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Lindern Beschwerden

Salben und Zäpfchen bei Hämorrhoiden

Die Therapie von Hämorrhoiden ist individuell verschieden und richtet sich nach Stadium und Symptomatik der Erkrankung. In frühen Stadien sind Salben, Lösungen, Zäpfchen sowie spezielle Cremes geeignet, um eine kurzfristige Linderung der Beschwerden oder gar deren Abklingen zu erreichen. Können diese Mittel auch keine dauerhafte Heilung für bringen, für betroffene Patienten können sie dennoch ein Segen sein: endlich eine Pause von den Schmerzen und vom unangenehmen Juckreiz.

Symptome wie Brennen, juckende Haut und schmerzende Hautrisse des äußeren Analbereichs lassen sich am besten mit Salben, Tinkturen und Pasten sehr wirkungsvoll behandeln. In Apotheken gibt es zahlreiche freiverkäufliche Präparate, die vorwiegend entzündungshemmende Wirkstoffe sowie lokale Anästhetika enthalten - also Stoffe, die Schmerzen, Brennen und Jucken beseitigen. Auch lästigem Hautnässen kann mit Hilfe dieser Präparate oft Einhalt geboten werden.

In der äußeren Anwendung sind Salben und Cremes sehr wirkungsvoll und können besonders die Symptome von Hämorrhoiden in einem frühen Stadium bessern. Sie sollten je nach Anwendungsbeschreibung zwei- bis dreimal pro Tag vorsichtig mit der Fingerspitze auf den betroffenen Hautpartien verteilt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Finger sauber sind. In Hautrissen können sich sonst sehr leicht Bakterien oder Pilze ansiedeln, die weitere Entzündungen verursachen und die Haut weiter schädigen können. Tinkturen und Lösungen werden aufgepinselt und - getupft.

Behandlung im After: Analtampons besser als Zäpfchen

Ist es auf Grund eines fortgeschrittenen Stadium des Leidens notwendig, die Salben auch in den After einzuführen, kann dies über einen Applikator geschehen, der meistens der Salbentube beiliegt. Dabei handelt es sich um ein schmales Rohr, das auf den Verschlusskopf aufgeschraubt wird und in den After eingeführt werden kann. Durch Drücken der Tube gelangt die Salbe dann an ihren Wirkungsort.

Zäpfchen (Suppositorien) und Analtampons sind ganz gezielt für die innere Anwendung konzipiert und können alternativ zu einer Salbe eingesetzt werden. Nach dem Einführen in den Anus werden die Wirkstoffe bei diesen Anwendungsformen über Einwirken der Körperwärme im Darm freigesetzt. Analtampons sind normalen Zäpfchen bei der Behandlung von Hämorrhoidalleiden überlegen: Einfache Suppositorien wandern häufig weiter in den Mastdarm, geben dort ihren Wirkstoff ins Blut ab und wirken somit nicht mehr nur lokal begrenzt, sondern "systemisch", d.h. über das Blut auf den gesamten Körper. Der Unterschied: Analtampons sind etwa doppelt so lang wie die Zäpfchen und sind von einem Mullschlauch ummantelt. Die besondere Hülle hindert den Tampon daran, den Darm weiter hinauf zu wandern. Der Wirkstoff wird somit lokal begrenzt freigegeben. Analtampons besitzen außerdem ein kleines Mullbändchen. Nachdem der Wirkstoff abgegeben worden ist, kann damit der Tampon aus dem After herausgezogen werden.

Gerbstoffe bei Hautrissen

Im Fall von Hautrissen sind Präparate ratsam, die Gerbstoffe, Tannine, Aluminium- oder Zinksalze enthalten. Diese als Adstingentien bekannten Präparate wirken abschwellend, trocknen die Haut aus und unterstützen so den Heilungsprozess. Kleinere Blutungen können hiermit ebenfalls gestillt werden.

Haben sich bereits Pilze im betroffenen Hautbereich angesiedelt, sollten zusätzlich auch antimykotische Medikamente verabreicht werden.

Ein Arztbesuch ist dennoch ratsam

Hämorriden lassen sich im Anfangsstadium recht gut mit einer Selbstbehandlung in den Griff bekommen. Dabei sind Salben und Cremes vor allem für die äußere Behandlung, Zäpfchen und Analtampons für die innerliche Wirkstoffapplikation ratsam. Die Eigentherapie sollte die Dauer von zwei Wochen jedoch nicht übersteigen. Halten die Beschwerden länger als 14 Tage an, sollte in jedem Fall ein auf diesem Gebiet ausgebildeter Arzt (Proktologe)aufgesucht werden.


Quelle: Nach Informationen von Hämorrhoiden-Forum, Ärztliche Praxis und "Hämorrhiden und der kranke Enddarm" - Ein Ratgeber von Reinhard/Kirsch
Autor: Springer Medizin
Stand: Oct 24, 2005


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