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Meist harmlos, aber schmerzhaft

Analthrombose – Behandlung mit Salbe, selten OP

Plötzlicher Schmerz am After und massives Druckgefühl: Vielen denken dabei an Hämorrhoiden. Doch meistens handelt es sich um eine Analthrombose (Analvenenthrombose, Perianalthrombose). Woher der schmerzhafte Knoten am Po kommt und welche Behandlung bei Analthrombose die richtige ist.

Analthrombose
Eine Analthrombose kann extrem schmerzhaft sein.
© Getty Images/Rasi Bhadramani

Hämorrhoiden gehören zu den häufigsten Veränderungen im After. Doch nicht jede Aussackung oder tastbare Verdickung in diesem Bereich ist auf Hämorrhoiden zurückzuführen. Oftmals handelt es sich um eine Analthrombose, die auch als Analvenenthrombose oder Perianalthrombose bezeichnet wird, und durch einen Blutstau entsteht.

Artikelinhalte im Überblick:

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Symptome der Analthrombose

Experten schätzen, dass rund fünf Prozent der Patienten, die eine proktologische Praxis besuchen, wegen einer Analvenenthrombose kommen. Sie äußert sich durch folgende Anzeichen:

  • plötzlicher Schmerz am After

  • starkes Druck- und Fremdkörpergefühl, je nach Größe der Analthrombose

  • Tastbarer prall-elastischer Knoten am Afterrand

  • Manchmal sind es auch mehrere, unterschiedlich kleine und große Knoten.

  • Mit dem Spiegel können Betroffene einen blauroten Knoten erkennen.

Analvenenthrombose oft mit Hämorrhoiden verwechselt

"Hämorrhoiden treten nur innerhalb des Anus auf – sind sie trotzdem außen zu sehen, so handelt es sich um nach außen gefallene innere Hämorrhoiden", sagt Herold.  

Im Gegensatz zu Hämorrhoiden, die leicht bluten, kommt es bei der Analthrombose nur zu Blutungen, wenn diese platzen. Darauf weisen Blutspuren beim Stuhlgang oder in der Unterwäsche hin. Blut aus dem Darm sollte immer von einem Arzt abgeklärt werden. Bereits mit einer Sichtuntersuchung kann er erkennen, ob es sich um Hämorrhoiden, Analthrombose, Analfissur oder Marisken handelt. Falls nötig wird er eine weitergehende Untersuchung anordnen, etwa eine Darmspiegelung, um Darmkrebs als Ursache für die Blutung auszuschließen.

Ursachen für Analthrombose

Eine Analvenenthrombose ist ein Blutgerinnsel, das eine oberflächliche Vene am Anusrand oder im Anus verstopft. Dieser Knoten kann linsen- bis pflaumengroß werden. Die extrem schmerzhafte Schwellung bildet sich oft innerhalb von wenigen Stunden. Auslöser sind folgende:

  • starker Druck im Unterbauch, beim Heben, bei Schwangerschaft und Geburt, beim Husten, bei manchen Sportarten und Pressen beim Toilettengang

  • Sitzen auf kalter Unterlage

  • langes, angespanntes Sitzen

  • feuchtwarmes Wetter

  • hoher Konsum von Alkohol, Kaffee oder Gewürzen wie Chili

  • Analsex

  • Durchfall

  • Verstopfung

  • Stress

Bei Frauen ist das Risiko für eine Analthrombose nicht nur in der Schwangerschaft größer, sondern auch während der Monatsblutung. Generell sind jedoch Männer etwas häufiger betroffen.

Außerdem erhöhen vermutlich vergrößerte Hämorrhoiden das Risiko für eine Analthrombose. Dadurch strömt das Blut im Afterbereich etwas langsamer, was Thrombosen begünstigt. Wer also Hämorrhoiden hat, bekommt eher eine Analvenenthrombose.

Kühlen als Soforthilfe bei Analvenenthrombose

Anders als beispielsweise eine tiefe Beinvenenthrombose ist die Analthrombose, die von oberflächlichen Blutgefäßen ausgeht, keineswegs lebensgefährlich, sondern eher harmlos – aber extrem schmerzhaft. Gegen Schmerzen und Schwellung eignet sich zur ersten Hilfe ein kleiner Kältepack als Vorlage am Anus sowie eine Fettcreme wie Vaseline oder Melkfett, damit die Haut elastisch bleibt.

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Behandlung der Analthrombose: Salbe oder OP?

Analvenenthrombosen verschwinden nach wenigen Tagen bis Wochen oft von selbst. Eine Operation wird in Betracht gezogen bei unerträglichen Schmerzen, wenn der Thrombus zu platzen droht oder bereits geplatzt ist und Infektionsgefahr besteht.

Dann führt der Proktologe oder Chirurg einen kleinen ambulanten Eingriff durch. Meist reicht eine örtliche Betäubung. Der Facharzt schneidet den Thrombus ein oder entfernt ihn gänzlich. Dadurch tritt meist sofort Erleichterung ein. Betroffene berichten, dass der nachfolgende Wundschmerz geringer sei als vorher der Schmerz durch die Analthrombose. Viele Patienten können bereits am nächsten Tag wieder in die Arbeit gehen. Die Operation bei einer Analthrombose ist aber die Ausnahme, meist reicht die konservativ-medikamentöse Behandlung völlig aus.

Bei Analthrombose: welche Salbe hilft?

Eine Behandlungsoption ohne Operation bei einer Analthrombose sind Salben, etwa bestimmte Hämorrhoidensalben mit Lidocain, einem lokal betäubenden Wirkstoff. Auch Salben mit Kortison sind sinnvoll, sollten jedoch nicht zu lange angewendet werden, um Hautschäden zu vermeiden. Bei starken Schmerzen empfiehlt Herold schmerz- und entzündungshemmende Salben mit dem Wirkstoff Diclofenac.  

Analvenenthrombose verschwindet meist nach kurzer Zeit

Bei konservativer-medikamentöser Behandlung, also ohne Operation, ist die Analthrombose meist nach zwei bis sieben Tagen verschwunden. Bis dahin sollten Betroffene folgende Dinge beachten:

  • Für einen weichen Stuhlgang sorgen, der nicht zu fest und nicht zu dünnflüssig ist. Dabei helfen beispielsweise ein bis zwei Esslöffel Flohsamenschalen, Leinsamen oder Weizenkleie mit 300 Milliliter Wasser. Auf Abführmittel sollte man verzichten, da diese auf Dauer die Darmtätigkeit schädigen.

  • Nach dem Stuhlgang den After abduschen und vorsichtig trocken tupfen oder föhnen. Um den Knoten nicht zusätzlich zu reizen, sollten Betroffene den Bereich nicht trocken reiben.

  • Schwere körperliche Belastung wie Pressen und Heben vermeiden.

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Nach OP heilt Wunde innerhalb von zwei Wochen ab

Ist die Analthrombose ohne chirurgischen Eingriff abgeheilt, verbleiben oft sogenannte Marisken. Dabei handelt es sich um Hautläppchen, die sich bei der Gefäßaussackung durch den Thrombus gebildet haben. Marisken sind nicht gefährlich und müssen in der Regel nicht behandelt werden. Im Prinzip sind sie harmlose Hautveränderungen am After, die auch nach Schwangerschaften, Analfissuren, starkem Pressen und anderen Belastungen im Becken auftreten können.

Wurde die Analvenenthrombose operativ behandelt, entstehen keine Marisken. Es dauert etwa ein bis zwei Wochen, bis die Analthrombose abgeheilt ist. Um den Prozess zu unterstützen, sollten sich Betroffene an die Empfehlungen ihres Arztes halten.

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