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Darmspiegelung?

Hämorrhoiden: Enddarmspiegelung unumgänglich

Viele Patienten machen die Erfahrung, dass die Untersuchung weniger unangenehm ist, als sie zunächst dachten. Das vorsichtige Abtasten der Analregion und die Spiegelung des Mastdarms zählen zu den Standarduntersuchungen bei Hämorrhoiden. Beides sind Routineverfahren, die meist keine Schmerzen verursachen.

Für die Untersuchung der Analregion wird der Patient meist in die Steinschnittlage gebracht, die auch Frauenärzte für die Untersuchung ihrer Patientinnen benutzen. Dabei liegt der Patient auf dem Rücken, die Beine liegen gespreizt auf zwei Beinhalterungen. Die Genitalregion wird mit Tüchern abgedeckt, so dass nur der Blick auf die Analregion frei bleibt.

Schon die Tastuntersuchung ist aufschlussreich

Der Arzt trägt Untersuchungshandschuhe und bestreicht den Tast-Finger mit Vaseline oder Gleitgel. Vorsichtig inspiziert er die Afterregion und den Analkanal. Dabei achtet er besonders auf Verletzungen, Knoten oder Geschwülste und Einengungen der Darmlichtung. Bei Männern kann er durch die Darmwand die Vorsteherdrüse ertasten und deren Größe und Beschaffenheit beurteilen. Natürlich lassen sich am behandschuhten Finger zudem Blut- und Schleimspuren gut erkennen.

Proktoskopie ohne Schmerzmittel möglich

Prinzipiell werden alle Patienten mit Beschwerden im Enddarm außerdem "gespiegelt" - das heißt, der Enddarm wird mit dem Proktoskop genau untersucht. Der Arzt achtet auch hier besonders auf Blutungsquellen, Geschwülste, Entzündungen oder Verletzungen im Enddarmbereich.

Das Proktoskop ist ein zirka zwölf Zentimeter langes, im Durchmesser zwei bis drei Zentimeter rundes, hohles Rohr. Es ist mit einer Lichtquelle ausgestattet, so dass der Darm während der Untersuchung gut ausgeleuchtet ist. Der Arzt blickt direkt durch das Proktoskop in den Enddarm. Damit der Arzt auch wirklich gut sehen kann, muss der Darm sauber sein. Der Patient kann deshalb eine halbe Stunde vor der Untersuchung eine Art Mini-Darmspülung (Einmalklysma) bekommen.

Das Proktoskop wird - je nach Größe des Patienten - zirka zehn bis zwölf Zentimeter weit eingeführt. Die Untersuchung ist meist nicht - oder nur wenig - schmerzhaft. Deshalb benötigt der Patient auch keine Schmerzmittel. Falls notwendig, kann der Arzt auch kleine Gewebeproben entnehmen, was normalerweise ebenfalls keine Schmerzen verursacht.

Die von vielen Patienten gefürchtete Spiegelung des höheren Mastdarmabschnitts und des Dickdarms (Gesamtdarmspiegelung) mit einem etwa zwei Meter langem Schlauch ist selten notwendig. Der Arzt nimmt sie nur vor, wenn die Blutungen nicht eindeutig auf Hämorrhoiden zurückzuführen sind oder zusätzliche Krankheitszeichen wie eine ungewollte Gewichtsabnahme hinzukommen.


Autor: BSMO Redaktion
Stand: 15-08-2002



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