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Tripper, Syphilis und HPV als Ursache

Proktitis – Was tun bei einer Enddarmentzündung?

Blut, Schleim und Schmerzen beim Stuhlgang kennt man von Hämorrhoiden. Es können aber auch andere Ursachen dahinterstecken, etwa eine Enddarmentzündung (Proktitis). Betroffene können das meist nicht selbst unterscheiden.

Mann hat Bauchschmerzen
Die Symptome einer Proktitis variieren von kaum spürbar bis hin zu Schmerzen und plötzlichem Stuhldrang.
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Wer nach dem Stuhlgang Blut auf dem Toilettenpapier entdeckt, denkt wahrscheinlich zunächst an Hämorrhoiden. Doch wenn es aus dem After blutet und es zu Schleimabsonderungen kommt, kann auch eine Proktitis dahinterstecken. So nennen Ärzte eine Entzündung im letzten Abschnitt des Darms. Sie betrifft meist auch den Anus.

Artikelinhalte im Überblick:

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Symptome der Proktitis sehr unterschiedlich ausgeprägt

Es gibt allerdings auch einen Zusammenhang zwischen einem Hämorrhoidalleiden und einer Proktitis: Die Darmentzündung kann vergrößerte Hämorrhoiden zum Bluten bringen. Eine Enddarmentzündung fördert jedoch nicht die Entstehung oder das Wachstum von Hämorrhoiden.

Die Beschwerden einer Proktitis können ganz unterschiedlich sein: Oft macht die Entzündung zunächst gar keine Probleme. Manchmal ist der After bloß besonders empfindlich. Es kann auch zu Schleimabsonderungen kommen.

Andere Betroffene hingegen fühlen sich wund und klagen über Schmerzen beim Stuhlgang. Auch häufiger und plötzlicher Stuhldrang, das Gefühl, den Darm nicht vollständig entleeren zu können, eitriger Ausfluss und Darmkrämpfe können von einer Proktitis kommen.

Bei Blutungen kann die Darmentzündung sogar zu einer Blutarmut führen, die sich beispielsweise durch ein sehr blasses Gesicht, Schwäche, Schwindel oder Kurzatmigkeit zeigt. Art und Dauer der Beschwerden durch eine Proktitis hängen stark von deren Ursache ab.

Proktitis: Geschlechtskrankheiten und andere Ursachen

Zu den häufigsten Auslösern einer Proktitis gehören sexuell übertragbare Krankheiten wie Tripper (Gonorrhoe), Syphilis, Herpes genitalis, Chlamydien und Humane Papillomviren (HPV). Daneben können andere Infektionen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa und eine Strahlentherapie bei Krebs eine Darmentzündung auslösen.

Aber auch Verletzungen sind eine wichtige Ursache. Sie entstehen meistens, weil der After beim Analverkehr oder beim Einführen von Sexspielzeug oder anderen Gegenständen gedehnt wird oder einreißt. Zudem kann eine Proktitis die Folge einer Allergie sein, die etwa oft durch Inhaltsstoffe in Kondomen oder Gleitmitteln, aber auch durch Arznei-Zäpfchen ausgelöst wird.

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Proktitis rasch behandeln lassen

Wer Beschwerden spürt, sollte nicht abwarten, sondern bald einen Arzt aufsuchen. So lassen sich Komplikationen wie Verwachsungen im Enddarmbereich oder Blutarmut vorbeugen. Resultiert die Enddarmzündung aus einer sexuell übertragbaren Krankheit, ist eine zeitige Diagnose und Behandlung außerdem wichtig, um andere Menschen vor einer Ansteckung schützen zu können.

Wie die Therapie einer Proktitis aussieht, hängt von der Ursache der Darmentzündung ab. Hat eine Infektion die Entzündung entfacht, bekämpft man vor allem die Erreger. Dazu verordnet der Arzt in der Regel Antibiotika. Steckt hinter der Proktitis eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, ist die Sache schwieriger und Betroffene müssen neben einer Ernährungsumstellung oft über lange Zeit Medikamente einnehmen. Dabei handelt es ich oft um Arzneimittel, die das körpereigene Immunsystem unterdrücken.

Sex bei Proktitis: sicher und sanft

Vorbeugen ist bei einer Enddarmentzündung nicht in jedem Fall möglich. Vor allem gegen sexuell übertragbare Krankheiten lässt sich aber einiges tun. Kondome bieten einen guten Schutz vor einer Ansteckung. Außerdem sollte man darauf achten, bei analem Sex die Afterschleimhaut nicht zu verletzen.

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