Haemotamps (Analtampon)

Das Analtampon ist das bessere Zäpfchen

Hämorrhoidenzäpfchen sollen Wirkstoffe in den schwer zugänglichen Afterkanal bringen. Stattdessen flutschen sie in den Mastdarm. Anders Analtampons.

Bei Patienten beliebt sind Zäpfchen. Dabei wissen die wenigsten Patienten, dass es eine dem Zäpfchen ähnliche Darreichungsform gibt, die noch sinnvoller sein kann: Analtampons wie z.B. Haemotamps. Normale Zäpfchen nämlich rutschen etwa acht Zentimeter in den After. Die Entzündung hemmen sie aber am effektivsten, wenn sie ihren Wirkstoff an der betroffenen Stelle abgeben können. Die liegt zwei Zentimeter hinter der Afteröffnung. Coloproktologe Dr. Bernhard Lenhard: „Nur beim Einführen haben Zäpfchen wenige Sekunden Kontakt mit dem Analkanal und den Hämorrhoiden." Nicht optimal, urteilt der Fachmann.

Viele Betroffene kennen das: Wenn ihre Hämorrhoidenknoten jucken und schmerzen, helfen Proktologika – den meisten besser als „Hämorrhoidenmittel" bekannt. Diese Präparate lindern Beschwerden, die durch entzündliche Veränderungen der Haut am und im After entstehen. Sie bekämpfen damit die Symptome des Leidens, an seiner Ursache können sie allerdings nichts ändern, da einmal vergrößerte Hämorrhoiden nicht wieder zum Schrumpfen gebracht werden können.

Spezialzäpfchen mit Mullfahne

Statt der herkömmlichen Hämorrhoidenzäpfchen empfehlen Coloproktologen daher oft auch Analtampons wie z.B. Haemotamps. Ihr entscheidender Vorteil: Sie kommen dort zum Liegen, wo die Wirkstoffe gebraucht werden, nämlich rund zwei Zentimeter hinter der Afteröffnung. Analtampons seien „hervorragend", urteilt Lenhard. Leider hätten viele Hersteller diese Darreichungsform vom Markt genommen, weil die Nachfrage so gering gewesen sei. Ein Analtampon ist quasi ein Spezialzäpfchen. Es ist so groß wie ein normales Zäpfchen, besitzt aber eine Mulleinlage. Dadurch lässt der Tampon sich gezielt am Ort der Beschwerden platzieren. Durch einen Mullstreifen, der nach außen hängt, ist der Sitz leicht zu korrigieren, wenn der Analtampon mal verrutschen sollte. Patienten spürten die Mulleinlage kaum und gewöhnten sich leicht daran, berichtet Lenhard. Er rät, einen Analtampon am besten abends einzuführen. „Bis zum Morgen hat sich das Zäpfchen aufgelöst. Der Mullstreifen lässt sich dann einfach herausziehen oder landet beim ersten Stuhlgang in der Toilette."


Quelle: Nach Informationen von Dr. Bernhard Lenhard, Pressesprecher des Berufsverbandes der Coloproktologen
Autor: Martina Janning
Stand: Oct 9, 2008


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