Die Kraft der Natur nutzen

Hausmittel und natürliche Helfer gegen Hämorrhoiden

Der behandelnde Arzt weiß am besten, was gegen Hämorrhoiden hilft. Doch man kann die Linderung der Beschwerden mit eigenen Mitteln unterstützen. Welche Hausmittel und Heilkräuter wie wirken.

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Badezusätze aus Eichenrinde sind ein bewährtes Naturheilmittel bei Hämorrhoiden.
Getty Images/iStockphoto

Eine Vergrößerung der Hämorrhoidenknoten, die die Ursache des Juckens, Brennens und Nässens ist, ist durch naturheilkundliche Methoden und Hausmittel nicht rückgängig zu machen. Um die Gewebeknoten am Afterausgang zu verkleinern beziehungsweise zu beseitigen, sind Enddarmspezialisten gefragt. Man kann die Behandlung aber mit Hausmitteln, Heilpflanzen und Co. unterstützen.

Welche Heilpflanzen bei Hämorrhoiden helfen können

Auch gegen Hämorrhoidalleiden hat die Natur einige Kräuter wachsen lassen. Sie sollen die Symptome vergrößerter Hämorrhoiden bessern, nämlich die Entzündung hemmen, den Juckreiz stillen und die krankhaft erweiterten Blutgefäßpolster, die Teil des Schließmechanismus des Afters sind, etwas zusammenziehen.

Heilkräuter gegen Hämorrhoidenleiden

Kamille

Sie gilt als besonders vielseitige Heilpflanze, fördert die Wundheilung und hemmt Entzündungen. Besonders wohltuend ist ein Kamillensitzbad bei Hämorrhoidenleiden: Geben Sie in ein hitzebeständiges Gefäß zwei Handvoll getrocknete Kamillenblüten (Apotheke) und übergießen Sie diese mit zwei Liter kochendem Wasser. Lassen Sie das Ganze 30 Minuten ziehen, seihen Sie dann ab und geben Sie den Sud in die mit handwarmem Wasser nur zu einem Viertel gefüllte Badewanne. Nehmen Sie darin ein Sitzbad und bleiben Sie etwa zehn Minuten in der Wanne.

Hamamelis

Extrakte vom virginischen Zauberstrauch (Hamamelis virginiana L.) haben sich bei der Behandlung von Hämorrhoiden seit langem bewährt. Hamamelis verfügt über einige wirkungsvolle Inhaltsstoffe, die nicht nur die Wundheilung fördern, Juckreiz lindern und Entzündungen hemmen, sondern ihre Gerbstoffe wirken auch zusammenziehend (adstringierend) – eine ideale Kombination zur Behandlung von entzündlich veränderten, vergrößerten Hämorrhoiden. Deshalb enthalten Zäpfchen und Salben gegen Hämorrhoidenleiden häufig Hamamelis. Bei empfindlichen Personen sind allergische Reaktionen nicht auszuschließen.

Eichenrinde

Die Inhaltsstoffe der Rinde von Stieleiche (Quercus robur) und Taubeneiche (Quercus petraea) wirken leicht adstringierend und stillen den Juckreiz. Sitzbäder mit Eichenrindenextrakt (Apotheke) sind deshalb bei Hämorrhoiden sinnvoll.

Schafgarbe

Diese Heilpflanze verfügt über Biosubstanzen, die sich gegen Juckreiz und Blutungsneigung bewährt haben. Getrocknete Schafgarbe (Apotheke) lässt sich als Sitzbad wie Kamille oder Eichenrinde anwenden oder für Waschungen.

Salben, Zäpfchen, OP: So werden Sie Hämorrhoiden los

Lifeline/Wochit

Homöopathie bei Hämorrhoiden

Bei akuten Hämorrhoiden-Beschwerden greifen auch Homöopathen gerne auf Hamamelis zurück. Bei stark juckenden und schmerzhaften Hämorrhoiden verwenden homöopathische Ärzte und Heilpraktiker aber auch Nux vomica, die Brechnuss. Ist die Haut am After rot und entzündet, kann Sulfur (sublimierter Schwefel) zum Einsatz kommen. Sowohl die Brechnuss als auch Sulfur liegen in Form von Globuli vor. Das sind Kügelchen aus Rohrzucker, die als Transporter für die Wirkstoffe dienen.

Hausmittel mit Nebenwirkungen

Naturfans sollten allerdings nicht leichtfertig zu Heilpflanzen greifen, warnen Heilpraktiker. Denn die Gewächse können Nebenwirkungen haben. Beispielsweise regen Aloe-Vera-Produkte die Darmtätigkeit an und wirken auf Dauer abführend. Das ist bei nässenden Hämorrhoiden und einem wunden Afterausgang jedoch nicht wünschenswert, da Durchfall die Hautprobleme verschärfen würde.

Hydrotherapie – Wasser marsch

Wenn durch vergrößerte Hämorrhoiden ein nässendes Analekzem entstanden ist, raten Heilpraktiker, übrigens ebenso wie schulmedizinisch orientierte Enddarmspezialisten, zu Sitzbädern mit Eichenrinde. Denn die Gerbstoffe der Eichenrinde wirken zusammenziehend und austrocknend. Auch Sitzbäder mit Kamille können bei einem Analekzem Linderung schaffen, da die Pflanze Entzündungen hemmt und die Haut beruhigt. Doch Vorsicht: Manche Menschen reagieren allergisch auf Kamille. Heilpraktiker empfehlen außerdem kurze kalte Sitzbäder gegen Hämorrhoidalleiden. Sie sollen Schwellungen abklingen lassen und das Gewebe festigen. Nach Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897), einem bekannten Vertreter der Hydrotherapie, sollte das Wasser nicht wärmer als 18 Grad Celsius sein und ein Sitzbad bloß 8-15 Sekunden dauern.

Einmal täglich Wechselduschen des Afters

Wechselduschen haben sich bei Venenleiden wie Krampfadern bewährt, weil sie die Blutgefäße trainieren. Durch den Wechsel von warmem und kaltem Wasser weiten sie sich und ziehen sich sodann wieder zusammen. Das kann sich auch bei Hämorrhoiden günstig auswirken: Dafür sollte man den After einmal täglich abwechselnd warm und kalt abbrausen.

Um den Blutkreislauf dabei optimal in Schwung zu bringen, sollte man die Anwendung immer mit kaltem Wasser abschließen, empfiehlt Norbert Smetak, Vorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK).

Ernährungstherapie – Ballaststoffe für eine gute Verdauung

Vielen Menschen ist es nicht bewusst, aber auch die Ernährungstherapie gehört ins Repertoire von Naturheilkundlern. Um Hämorrhoidenbeschwerden zu bessern, ist eine ballaststoffreiche Ernährung das A und O. Denn die Ballaststoffe sorgen für einen weichen Stuhl und beugen so Brennen, Schmerzen und Blutungen beim Stuhlgang vor. Neben Vollkornprodukten sollten Obst und Rohkost auf dem Speiseplan stehen. Um Verstopfungen zu vermeiden, ist außerdem ausreichendes Trinken ganz wichtig. Hämorrhoidengeplagte sollten täglich etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen.

Die richtige Ernährung bei Hämorrhoiden

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Autor:
Letzte Aktualisierung: 05. Januar 2017
Durch: sist
Quellen: Elvira Bierbach, Naturheilpraxis heute, Urban & Fischer; Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte; Natur & Heilen 05/08; Internisten im Netz; Harald Besser, Facharzt für Dermatologie und Venerologie: drbesser.de

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