
Ligatur
Umstechungsligatur lindert Jucken nicht
Was vor Kurzem noch als schonende Behandlungsmethode gefeiert wurde, ist im Praxistest durchgefallen: Die Umstechungsligatur. Allein durch Umstechen der zuführenden Arterie sollte dem Hämorrhoidalleiden ein Ende gesetzt werden. Die Ergebnisse sind jedoch wenig befriedigend.
Die Umstechungsligatur ist eine Methode, bei der die zuführende Arterie zum Hämorrhoidalpolster mit chirurgischem Nahtmaterial umstochen und verengt wird. So sollen der Blutfluss in die Hämorrhoiden auf ein Minimum gesenkt und die starken Blutungen, die bei 2% aller Patienten auftreten, unterbunden werden. Das funktioniert auch, nur die Hämorrhoiden an sich und die damit verbundenen Probleme wie Jucken, Brennen und die Hautentzündungen bleiben. "Die Hämorrhoiden sind ja immer noch da", erklärt Dr. Bernhard Lenhard, Pressesprecher des Berufsverbands Deutscher Coloproktologen. "Nur wenn das eigentliche Problem, das vergrößerte Hämorrhoidalpolster im Enddarmbereich, mit beseitigt wird, kann der Patient mit einer Linderung seiner Symptome rechnen." Eben diese Symptome sind es aber, die die meisten Betroffenen zu einer Therapie bewegen. Wer sich dauerhaft vom Hämorrhoidalleiden befreien will, sollte mit seinem Arzt über andere oder zusätzliche Behandlungsmethoden sprechen.










