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Glossar und FAQ

Sieben Fragen zu Hämorrhoiden

Viele Menschen leiden unter vergrößerten Hämorrhoiden. Etwa 70% der über 30-Jährigen haben welche, aber nicht immer treten Beschwerden auf. Die Unkenntnis ist allerdings auch bei Betroffenen groß. Hämorrhoiden werden z.B. häufig mit Marisken oder Analthrombosen verwechselt. Auch wissen nur wenige, wie sie sich selbst helfen können und wann sie sofort zum Arzt müssen. Wir sagen es Ihnen.

1. Wozu sind Hämorrhoiden eigentlich gut?

Hämorrhoiden sind nichts Krankhaftes - sondern sehr wichtig. Zusammen mit den Schließmuskeln des Afters dichten sie den Darm nach außen ab. Sie bilden in der Schleimhaut des unteren Enddarms ein dichtes Gefäßpolster, das an- und abschwellen kann. Muss jemand zur Toilette, fließt das Blut aus den Hämorrhoiden ab, und der Stuhl kann passieren. Probleme machen Hämorrhoiden erst, wenn sich das Blut in den Gefäßpolstern staut und zu langsam abläuft. Es entstehen die typischen Knötchen auf der Schleimhaut.

2. Woran erkennt man erweiterte Hämorrhoiden?

Typisch ist hellrotes Blut beim Stuhlgang. Weitere Symptome sind Brennen, Nässen, schleimige Ausscheidung, Stuhlschmieren. Im fortgeschrittenen Stadium werden die Hämorrhoiden meist nach dem Stuhlgang äußerlich sichtbar.

3. Wie lassen sich Hämorrhoiden von Marisken unterscheiden?

Marisken sind Hautläppchen am After, keine Gefäßknoten wie Hämorrhoiden. Sie werden oft mit Hämorrhoiden verwechselt. Doch im Gegensatz zu eigentlichen Hämorrhoiden nässen und bluten sie auch nicht. Analfalten sind nicht krankhaft, eine Entfernung daher unnötig. Nur wenn sehr ausgeprägte Marisken es unmöglich machen, den Anus sauber zu halten, sollte eine Operation erwogen werden.

4. Wann handelt es sich um eine Analthrombose und nicht um thrombosierte Hämorrhoiden?

Eine Analvenenthrombose tritt plötzlich auf und liegt meist direkt am After. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu thrombosierten Hämorrhoiden. Es handelt sich dabei um ein Blutgerinnsel, verursacht durch starkes Pressen auf der Toilette, Schwangerschaft, Gewichtheben, langes Fahrradfahren oder ständiges Sitzen. So lange Analvenenthrombosen nicht schmerzen, müssen sie nicht operiert werden.

5. Wie können Schwangere Hämorrhoiden vermeiden?

Durch Schwangerschaften können Frauen langfristig ein Hämorrhoidalleiden entwickeln. Durch die hormonelle Umstellung und die Gewichtszunahme ist ihr Bindegewebe stark belastet. Häufig gesellt sich außerdem Verstopfung hinzu. Um vergrößerten Hämorrhoiden vorzubeugen, sollten Schwangere auf eine ballaststoffreiche Ernährung achten und reichlich trinken - 2-3 Liter Wasser oder Kräutertee am Tag. Wer sich regelmäßig bewegt, unterstützt die Arbeit des Darms. Empfehlenswert sind z.B. Schwimmen und Beckenbodentraining.

6. Kann man Hämorrhoiden selbst behandeln?

Behandeln nicht, aber die Beschwerden lassen sich lindern. Salben und Zäpfchen aus der Apotheke können den Juckreiz und das Brennen mildern. Weiterhin hilft es, den Po nach jedem Stuhlgang sorgfältig mit lauwarmem Wasser zu reinigen und Sitzbäder mit Kamille oder Salbei zu nehmen. Um den Stuhl weich zu halten, können milde Abführmittel sinnvoll sein. Dazu z. B. täglich 1 Esslöffel Leinsamen mit 0,5 Liter Mineralwasser einnehmen. Das beugt Pressen und Schmerzen vor. Beim Sitzen bringt ein aufblasbarer Kinderschwimmring Erleichterung.

7. Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn sich die Beschwerden nicht bessern, spätestens aber nach vier Wochen. Bei Blutungen, Schleimabsonderung und Unregelmäßigkeiten im Stuhlgang sollte man sofort zum Arzt gehen, um schwere Erkrankungen wie Krebs auszuschließen. (mj)

BSMO, 12.10.2005

Quellen: Gespräch mit Dr. Elisabeth Hackenberg, Gastroenterologin und LIFELINE-Expertin sowie nach Informationen des Berufsverbandes der Coloproktologen


Autor: BSMO Redaktion
Stand: 11-10-2005



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