Analer Juckreiz
Was juckt denn da?
Wenn der After juckt, kann das von einem Hämorrhoidenleiden rühren - oder vielen anderen Dingen. Bei Kindern kommen oft Madenwürmer in Betracht.
Teufelskreis aus Jucken und Kratzen
Manche Menschen leiden an einer ganz besonderen Einschlafstörung. Wenn sie sich zur Nacht gebettet haben, geht es los: Ihr After beginnt zu jucken. Das nervt so, dass die wenigsten an sich halten können. Sie kratzen, um sich Erleichterung zu verschaffen - und erreichen damit das genaue Gegenteil. Denn Kratzen verursacht kleine Wunden, die sich entzünden können. Beim Abheilen verstärkt sich dann der Juckreiz sogar und nötigt erneut zum Kratzen. So entsteht ein Teufelskreis aus Jucken und Kratzen, der den Zustand der Haut immer weiter verschlimmert oft bis hin zum Ekzem. Hautveränderungen sind einer der häufigsten Gründe für analen Juckreiz, den Mediziner "analer Pruritus" nennen.
Am Anfang steht oft Feuchtigkeit
Zu Irritationen der Analhaut kommt es häufig durch Feuchtigkeit. Die kann durch Schwitzen oder breiigen Stuhl, aber auch durch vergrößerte Hämorrhoiden entstehen, die nässen. Bisweilen führen Fisteln oder entzündliche Darmerkrankungen zum Juckreiz, wenn Sekret austritt und die Haut in Mitleidenschaft zieht. Ferner können scharfe Gewürze und Alkohol Durchfall bewirken und so die Afterzone reizen. Aber auch Hauterkrankungen sind oft Auslöser für analen Juckreiz. Fachärzte beobachten, dass einige Speisen und Getränke Afterjucken verschlimmern können. Dazu gehören Bier, Milch, Zitrussäfte und koffeinhaltige Getränke sowie Schokolade, Tomaten und Nüsse, berichten die Koloproktologen der Kliniken St. Antonius in Wuppertal.
Kinder sind anfällig für Würmer
Gerade bei Kindern raten Experten nach Madenwürmern zu fahnden, wenn sie über Jucken am Po klagen. Das ist nicht schwer. In der Regel winden sich die weißlichen, winzigen Parasiten nämlich nach dem Toilettengang auf dem Stuhl. Die Ansteckung mit den Würmern erfolgt, indem ihre Eier durch den Mund aufgenommen werden. Im Magen schlüpfen die Larven und wandern zum Darm, wo sich die Würmer entwickeln. Die Wurmweibchen bewegen sich nachts zum After, wo sie an der Haut ihre Eier ablegen. Diese sorgen dann für das Jucken. Das klingt schlimmer, als es ist. Um Madenwürmer abzutöten, reicht es, zwei Mal ein Wurmmittel zu nehmen. Um sich nicht erneut zu infizieren, ist Sauberkeit erste Pflicht: Häufig die Hände waschen. Ferner Unter- und Bettwäsche täglich wechseln und kochen oder mit Desinfektionsmittel waschen.
Übertriebene Hygiene hält Jucken in Schach
Viele Menschen regieren mit besonders sorgfältiger Hygiene auf anales Jucken und tun sich damit keinen Gefallen. Starkes Reiben setzt der malträtierten Haut zusätzlich zu, ebenso wie Seifen, Deos und Feuchttücher. Duft- und Farbstoffe können sogar Allergien auslösen. Ein Sauberkeitswahn macht so aus einem lästigen Jucken schnell ein böses Ekzem. Stuhlreste sollten zwar sorgfältig, aber sanft entfernt werden. Die Hautärztin Dr. Gisela Hubbes empfiehlt, den Po nach dem Stuhlgang am besten mit klarem Wasser zu reinigen und dann mit weichem Toilettenpapier zu trocknen oder zu föhnen.
Analen Juckreiz vom Facharzt abklären lassen
Ist eine Hautschädigung für das Afterjucken verantwortlich, kann ein Betroffener zunächst versuchen, es mit Sitzbädern und einer zinkhaltiger Creme in den Griff zu bekommen. Tritt jedoch nach 1-2 Wochen keine Besserung ein, besteht die Gefahr, dass ein Ekzem chronisch wird, sagt Dr. Bernhard Lenhard. Der Facharzt rät, sich an einen ausgewiesenen Koloproktologen zu wenden, der dermatologische Kenntnisse besitzt. Bei andauerndem analen Juckreiz sollte der Patient auf jeden Fall einen solchen Facharzt aufsuchen, damit der die Ursache ermitteln und eine passende Therapie einleiten kann.







