Medikamente gegen Hämorrhoiden

Salben und Zäpfchen können vergrößerte Hämorrhoiden zwar nicht zum Verschwinden bringen. Sie richten jedoch einiges gegen die lästigen Beschwerden wie Juckreiz, Brennen und Nässen aus: Medikamente gegen Hämorrhoiden helfen der Haut im und außerhalb des Analkanals beim Heilen. Zäpfchen, Analtampon oder Salbe: Welche Mittel sich wann zur Behandlung eignen.

Salbe Creme gegen Hämorrhoiden
Hämorrhoiden selbst lassen sich mit Salben, Zäpfchen und Analtampons nicht beseitigen, wohl aber ihre unangenehmen Begleiterscheinungen.
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Wenn es am After juckt und brennt, greifen die meisten Menschen erst mal zu einer Hautcreme oder Wundsalbe. Doch die bringt selten den gewünschten Erfolg – im Gegenteil: Sie bergen oft ein hohes Allergierisiko und machen Analekzeme dann nur noch schlimmer.

Zielgerichtet wirken dagegen spezielle Hämorrhoiden-Medikamente wie Salben aus der Apotheke. Was können diese Präparate besser? "Ein Vorteil ist ihre Konsistenz", sagt Lifeline-Expertin Dr. Elisabeth Hackenberg. "Eine Salbe gegen Analerkrankungen darf nicht zu wässrig sein, dann ist sie gleich in der Wäsche. Sie darf aber auch nicht so fest sein wie etwa Penatencreme. Sonst bröckelt sie ab und zieht nicht ein."

Salben, Zäpfchen, OP: So werden Sie Hämorrhoiden los

Lifeline/Wochit

Spezialsalben gegen Hämorrhoidalleiden werden bei Ekzemen am After eingesetzt. Ein Analekzem kommt sehr häufig bei vergrößerten Hämorrhoiden vor, da diese den After leicht undicht machen, Absonderungen aus dem Darm nach außen dringen und Entzündungsreaktionen hervorrufen. Das setzt der empfindlichen Po-Haut ordentlich zu.

Medikamente wie Salben und Zäpfchen mindern nur die Symptome

Die Bezeichnung "Hämorrhoidenmittel" suggeriert vielleicht zunächst, die Präparate könnten ein Hämorrhoidalleiden beseitigen. "Aber sie bewirken niemals eine Verkleinerung eines bereits vergrößerten Hämorrhoidalgewebes", erklärt Dr. Bernhard Lenhard, Pressesprecher des Berufsverbandes der Coloproktologen. Um dies deutlich zu machen, schlagen Fachärzte vor, von Proktologika zu sprechen. "Die Domäne von Proktologika ist, entzündliche Hautveränderungen am und im After zu beseitigen. Sie bekämpfen somit die Symptome von Hämorrhoidalleiden, ändern aber nichts an deren Ursache."

Hautheilung durch örtliche Betäubung und Entzündungshemmer

Hämorrhoiden-Medikamente gibt es mit unterschiedlichen Wirkprinzipien. "Bei sehr schmerzhaften Analerkrankungen, wie Fissuren (Einrisse), ist es sinnvoll, Lokalanästhetika einzusetzen", sagt Lenhard. Diese wirken betäubend und helfen der Haut im Afterkanal und außen zu heilen. Ein Nachteil sei, dass manche Menschen auf diese Mittel und zugesetzte anti-entzündliche Substanzen allergisch reagieren. Hier müssten Arzt und Patient Nutzen und Risiken abwägen. In schwierigen Fälle seien kortisonhaltige Salben als Entzündungshemmer angebracht, sagt der Proktologe.

Heilkräuter gegen Hämorrhoidenleiden

Andere Produkte enthalten biologische Substanzen wie Bakterienstoffwechselprodukte, um die Vermehrung von Abwehrzellen zusätzlich anzukurbeln, die lokale Immunabwehr zu mobilisieren und so eine beschleunigte Wundheilung herbei zu führen. Ein Pluspunkt entzündungshemmender Wirkstoffe sei, dass sie auch die Durchblutung ein wenig drosseln, berichtet Hackenberg. "So schwillt das Gewebe ab, und das Druckgefühl geht zurück."

Zäpfchen flutschen an den Hämorrhoiden vorbei

Auch Zäpfchen versprechen Linderung der Beschwerden durch Hämorrhoiden. Allerdings sollte man auf die korrekte Anwendung achten: Wenn man Erkrankungen der Afterregion mit Zäpfchen therapieren will, müssen sie so eingeführt werden, dass sie mit der Fingerkuppe noch ertastbar sind. Rutschen sie beim Einführen zu weit in die sogenannte Rektumampulle, befinden sie sich nicht mehr am richtigen Wirkungsort. Bleiben sie dagegen direkt am After, haben sie länger Kontakt mit den Hämorrhoiden. Sicherer sind Haemotamps oder Analtampons: Sie kommen dort zum Liegen, wo die Wirkstoffe gebraucht werden, nämlich etwa zwei Zentimeter hinter der Afteröffnung.

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Autor:
Letzte Aktualisierung: 01. Juni 2017
Durch: sist
Quellen: Nach Informationen von Dr. Bernhard Lenhard, Pressesprecher des Berufsverbandes der Coloproktologen und Dr. Elisabeth Hackenberg, Gastroenterologin und LIFELINE-Expertin

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