Verstopfung vorbeugen

Ballaststoffe als A und O: Die richtige Ernährung gegen Hämorrhoiden

Die Entstehung von Hämorrhoiden hängt oft mit Verdauungsproblemen zusammen. Sowohl Durchfall als auch Verstopfung können die juckenden, schmerzenden Knoten fördern. Die richtige Ernährung mit vielen Ballaststoffen bringt einen trägen Darm in Bewegung. Das beugt Hämorrhoiden vor und lindert die Symptome von bereits bestehenden Gewebeknoten.

Flohsamen auf Holzlöffel
Flohsamenschalen sind Ballaststoff-Power pur. Wichtig ist, sie mit viel Flüssigkeit zu kombinieren!
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Verstopfung und Pressen beim Stuhlgang gelten als Hauptauslöser für vergrößerte Hämorrhoiden. Außerdem können sie bestehende Beschwerden wie Juckreiz und Analekzem verschlimmern, indem sie die empfindliche Afterhaut zusätzlich reizen. Aus denselben Gründen kann auch Durchfall zu einer Verschlechterung der Symptome von Hämorrhoiden führen.

Eine reibungslose, regelmäßige Verdauung sowie Stuhlgang, der weder zu weich noch zu hart ist, gilt bei  einem Hämorrhoidalleiden deshalb als oberstes Gebot. Die Kurzformel für die richtige Ernährung bei Hämorrhoiden lautet: viel Flüssigkeit und jede Menge Ballaststoffe.

Die richtige Ernährung bei Hämorrhoiden

Ballaststoffe fördern die Darmbewegung

Ballaststoffe sind unverdauliche Kohlenhydrate. Sie werden also zum größten Teil unverändert ausgeschieden. Eine weitere Besonderheit dieser pflanzlichen Faserstoffe ist, dass sie sehr gut Wasser binden. Sie quellen im Darm auf, machen den Kot voluminös und weich. Dadurch fördern sie die natürliche Darmbewegung, die Inhalte werden schneller "zum Ausgang" transportiert. Das resultiert nicht nur in regelmäßigem Stuhlgang, sondern lässt auch Krankheitserregern weniger Zeit, sich im Körper festzusetzen.

Ballaststoffe fungieren außerdem als Futter für unsere Darmbakterien. Eine gesunde Darmflora wirkt sich ebenfalls positiv auf die Verdauungstätigkeit aus, hat aber auch einen wichtigen Anteil an unserem Immunsystem.

Als wäre all das nicht genug, machen Ballaststoffe überdies eine gute Figur: Sie sättigen, ohne Kalorien zu liefern.

Salben, Zäpfchen, OP: So werden Sie Hämorrhoiden los

Lifeline/Wochit

Diese Lebensmittel stecken voller Ballaststoffe

Die richtige Ernährung bei Hämorrhoiden ist recht unkompliziert: Ballaststoffe finden sich in zahlreichen Nahrungsmitteln, die für einen gesunden, ausgewogenen Lebensstil ohnehin regelmäßig auf dem Teller landen sollten. Nüsse, Obst und Trockenfrüchte, Gemüse, Salat, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Vorsicht ist bei letzteren geboten: Erbsen, Linsen sowie Bohnen rufen bei vielen Menschen unangenehme Blähungen hervor.

Liste an Nahrungsmitteln mit vielen Ballaststoffen:

Lebensmittel pro 100 g Ballaststoffe in g
Roggenvollkornbrot 6,5-9
Weizenvollkornbrot 7,5
Knäckebrot 13-24
Haferflocken 5,5-9,5
Weizenkleie 45
Flohsamenschalen 85
Leinsamen 35
Kichererbsen 5
Zucchini 1,1
Tomate 1,8
Grüne Bohnen 1,9
Möhren, roh 2,4
Broccoli 3
Zuckermais 3,7
Erbsen, grün 4,3
Kartoffeln 2,2
Apfel mit Schale 1,5-2,5
Birne 2
Kiwi 4
Orange 2,
Johannisbeere 6,8
Walnüsse 6
Haselnüsse 7,5

Den Körper langsam an mehr Ballaststoffe gewöhnen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät, täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe zu essen. Die meisten Deutschen kommen im Schnitt gerade mal auf 20 Gramm.

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    Eine geregelte Verdauung trägt enorm zum Wohlbefinden bei. Ein träger Darm ist dabei allerdings hinderlich. Sind Sie betroffen?

Da ein zu rascher Umstieg auf ballaststoffreiche Kost für viel Darmwind sorgen kann, sollte die Menge dieser Quellstoffe langsam gesteigert werden. Praktisch heißt das: Den Anteil an Gemüse, Obst und Getreide oder Vollkornprodukten von Woche zu Woche erhöhen und im gleichen Zug Fett und tierische Lebensmittel wie Fleisch und Wurst reduzieren.

In der Übergangsphase bekommen vielen Menschen Vollkorntoast und Weizenvollkornbrot aus fein gemahlenem Getreide sowie geschälte Hülsenfrüchte besonders gut. Sie enthalten zwar weniger Ballaststoffe, verursachen dafür aber keine Blähungen. Ohne jeglichen Mehraufwand kann man den Anteil an Ballaststoffen in der Ernährung erhöhen, indem man bei Nudeln, Reis, Brot, Müsli einfach zur Vollkornvariante greift.

Die ideale Ernährung bei Hämorrhoiden kann schon beim Frühstück anfangen: Haferflocken mit Milch und Obst liefern Ballaststoffe, wertvolle Kohlenhydrate, Eiweiß, gesunde Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Ein Esslöffel Weizenkleie, Leinsamen oder Flohsamenschalen über die Frühstücksflocken verstärken die verdauungsfördernde Wirkung zusätzlich. Dabei nicht vergessen: Viel trinken! Sonst entfalten Ballaststoffbomben die gegenteilige Wirkung und fördern Verstopfung.

Ballaststoffe mit viel Flüssigkeit kombinieren!

Generell sollten Menschen mit Hämorrhoidalbeschwerden auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Ein Mangel sorgt innerhalb kurzer Zeit für harten Stuhl und Verstopfung. Mindestens eineinhalb Liter Wasser oder ungesüßten Kräutertee  sollte man laut DGE täglich trinken. Konsequenz lohnt sich: Wasser und Kräutertees gelten als die verlässlichsten natürlichen Verdauungshilfen überhaupt. Auch mit heißem Wasser übergossener Ingwer regt die Darmtätigkeit an.

Ein anderes bewährtes Hausmittel für eine gute Verdauung ist Apfelessig: Einfach täglich – am besten morgens – zwei Esslöffel Apfelessig in ein Glas Wasser geben und trinken.

Ballaststoffbomben: Flohsamen, Weizenkleie und Leinsamen sind natürliche Abführmittel

Ein hervorragender Ballaststoff sind Flohsamenschalen, erklärt Proktologe Bernhard Lenhard. Dieser Samen eines Wegerichgewäches enthält vor allem in der Schale reichlich Schleimstoffe, die in Wasser stark quellen und durch das vergrößerte Volumen die Darmtätigkeit fördern und den Stuhl weich machen. Nach dem gleichen Prinzip wirken auch Leinsamen und Weizenkleie.

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So wirken die natürlichen Abführmittel optimal:

  • Flohsamenschalen: fünf bis zehn Gramm (ein bis zwei Teelöffel) in rund 0,1 bis 0,2 l Wasser (ein Glas) vorquellen lassen und trinken. Wichtig, sonst droht der gegenteilige Effekt: Mit reichlich Wasser (ein Glas) nachspülen! Ein- bis dreimal täglich anwenden.

  • Leinsamen: zweimal täglich ein bis zwei Esslöffel mit Müsli, Joghurt oder Dickmilch zu sich nehmen. Besser quillt ungeschroteter Samen, bei dem die Faserkapsel intakt ist. Häufig wird dieser jedoch unverdaut ausgeschieden, was den Stuhlgang gerade bei empfindlicher Afterhaut und Hämorrhoiden unangenehm gestalten kann. In diesem Fall besser geschrotete Leinsamen verwenden oder auf Flohsamenschalen zurückgreifen.

  • Weizenkleie: 15 bis 30 Gramm über den Tag verteilt auf zwei bis drei Portionen mit viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Kleie kann mit Joghurt oder Kefir gemischt oder in Frikadellen, Kuchen oder Brot verbacken werden.

Für eine gesunde Darmflora: Lebensmittel mit Milchsäurebakterien

Eine gesunde Darmflora besteht aus Milchsäurebakterien, die die Grundlage einer funktionierenden Verdauung bilden. Die nützlichen Mikroorganismen befinden sich in Naturjoghurt, Dickmilch und Kefir. Einen noch höheren Anteil der Bakterien haben probiotische Milchprodukte. Durch den Gärprozess ist auch Sauerkraut voller Milchsäurebakterien und wirkt leicht abführend.

Ernährung bei Hämorrhoiden: Diese Lebensmittel sollten Sie meiden

Es gibt auch Speisen, die Symptome bei Hämorrhoiden verschlimmern können. Besonders Fleisch und tierische Fette machen den Darm träge und führen bei regelmäßigem Verzehr zu Verstopfung.

Diese Speisen sollten bei der richtigen Ernährung bei Hämorrhoiden nicht oder nur sehr selten vorkommen:

  • Butter, Schmalz
  • Sahne
  • Wurst
  • frittierte Speisen
  • Süßigkeiten und fettreiche Knabbereien
  • Brot und Brötchen aus Weißmehl, Laugengebäck
  • Fast-Food

Bei gereizter Afterhaut lieber nichts Scharfes essen!

Dass Scharfes bei vergrößerten Hämorrhoiden tabu ist, ist ein Mythos. Wer stark gewürzte Speisen verträgt, kann sie weiterhin genießen. Vorsicht jedoch vor allen Lebensmitteln, die nicht gut vertragen werden: Wer von scharfem Essen oder zu viel Fruchtzucker (etwa bei Fructose-Intoleranz) Durchfall bekommt, sollte die Finger davon lassen. Viele Hämorrhoiden-Geplagte leiden ohnehin schon an gereizter Pohaut oder Analekzem. Dünner Stuhl verschärft das Problem und kann sogar innen im Afterkanal für Entzündungen sorgen. Auf lange Sicht droht dasselbe Szenario wie bei Abführmitteln: "Weil keine natürliche Aufdehnung mehr stattfindet, kommt es zu einer Afterverengung", erklärt Coloproktologe Bernhard Lenhard. So eine Analstenose müsse dann operativ aufgedehnt werden.

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Autor:
Letzte Aktualisierung: 01. Juli 2015
Durch:
Quellen: Nach Informationen von Bernhard Lenhard, Pressesprecher des Berufsverbandes der Coloproktologen und des Brockhauses Ernährung; Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE); Brockhaus Ernährung

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