zu diesen gehören z. B. die HAL-Methode und die Longo-Methode, die auch Stapler-Methode heißt. Bei diesen Verfahren verschließt der Arzt die Wunde. Das hat den Vorteil, dass die Wunde schneller verheilen kann.
Leider eignen sich die schonenden Verfahren meistens nur bis zu einem gewissen Grad des Hämorrhoidenleidens. Bei stark vergrößerten Hämorrhoiden muss der Doktor zu anderen Methoden greifen.
Den After am besten abbrausen
Eine besondere Nachsorge ist vor allem bei komplexen Eingriffen nötig, bei denen die Wundfläche offenbleibt. Denn jeder Stuhlgang strapaziert und verunreinigt die Wunde und stört den Heilungsprozess. Ärzte empfehlen deshalb, den After zweimal täglich und nach jedem Stuhlgang abzubrausen. Das spült Kotreste, aber auch Wundsekret und Blutspuren fort. Am angenehmsten ist es, wenn das Wasser lauwarm und der Duschstrahl weich eingestellt sind.
Falls keine Dusche oder kein Bidet zur Verfügung stehen, eignet sich alternativ ein Sitzbad, um den After zu reinigen. Baden ist allerdings weniger hygienisch als Abbrausen. Doch auch hier gilt, dass das Wasser körperwarm sein sollte, und der Po nach dem Sitzbaden vorsichtig zu trocknen ist. Wichtig: Ein Sitzbad sollte höchstens fünf Minuten dauern. LIFELINE-Expertin Dr. Elisabeth Schönenberg-Hackenberg rät zu zwei Sitzbädern am Tag. Klares Wasser reicht aus. Wer will, kann pflegende Substanzen wie Kamille oder Hamamelis ins Sitzbad geben, sagt die Ärztin.
Nach dem Reinigen sollte der Afterausgang mit einem Mullläppchen oder einer Kompresse abgedeckt werden, um das Wundsekret aufzufangen. Bei tieferen Wunden kann es anfangs sinnvoll sein, spezielle, die Heilung fördernde, Wundeinlagen zu verwenden.
Manche Patienten klagen darüber, dass die Kompressen ihre Haut austrocknen. Für diesen Fall empfiehlt Dr. Schönenberg-Hackenberg, nach dem Reinigen eine Zinksalbe aufzutragen. Sie schützt die Haut und fördert außerdem die Wundheilung. Hämorrhoidenmittel, sogenannte Proktologika, sind nach einer Operation nicht sinnvoll. Sie könnten die Beschwerden nicht lindern und brächten auch keinen anderen Nutzen, erklärt Dr. Bernhard Lenhard, Sprecher des Berufsverbandes der Coloproktologen.
Unterwäsche aus Baumwolle hat viele Vorteile
Falls die vergrößerten Hämorrhoiden zu einem Ekzem am Afterausgang geführt haben, muss nach der OP auch die wunde Haut weiter behandelt werden. Bei schweren Hautschäden sollte das ein versierter Hautarzt oder ein in Dermatologie geschulter Proktologe übernehmen. Wer selbst etwas tun will, kann Sitzbäder machen. Sie sind, anders als zum Reinigen, in diesem Fall erste Wahl – besonders bei nässenden Analekzemen. Als Zusatz empfehlen Proktologen Substanzen mit austrocknender Wirkung, wie zum Beispiel Eichenrinde.
Einige Worte zur richtigen Kleidung: Um die Wunde nach einer Hämorrhoiden-OP und ein Analekzem optimal beim Heilen zu unterstützen, sollte Luft an den After kommen. Deshalb sollten Betroffene keine synthetische Unterwäsche tragen, sondern welche aus Baumwolle wählen. Sie ist luftdurchlässig und saugt außerdem Feuchtigkeit auf. Ein weiterer Vorteil: Baumwoll-Slips lassen sie sich bei heißen Temperaturen waschen. Das kann nötig sein, um Wundsekret, Stuhlschlieren und Reste von Heilsalbe zuverlässig zu entfernen. Damit am After nichts reibt, sollten Betroffene lockere Kleidung wählen.
Zu weicher Stuhl verzögert die Heilung
Nach einer Hämorrhoiden-Operation ist es besonders wichtig, dafür zu sorgen, dass der Stuhl weich ist. Das mindert die Schmerzen beim Toilettengang. Zu weich darf er jedoch auch nicht sein, denn ein zu flüssiger Stuhl verlangsamt die Heilung. Er reize die Wunde und könne außerdem starke Schmerzen verursachen, sagt Facharzt Lenhard.
Ein geschmeidiger Stuhl lässt sich durch Ballaststoffe, z. B. in Form von Weizenkleie oder Flohsamen, und ausreichend Flüssigkeit erreichen. Die Trinkmenge sollte zwei bis drei Liter am Tag betragen.
Stuhlspuren in der Unterwäsche sind nach einer Hämorrhoiden-OP nichts Ungewöhnliches. Sie sind kein Grund zur Sorge, solange sie vorübergehend auftreten. Außerdem erleben viele Menschen nach einem Hämorrhoiden-Eingriff vermehrten Stuhldrang und müssen sehr rasch zur Toilette. Besonders in den ersten Tagen nach der Operation kommt das relativ oft vor. Falls dieser Zustand aber über Wochen oder Monate anhält und Züge einer Darmschwäche annimmt, kann eine Behandlung nötig sein.










