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Warzen an Genitalien und After

Feigwarzen: Kondylome manchmal mit Hämorrhoiden verwechselt

Feigwarzen gehören zu den Erkrankungen im Analbereich, die leicht mit vergrößerten Hämorrhoiden verwechselt werden: Sie verursachen ebenfalls Jucken und Brennen, sie nässen und neigen gelegentlich zu Blutungen. Da Feigwarzen ansteckend sind, ist eine Behandlung dringend notwendig.

Paar hat Stress im Bett
Ungeschützter Geschlechtsverkehr ist ein Risikofaktor für Feigwarzen.
© iStock.com/vadimguzhva

Feigwarzen, auch Kondylome oder in der Fachsprache Condylomata acuminata genannt, sind stecknadelkopfgroße, rötliche bis grau-gelbe Knötchen. Manchmal treten sie in hoher Zahl auf und bilden in Ausnahmefällen große blumenkohlartige Tumoren.

Außer im Analbereich können Feigwarzen auch am Penis beziehungsweise an Scheide und Schamlippen vorkommen und sogar die inneren Geschlechtsteile und die Harnröhre befallen.

Artikelinhalte im Überblick:

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Ungeschützter Sex als Hauptursache für Feigwarzen

Die Warzen werden durch Papillomaviren (HPV) verursacht, die meist durch Geschlechtsverkehr, aber auch das gemeinsame Benutzen von Handtüchern oder Sexspielzeug, bei schlechten Hygieneverhältnissen übertragen werden können.

Es gibt eine Vielzahl von HPV-Untergruppen, manche Vertreter sind harmlos, andere – etwa die Papillomavirus-Typen 16 und 18 – können dagegen Gebärmutterhalskrebs und andere Krebsarten begünstigen.

Die Ansteckung mit Feigwarzen wird durch Verletzungen oder Gewebeaufweichung im Genital- oder Analbereich begünstigt, beispielsweise durch:

  • Eichelentzündung (Balanitis)
  • Vorhautverengung (Phimose)
  • Harnröhrenentzündung (Urethritis)
  • Vermehrter Scheidenausfluss (Fluor vaginalis)
  • Entzündung in Körperfalten, Wundsein (Intertrigo)
  • Hämorrhoiden
  • Analekzem

Am häufigsten treten Feigwarzen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf, bei Kindern und älteren Menschen sind sie hingegen selten. Einen hundertprozentigen Schutz vor der Ansteckung gibt es nicht, jedoch verringern Kondome das Infektionsrisiko beim Sex.

Außerdem gibt es Impfstoffe gegen verschiedene HPV-Typen. Mit einer HPV-Impfung lässt sich am wirksamsten vorbeugen, wenn sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr passiert. Die Kosten werden bei Mädchen bis 17 Jahre von den Krankenkassen übernommen, bei Jungen werden die Kosten von etwa 450 Euro dagegen nicht übernommen.

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Kaum Beschwerden: Symptome von Feigwarzen

Oft verläuft eine Infektion mit dem HPV-Virus ohne Beschwerden. Manchmal treten die ersten Warzen sogar erst nach einigen Monaten auf. Bilden sich die Feigwarzen auf der Haut am Anus, werden sie oft als harmloses Analekzem abgetan. Die Kondylome im Analbereich können aber ein unangenehmes Brennen und Juckreiz verursachen und werden deshalb nicht selten mit Hämorrhoiden verwechselt. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die Feigwarzen auch zu Blutungen neigen, auf die winzige Blutspuren auf dem Toilettenpapier hinweisen.

Um eine Verwechslung auszuschließen, ist es wichtig, sich mit diesen Symptomen von einem Arzt untersuchen zu lassen. Nur ein Spezialist kann genau feststellen, ob es sich um Hämorrhoiden, um Feigwarzen oder um andere Analerkrankungen handelt und die richtige Behandlung einleiten.

Diagnostik der Feigwarzen und ihre Behandlung

Richtiger Ansprechpartner beim Verdacht auf Feigwarzen sind der Gynäkologe bei Frauen, der Urologe bei Männern oder ein Hautarzt. Bei der Diagnose werden die kleinen Feigwarzen mithilfe von Essigsäure sichtbar gemacht. Um zu untersuchen, ob auch der Enddarm betroffen ist, muss dieser Bereich durch ein Proktoskop betrachtet werden.

Feigwarzen: Verschiedene Möglichkeiten der Behandlung

Kleinere Kondylome am äußeren Anus können meist medikamentös mit speziellen Lösungen oder Cremes und Salben behandelt werden. Je nach Wirkstoff dauert diese Art der Behandlung von Feigwarzen allerdings oft mehrere Monate.

Bei Feigwarzen zur Behandlung geeignete Wirkstoffe:

  • Podophyllotoxin 0,5 % (Lösung)
  • Imiquimod 5 % (Creme)
  • Sinecatechine 10 % (Salbe)
  • Trichloressigsäure 80-90 % (durch den Arzt)

Alternativ kann der Arzt die Feigwarzen im Rahmen einer Kryotherapie mit flüssigem Stickstoff auf einem Wattestäbchen oder mit einem Spray vereisen. Die Anwendung wird bei Bedarf wöchentlich wiederholt. Das Gewebe stirbt durch die Vereisung ab, die HPV-Viren jedoch nicht. Deshalb treten die Feigwarzen oft erneut auf.

Bei größeren Veränderungen und bei Feigwarzen im Enddarm ist ein kleiner operativer Eingriff mit lokaler Betäubung nötig. Es sollte auch an eine Untersuchung sowie gegebenenfalls Mitbehandlung des Partners gedacht werden, da Feigwarzen hochinfektiös sind.

Feigwarzen treten häufig erneut auf

Leider bedeutet eine erfolgreiche Therapie nicht, dass die Feigwarzen verschwunden bleiben. Es besteht weiterhin die Gefahr, dass sie erneut auftreten. Denn das HPV-Virus verbleibt im Körper und besonders bei Patienten mit einem schwachen Immunsystem können die Kondylome bald wieder wachsen.

Weil bestimmte Arten des Papillomavirus mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht werden, sollten Patientinnen, die sich einmal mit HPV infiziert haben, regelmäßig Früherkennungsuntersuchungen beim Frauenarzt durchführen lassen.

Feigwarzen vorbeugen – kein ungeschützer Sex

Außerdem sollte man keinen ungeschützten Sex haben, um (erneuten) Feigwarzen vorzubeugen. Meist genügt zwar bereits ein kurzer Hautkontakt und die Warzen werden übertragen – dennoch können Kondome beim vaginalen und analen Sex vor einer Infektion schützen. Wer sich bereits einmal mit Feigwarzen infiziert hat, sollte auch beim Oralsex ein Kondom oder Lecktuch verwenden. 

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