Die richtige Ernährung bei Hämorrhoiden

Eine leichte Darmentleerung ist wichtig

Hämorrhoiden können die Lebensqualität durch Brennen und Jucken im Analbereich stark einschränken. Die richtige Ernährung bei Hämorrhoiden als Heilmittel wird von Betroffenen häufig unterschätzt. Gesunde Kost kann eine Besserung der Symptome bewirken.

Die richtige Ernährung bei Hämorrhoiden
Eine geeignete Ernährung bei Hämorrhoiden fängt schon beim Frühstück an, zum Beispiel mit einem ballaststoffreichen Müsli.
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Zur Linderung von Hämorrhoidalbeschwerden ist weicher, gut geformter Stuhlgang wichtig. Verstopfung oder eine erschwerte Darmentleerung gelten durch die dadurch bedingte starke Betätigung der Bauchpresse zur Entleerung des Darms als ein Hauptauslöser der Erkrankung und  verschlimmern bestehende Beschwerden. Eine reibungslose, regelmäßige Verdauung ist bei  Hämorrhoiden deshalb erstes Gebot.

Die Kurzformel für die Ernährung bei Hämorrhoiden lautet: viel Flüssigkeit, wenig tierische Fette und jede Menge Ballaststoffe. Wichtig ist, stopfende Lebensmittel zu meiden, den Darm in Bewegung zu setzen und den Stuhlgang geschmeidig zu halten. Auf diese Weise wird ungesundes Pressen beim Toilettengang vermieden.

Ballaststoffe machen den Stuhlgang weich

Die richtige Ernährung bei Hämorrhoiden ist unkompliziert. Ballaststoffe finden sich in zahlreichen Lebensmitteln, die für eine gesunde, ausgewogene Nahrungsaufnahme ohnehin regelmäßig auf dem Teller landen sollten. Gemüse und Salat sind schnell zubereitet und bringen den Darm mit ihrem hohen Anteil an Ballaststoffen in Schwung. Vorsicht ist allerdings bei Hülsenfrüchten wie Erbsen, Linsen oder Bohnen geboten: sie sind problematisch bei Hämorrhoidalleiden, da sie Blähungen hervorrufen und sollten deshalb nur in kleinen Mengen gegessen oder ganz vermieden werden. Obst, zum Beispiel Äpfel, getrocknete Aprikosen und Beerenobst, sollten täglicher Bestandteil der Ernährung bei Hämorrhoiden sein.

Vollkorn statt Weißmehl

Vollkornprodukte stecken ebenfalls voller Ballaststoffe. Beilagen können ohne jeglichen Aufwand ballaststoffreich zubereitet werden, indem statt poliertem Reis und hellen Nudeln die Vollkornvariante gewählt wird. Auch beim Thema Brot ist die Ernährung bei Hämorrhoiden unkompliziert. Weißbrot stopft, deshalb sollten Betroffene es vom Speiseplan streichen. Vollkornbrot wirkt wie ein Turbo auf die Verdauung und kann helfen, die Verdauung positiv zu regulieren.

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Die ideale Ernährung bei Hämorrhoiden kann schon beim Frühstück anfangen. Müsli (möglichst zuckerfrei) und Haferflocken enthalten einen hohen Anteil an Ballaststoffen. Ein Esslöffel Weizenkleie oder Leinsamen über die Frühstücksflocken verstärken die verdauungsfördernde Wirkung zusätzlich.

Tipp: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, täglich 30 Gramm Ballaststoffe zu essen. Bei Problemen mit Hämorrhoiden dürfen es ruhig noch ein paar Gramm mehr sein.

Zwei Liter Flüssigkeit am Tag

Neben der täglichen Aufnahme von Ballaststoffen sollten Menschen mit Hämorrhoidalbeschwerden auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Wenig Trinken führt innerhalb kurzer Zeit zu hartem Stuhl und/oder Verstopfung. Mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßter Kräutertee  sollte der Speiseplan deshalb täglich enthalten. Spezielle verdauungsfördernde Tee-Mischungen gibt es in der Apotheke. Konsequenz lohnt sich: Wasser und Kräutertees gelten als die verlässlichsten natürlichen Verdauungshilfen überhaupt. Auch mit heißem Wasser übergossener Ingwer regt die Darmtätigkeit an.

Ein anderes bewährtes Hausmittel für eine gute Verdauung ist Apfelessig: Einfach täglich – am besten morgens – zwei Esslöffel Apfelessig in ein Glas Wasser geben und trinken.

Lebensmittel mit Milchsäurebakterien

Milchsäurebakterien sind elementar für eine gesunde Darmflora, die wiederum die Grundlage einer funktionierenden Verdauung ist. Die nützlichen Mikroorganismen sind deshalb ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der  Ernährung bei Hämorrhoiden.

Milchsäurebakterien sind in Lebensmitteln wie Naturjoghurt, Dickmilch und Kefir enthalten. Durch den Gärprozess ist auch Sauerkraut voller Milchsäurebakterien und wirkt leicht abführend.

Falls es mit der ballaststoffreichen Ernährung doch einmal hakt, weil Sie auf Reisen sind oder aus anderen Gründen: Im ersten und zweiten Grad lassen sich Hämorrhoiden sehr gut mit einer Salbe behandeln, um die Symptome zu lindern. So gibt es beispielsweise rezeptfrei in jeder Apotheke Posterisan protect, welches neben Linderung der Schmerzen auch den Stuhlgang erleichtert, weil es für einen Gleiteffekt sorgt.

Ernährung bei Hämorrhoiden: Diese Lebensmittel sollten Sie meiden

Viele gesunde, leckere Lebensmittel können die Symptome von Hämorrhoiden lindern. Es gibt aber auch Speisen, die die Erkrankung begünstigen und verschlimmern können. Besonders Fleisch und tierische Fette (Butter) machen den Darm träge und führen bei regelmäßigem Verzehr zu Verstopfung.

Diese Speisen sollten bei der richtigen Ernährung bei Hämorrhoiden nicht oder nur sehr selten vorkommen:

  • Butter, Schmalz
  • Sahne
  • Wurst
  • scharf gewürzte Speisen
  • frittierte Speisen
  • Schokolade, Süßigkeiten allgemein
  • Brezeln, Brot, Brötchen aus Weißmehl, Laugengebäck
  • Chips, Knabberkram allgemein
  • Fast-Food

Mehr Ernährungstipps bei Hämorroiden finden Sie in unserer Galerie:

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Autor: Simone Schamann
Letzte Aktualisierung: 01. Juli 2015

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