Problem Übergewicht
Wer zu dick ist, entwickelt eher Hämorrhoiden
Frauen haben naturgemäß ein weicheres Bindegewebe als Männer. Das ist gut so, denn nur so kann sich der Körper der Frau an eine Schwangerschaft und die folgende Geburt anpassen. Doch bringt das elastischere Bindegewebe nicht nur Vorteile mit sich: auch die Neigung zu Krampfadern und Hämorrhoiden ist eine Folge weichen Bindegewebes.
Vor allem übergewichtige Frauen sollten sich bewusst sein, dass ihr Körperfülle einen großen Druck auf den Beckenboden ausübt. "Übergewicht steht in direktem Zusammenhang mit der Entstehung von Hämorrhoiden", warnt auch der Facharzt Dr. Bernhard Lenhard, Pressesprecher des Berufsverbands Deutscher Coloproktologen.
Auch Männer, die zuviel Gewicht auf die Waage bringen, gehören zu der Gruppe der Hämorrhoiden-Gefährdeten. Ihr Bindegewebe ist zwar stabiler als das der Frauen. Der Druck, den das so genannte intraabdominale Fett, also die Fettpolster im Inneren der Bauchhöhle, auf den Beckenboden ausübt, kann jedoch auch beim Mann zu vergrößerten Hämorrhoidalpolstern und somit zu dem unangenehmen Hämorrhoidenleiden führen.
Normalgewichtige leiden weitaus seltener an den lästigen Symptomen
Bislang gibt es keine Untersuchungen darüber, ab welchem Body-Mass-Index (Maß zur Einteilung des Körpergewichts in Unter-, Normal- und Übergewicht) die Gefahr der Hämorrhoidenbildung ansteigt. Sicher ist aber, dass Normalgewichtige weitaus seltener von den lästigen Symptomen wie Juckreiz und wunder Haut im Analbereich geplagt werden. "Durch das Übergewicht wird der gesamte Halteapparat mit seinen Bändern und dem Bindegewebe und eben nicht nur die Knochen und Gelenke überlastet", erklärt Dr. Lenhard.
Eingeschränkte Beweglichkeit erschwert Hygiene
Bei extrem Übergewichtigen ist zudem die Beweglichkeit eingeschränkt, was die notwendige Hygiene im Analbereich im Falle eines Hämorrhoidenleidens erschweren kann. Auch wenn es schwerfällt: Gewichtsreduktion ist eine der wichtigsten Maßnahmen, wenn es um die Verhütung und Behandlung von Hämorrhoiden geht. "Die Umstellung auf eine gesunde, Ballaststoff reiche Ernährung hilft dabei", rät Dr. Bernhard Lenhard. Zudem wirken sich die Ballaststoffe positiv auf den Stuhlgang aus, der Toilettenbesuch fällt leichter, langes, belastendes Pressen wird vermieden.
In schweren Fällen hilft nur eine Operation
In schweren Fällen kann nur eine Operation von den Beschwerden befreien, die durch die vergrößerten Hämorrhoidalpolster entstehen. Und für jede Operation ist Übergewicht ein unnötiges Risiko! Das Narkosemittel "versickert" förmlich im Fett, der übergewichtige Patient muss darum eine höhere Narkosedosis erhalten, Herz und Kreislauf werden mehr als nötig belastet, die Aufwachphase ist bei Übergewichtigen deutlich länger als bei Patienten mit Normalgewicht.
Schlank ist also nicht nur schick, es ist auch gesünder als die Rubensfigur. Nicht nur in Bezug auf die Hämorrhoiden. Auch viele andere Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Verschleißerscheinungen der Gelenke können durch eine Ernährungsumstellung und ein wenig Sport verhindert werden.







