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Zur schnelleren Wundheilung

Hamamelis – Zaubernuss gegen Hämorrhoiden

Hamamelis heißt zu Deutsch "Zaubernuss" – und tatsächlich scheint sie ein wenig zaubern zu können: Kleine Wunden, Hautrisse und Entzündungen heilen schneller. Hamamelis gilt als eines der wirksamsten pflanzlichen Hausmittel bei Hautproblemen und hilft als Salbe oder Sitzbad bei Hämorrhoiden, Ekzemen und Fissuren im Analbereich.

Hamamelis
Hamamelis – die Zaubernuss – lässt Wunden "wie von Zauberhand" verschwinden. Sie ist ein beliebter Wirkstoff gegen vergrößerte Hämorrhoiden wie auch Fissuren und Ekzeme im Analbereich.
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Hamamelis virginiana, die Virginische Zaubernuss, kommt ursprünglich aus Nordamerika. Die Cherokee-Indianer schätzten sie für ihre entzündungshemmende und juckreizstillende Wirkung und behandelten mit Abkochungen der Hamamelisrinde Tumore, Entzündungen im Augenbereich, starke Menstruationsblutungen und Hämorrhoiden.

Von den europäischen Siedlern wurde die schamanische Heilkunst zunächst belächelt. Erst nach und nach erkannte man die Wirkung vieler amerikanischer Heilpflanzen, und das uralte Wissen der Indianer fand seinen Weg in die europäische Medizin und Kräuterheilkunde.

Heilpflanzen gegen Hämorrhoidenleiden

Heute wird Hamamelis weltweit in zahlreichen Arzneimitteln und pflanzlichen Therapeutika verwendet, unter anderem als Wund- und Heilsalbe und adstringierendes Gesichtswasser. Insbesondere eignet sich die Zaubernuss durch ihre zusammenziehende, entzündungshemmende und heilende Wirkung bei der Behandlung von entzündlichen Hautbeschwerden wie Analfissuren, Analekzemen und vergrößerten Hämorrhoiden.

Die Zaubernuss als Heilpflanze und Zierstrauch

Die Virginische Zaubernuss gehört botanisch zu den Hamamelidaceae, den Zaubernussgewächsen. Sie sieht ein wenig aus wie die bei uns heimische Haselnuss und ist ihr auch in der Wirkung ähnlich. So werden die gegabelten Zweige der Zaubernuss ebenfalls als Wünschelrute zum Aufspüren von Wasseradern verwendet. Weltweit gibt es nur fünf Hamamelisarten – drei sind in Nordamerika heimisch und zwei in Asien. Als Zierpflanze findet man in deutschen Gärten häufig die frühblühende, asiatische Sorte Hamamelis mollis, doch nur die nordamerikanische Hamamelis virginiana besitzt Heilwirkung. Die Hamamelis ist robust und unempfindlich. Der winterharte Strauch wächst langsam, gedeiht aber auch in unseren Breiten gut. Das Besondere an der Hamamelis: die Früchte bilden sich bereits vor den Blüten, die dann im Spätsommer und Herbst erscheinen.

Hamamelis: Verwendet werden Rinde und Blätter

Ihre adstringierende, desinfizierende und heilende Wirkung erhält die Zaubernuss durch die reichlich enthaltenen Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide und ätherischen Öle. Sie stecken vor allem in der Rinde. Hamamelisrinde wird im Herbst geerntet und eignet sich bestens zur Herstellung von Aufgüssen, Tees, Extrakten und Badezusätzen wie auch für Heilsalben, Cremes und sogar Zäpfchen. Die Blätter, die im Sommer gesammelt und getrocknet werden, enthalten weniger Gerbstoffe, dafür aber wertvolle ätherische Öle, und werden in erster Linie zur Gewinnung eines beruhigenden Hamamelis-Gesichtswassers verwendet.

Hamamelis als Hausmittel bei Hämorrhoiden & Co

Die entzündungshemmende und heilende Wirkung der Hamamelis ist wissenschaftlich bestätigt und findet auch in der Phytotherapie Anwendung. Hamamelis ...

  • hilft, gedehnte Blutgefäße wieder zusammenzuziehen,
  • wirkt entzündungshemmend,
  • lindert Juckreiz, Brennen und Nässen der Haut,
  • stillt kleine Blutungen und
  • fördert das Abheilen.

Hamamelis wird daher häufig angewendet bei folgenden Beschwerden:

  • Analekzem
  • Analfissur
  • vergrößerte Hämorrhoiden
  • Krampfadern
  • entzündliche Venenleiden
  • Afterjucken
  • Wunden im Analbereich
  • Neurodermitis

Tipp: Hamamelis kann nach der Geburt zur Pflege von Dammriss, Dammschnitt und zur Gebärmutterrückbildung angewendet werden und hilft auch dem Baby bei Windeldermatitis und wundem Po.

Hamamelis-Salbe – juckreizstillend und heilend

Hamamelis ist ein häufiger Bestandteil von pflanzlichen Wund- und Heilsalben und wird auch gerne mit anderen wirksamen Inhaltsstoffen wie Eichenrinde oder Ringelblume kombiniert, die die heilende, juckreizstillende und entzündungshemmende Wirkung der Zaubernuss sehr gut unterstützen. Salben sind bei Hämorrhoiden häufig noch wirksamer als Cremes, da sie einen Schutzfilm bilden, der eindringende Keime und Feuchtigkeit abhält. Gleichzeitig wird die empfindliche Haut im Analbereich geschmeidig gehalten, das wirkt der Bildung von Fissuren entgegen.

Anwendung der Hamamelis-Salbe: Mehrmals täglich dünn auftragen mit einem Applikator oder Fingerling. Vorher Analregion gründlich reinigen und vorsichtig trocken tupfen.

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Hamamelis-Zäpfchen wirken vor Ort

Viele Betroffene schwören auf die Wirkung von Hamamelis-Zäpfchen, da sie die heilenden Wirkstoffe direkt dorthin transportieren, wo sie gebraucht werden. Ideal sind Zäpfchen beispielsweise zur Anwendung über Nacht. Sie lindern den Juckreiz und helfen, die Gefäße zusammenzuziehen und die Hämorrhoiden wieder zu verkleinern. Ein angenehmer Nebeneffekt: die Zäpfchen machen den Stuhlgang weicher.

Sitzbäder mit Hamamelis-Extrakt – wirksames Hausmittel bei Hämorrhoiden

Ein Sitzbad mit Hamamelis-Badezusatz oder Hamamelis-Extrakt wirkt zusammenziehend und entzündungshemmend bei Hämorrhoiden, Analfissuren und Ekzemen. Zur Zubereitung können Sie einen fertigen Badezusatz aus der Apotheke verwenden, aber auch Hamamelis-Tinktur oder –Extrakt. Außerdem können Sie einen Badezusatz aus getrockneter Hamamelisrinde (ebenfalls erhältlich in der Apotheke) einfach und kostengünstig selber herstellen:

  • Lassen Sie etwa 25 g Hamamelisrinde in einem Liter Wasser für etwa 15 Minuten leicht köcheln.

  • Seihen Sie die festen Bestandteile ab und lassen Sie den Aufguss abkühlen.

  • Füllen Sie eine kleine Sitzwanne oder große Waschschüssel mit Wasser und geben Sie den Aufguss hinzu.

  • Alternativ können Sie auch die Badewanne oder Duschwanne nur leicht befüllen.

  • Achten Sie darauf, dass das Wasser eher lauwarm bis kühl ist.

  • Nehmen Sie ein zehnminütiges Sitzbad anfangs täglich, am besten abends, später zwei-bis dreimal pro Woche.

Hamamelis-Tinktur selber herstellen

Eine Hamamelis-Tinktur kann man aus getrockneten Blättern oder Rinde herstellen. Die Tinktur kann für Sitzbäder, Umschläge und andere Anwendungen verwendet werden und ist bis zu zwei Jahre haltbar. Bitte stets mit Wasser verdünnt anwenden.

Man benötigt:

  • 200 bis 300 g Hamamelisblätter oder -rinde
  • etwa einen Liter Alkohol (Wodka, Weingeist oder Doppelkorn)
  • ein großes Glas mit Schraubverschluss

Zubereitung: Pflanzenteile mit Alkohol übergießen, bis sie vollständig bedeckt sind. Glas verschließen und an einem dunklen, kühlen Ort für mindestens zwei Wochen ziehen lassen. Anschließend abseihen, in eine dunkle Flasche umfüllen und an einem kühlen Ort aufbewahren.

Bedenken Sie bitte: Die genannten Hausmittel sind zur unterstützenden Behandlung geeignet. Dennoch sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn die Beschwerden länger als vier Wochen anhalten.