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Glossar: Fachbegriffe rund um Hämorrhoiden
Von Analfissur bis Sphinkter - das Glossar erklärt die wichtigsten medizinischen Fachbegriffe rund um Hämorrhoiden und den Analbereich.
A
- Analfissur (Fissura ani)
Riss im Anoderm, der sich entzündet hat. Bei einer Analfissur treten während und nach der Stuhlentleerung heftige Schmerzen auf, die über Stunden anhalten können. - Analfistel (Fistula ani)
Eine Fistel ist ein vereiterter Gang zwischen zwei Organen oder dem Entzündungsherd und der Außenhaut, meist schmerzhaft.
Innere Analfistel: vom Anus ausgehend, endet in anderen Teilen des Darmes oder in anderen Organen. Äußere Analfistel: vom Anus ausgehend, mündet in der Oberhaut. - Analtampon
Zäpfchen (z.B. Hämotamp), in das ein Mullstreifen eingearbeitet worden ist. Diese Galenik ermöglicht eine lokal begrenzte Wirkung, da das Zäpfchen den Mastdarm nicht weiter hinauf wandern kann und der Wirkstoff daher nicht über die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf abgegeben werden kann. - Analthrombose
Harmlose Blutgerinnsel am Afterrand, die meist spontan auftreten und sich von selbst nach bis zu zwei Wochen zurückbilden. Als Ursachen kommen starkes Pressen beim Toilettengang, langes Sitzen auf kalter Unterlage oder abnormaler Stuhlgang etwa nach einer Entbindung, als Folge starken Alkoholkonsums oder dem Verzehr scharfer Speisen in Frage. Häufig fälschlicherweise als "äußere Hämorrhoiden" bezeichnet. Symptom: Bläulich Knoten am Afterrand, die sehr schmerzhaft sein können. Reißen die Knoten ein, kann es zu Blutungen kommen. - Anoderm
Haut, die den Analkanal (Zona cutanea) auskleidet und diesehr schmerzempfindlich ist. Reißt das Anoderm ein und entzündet sich diese Stelle, spricht man von einer Analfissur. Hämorrhoiden begünstigen eine Analfissur, da sie den Zustrom und die Abfuhr von Blut in dieser Region stören und Risse in der Schleimhaut schlechter ausheilen können.
B
- Ballaststoffe
Pflanzliche Nahrungsbestandteile aus speziellen Kohlenhydraten, die für den Menschen unverdaulich sind. Ballaststoffe erfüllen gleich mehrere Funktionen: Sie vergrößern das Stuhlvolumen und regen dadurch die Darmtätigkeit an und sie fördern das Kauen der Nahrung und tragen so zur Erhaltung der Zahngesundheit bei. Die empfohlene Tagesdosis beträgt für Erwachsene 30 g. Ballaststoffe sind für einen gesunden Darm essentiell und können dazu beitragen, Hämorrhoiden vorzubeugen.
D
- Darmspiegelung
Meist schmerzfreie Untersuchung des Darms mit Hilfe eines Proktos- (Mastdarmspiegelung) oder Koloskops (Dickdarmspiegelung). Die Untersuchungsgeräte werden durch den After in den Darm eingeführt und ermöglichen einen Einblick in das Darminnere.
F
- Feigwarze (Kondylome)
Grau-gelbe Warzen, die durch das Human Papilloma Virus (HPV) verursacht werden. Die Erkrankung ist durch Geschlechtsverkehr oder die Benutzung eines Handtuchs mit infizierten Personen übertragbar. Feigwarzen machen sich durch Brennen und Nässen bemerkbar und werden oft mit Hämorrhoiden verwechselt. Die Behandlung bei außen gelegenen Kondylomen über mehrere Wochen mit Tinkturen ; sitzen die Feigwarzen im Enddarm, werden sie oft im Zuge einer kleinen Operation entfernt. In seltenen Fällen können sie zu Tumoren am Anus oder an den Genitalien heranwachsen. - Fissur
Einriss der Schleimhaut (siehe auch Analfissur).
G
- Gummiband-/Gummiring-Ligatur
Abbinden der Hämorrhoiden mittels eines Gummibandes oder -rings. Die Blutzufuhr in die vergrößerten Hämorrhoiden wird dadurch gestoppt, das überdehnte Gewebe stirbt ab und wird nach etwa drei bis fünf Tagen mit dem Stuhl ausgeschieden. Meist schmerzfreier und komplikationsloser Eingriff bei Hämorrhoiden 2. oder seltener 3. Grades. Die Operationstechnik wird auch Gummibandligatur nach Barron genannt.
L
- Longo
Die Longo-Methode ist eine spezielle Operationsform zur Entfernung von Hämorrhoiden. Diese Operationsmethode wird auch anales Lifting genannt. Bei dem Eingriff wird die vorgefallene Hämorrhoidalzone (Prolaps) teilweise wieder nach oben gezogen und innerhalb des Darmes befestigt, Teile des Prolaps werden auch entfernt. Die Longo-Methode verursacht relativ wenig Schmerzen. Sie kann nur dann angewandt werden, wenn der Afterkanal noch nicht dauerhaft nach außen getreten ist.
M
- Marisken
Hautfalten um den After. Sie können ein Hinweis auf das Vorkommen von krankhaft veränderten Hämorrhoiden sein, aber auch als Folge einer Geburt oder nach Analthrombosen zurückbleiben. Manchmal kommt es zu Verwechslungen mit Hämorrhoiden. Unterscheidungsmerkmal: Bei Bauchpressen schwellen Marisken nicht an. - Milligan-Morgan
Schonende Operationsmethode zum Entfernen einzelner Hämorrhoiden. Der Operateur zieht bei dieser Methode den betroffenen Gefäßknoten vor, umsticht und entfernt ihn. Das Wundgebiet wird nicht verschlossen, damit das Sekret abfließen und die Wunde gut ausheilen kann. In manchen Fällen kann der Eingriff ambulant in einer Arztpraxis ausgeführt werden und bedarf keines Krankenhausaufenthaltes.
P
- Periduralanästhesie
Begrenzte Betäubung durch Injektion eines Narkosemittels in die Nähe des Rückenmarks. Betäubt werden nur die Bereiche, die von dem jeweiligen Abschnitt des Rückenmarks versorgt werden. - Proktologe
Facharzt für Proktologie, der Lehre von den Erkrankungen des Enddarms. Er ist unter anderem Spezialist für Hämorrhoidalleiden. - Proktologie
Lehre von den Erkrankungen des Enddarms. - Proktoskop
Untersuchungsgerät zur Betrachtung des Enddarms. Ein Proktoskop ist ein starres Rohr, das in den After eingeführt wird. Es ist mit einer Lichtquelle und einem optischem System ausgestattet und kommt u.a. zum Einsatz, wenn der Verdacht auf Hämorrhoiden besteht. - Prolaps
Vorstehen (Vorfall) eines inneren Organs aus einer Körperöffnung. Prolaps bei einem Hämorrhoidalleiden bedeutet, dass die Hämorrhoiden aus dem After ausgetreten sind und sich nach außen wölben. Dies ist bei Hämorrhoiden dritten oder vierten Grades der Fall.
R
- Rektoskop
Starres Rohr zur Untersuchung des Mastdarms. Es wird über den After eingeführt.
S
- Schließmuskel (Sphinkter)
Ringförmiger Muskel, der ein Hohlorgan in angespanntem Zustand vollständig abdichtet. Der Schließmuskel am After verhindert den Austritt von Kot. - Sklerosierung/ Sklerotherapie
Verschließen von Gefäßen durch Verödung. Ein Sklerosierung kann z.B. durch das Einspritzen gefäßverengender Substanzen in den gewünschten Bereich eingeleitet werden. Die Sklerotherapie wird vor allem bei Hämorrhoiden zweiten Grades angewandt. Meist kommt es nach einer beschwerdefreien Zeit jedoch erneut zum Auftreten von Hämorrhoiden. Die Sklerosierung ist im Allgemeinen ein schmerzloser Eingriff, der sich ambulant durchführen lässt. - Sphinkter
Siehe Schließmuskel









