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Von Salben bis OP

Hämorrhoiden: Behandlung richtet sich nach Stadium

Die Behandlung vergrößerter Hämorrhoiden fällt je nach Stadium der Erkrankung unterschiedlich aus. Während in leichten Fällen lediglich die Beschwerden wie Juckreiz und Brennen gelindert werden, müssen fortgeschrittene Hämorrhoiden oft per Operation entfernt werden.

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Die Symptome von Hämorrhoiden lassen sich mit Cremes lindern, eine Operation dagegen kommt nur bei fortgeschrittenen Fällen zum Einsatz.
Getty Images/iStockphoto

Der Hämorrhoidengrad bestimmt die Therapiemethoden maßgeblich mit: Im Anfangsstadium (Grad I) genügt oft eine symptomatische Therapie, die sich zum Beispiel auf die Reduzierung von Juckreiz fokussiert. Hämorrhoiden des zweiten bis vierten Grades werden dagegen verödet oder per Ligatur beziehungsweise durch einen chirurgischen Eingriff entfernt.

Behandlungsmethoden von Hämorrhoiden im Überblick

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Salben und Zäpfchen zur Behandlung lästiger Symptome

Eine Behandlung mit Salben kann Hämorrhoiden zwar nicht verkleinern, lindert aber Beschwerden wie Brennen, Jucken und Schmerzen. Die enthaltenen Wirkstoffe, etwa Lidocain, sorgen auch dafür, dass kleine Hautrisse abheilen und sich die sensible Analregion nicht entzündet.

Wenn sich bereits ein Analekzem entwickelt hat, können cortisonhaltige Salben, die der Arzt verschreibt, zur Anwendung kommen. Sie sollten nur kurzfristig eingesetzt werden, da der Wirkstoff die Haut auf Dauer dünn macht und die lokale Abwehrkraft schwächt.

Salben, Zäpfchen, OP: So werden Sie Hämorrhoiden los

Lifeline/Wochit

Zäpfchen sind ebenfalls zur Symptombehandlung gedacht, haben aber den Nachteil, dass sie oft hinter die gewünschte Wirkstätte rutschen. Die wohltuenden Inhaltsstoffe gelangen so nicht an ihren Zielort, der etwa zwei Zentimeter hinter der Afteröffnung liegt. Besser eignen sich Analtampons, die direkt an den vergrößerten Hämorrhoiden platziert werden.

Ein Analdehner wiederum wird meist nicht zur Behandlung eines Hämorrhoidalleidens eingesetzt, sondern im Falle einer Analfissur. Durch einen solchen Hautriss am After verspannt sich häufig die Schließmuskulatur; der Analdehner sorgt dann für sanfte Weitung des Analkanals.

Symptomatische Behandlung reicht bei fortgeschrittenen Hämorrhoiden nicht aus

Hämorrhoiden erfordern oft schon ab dem zweiten Grad, wenn es zu Analekzemen, Nässen und Schmerzen kommt, eine ursächliche Behandlung. Es genügt dann nicht mehr, die Therapie auf die Beschwerden zu konzentrieren. Folgende Therapiemöglichkeiten gibt es:

Verödung

In frühen Krankheitsstadien wird versucht, Hämorrhoidenvergrößerungen durch eine Verödung, auch Sklerosierung genannt, zu beheben. Dabei wird eine Lösung in die Knoten gespritzt, die Entzündungen eindämmt, die Blutzufuhr hemmt und Hämorrhoiden verkleinert. Leider sorgt das Veröden nur in knapp einem Drittel der Fälle für dauerhafte Beschwerdefreiheit. Bis zu 70 Prozent der Patienten sind innerhalb der nächsten drei Jahre erneut betroffen.

Alle Informationen zur Verödung von Hämorrhoiden erhalten Sie hier.

Ligatur

Mithilfe der Gummibandligatur werden die vergrößerten Gefäße abgebunden. Die Blutzufuhr wird gestoppt, die Hämorrhoidenknoten sterben ab und fallen nach einigen Tagen meist unbemerkt während des Stuhlgangs aus dem After. Der Eingriff ist unkompliziert. Für Menschen mit hohem Blutungsrisiko wird er aber nicht empfohlen.

Alle Informationen zur Ligatur erhalten Sie hier.

Hämorrhoiden-Operation

Sind die Hämorrhoiden so stark vergrößert, dass sie aus dem After fallen, sollte eine chirurgische Entfernung in Betracht gezogen werden. Anders lassen sich Erkrankung im III. oder IV. Stadium nicht in den Griff bekommen. Es gibt verschiedene Operationsarten, zwischen denen ein Chirurg entscheiden muss. Allen Eingriffen gemeinsam ist, dass die erweiterten Blutgefässe entfernt werden.

Eine schonende Operationstechnik ist die Longo- oder Stapler-Methode. Dabei wird das vergrößerte Hämorrhoidengewebe geliftet und gestrafft. Das Verfahren eignet sich nur, wenn die Hämorrhoiden den Afterkanal noch nicht mit nach außen ziehen. Da der Chirurg in der unsensiblen Schleimhaut schneidet, hat der Patient keine Schmerzen.

Alle Informationen zu den verschiedenen Operationsverfahren bei Hämorrhoiden erhalten Sie hier.
Heilpflanzen gegen Hämorrhoidenleiden

Sitzbäder, Hausmittel und Hilfe aus der Natur

Wie Salben, Zäpfchen und Analtampons können auch Hausmittel Hämorrhoiden nicht verkleinern – wohl aber Juckreiz, Brennen und Analekzeme lindern, die empfindliche Afterhaut pflegen, die Wundheilung zum Beispiel nach einer Operation beschleunigen und so andere Therapieformen unterstützen. Eines der wichtigsten Hausmittel sind Sitzbäder mit Zusätzen von Heilpflanzen wie Eichenrinde, Hamamelis, Schafgarbe oder Kamille. Zudem sind auch Wechselduschen des Afters sowie naturheilkundliche und homöopathische Arzneimittel einen Versuch wert. Die richtige Analhygiene rundet das Selbsthilfe-Paket im Falle vergrößerter Hämorrhoiden ab.

Ernährung und Bewegung unterstützen Behandlung von Hämorrhoiden

Grundsätzlich kann die Behandlung von vergrößerten Hämorrhoiden nur erfolgreich sein, wenn der Betroffene auch seine Lebensweise umstellt. Eine ballaststoffreiche Ernährung bereits während der Therapie und danach sorgt für weichen, formbaren Stuhl, lindert die Beschwerden und unterstützt die Heilung nach einer Operation. Wichtig ist, Verstopfungen zu vermeiden, denn diese sind nicht nur Hauptauslöser der Erkrankung sondern verschlimmern bestehende Beschwerden, zum Beispiel, weil auf der Toilette gepresst wird.

Verdauungsfördernd ist auch regelmäßige Bewegung. Auf Sportarten, die die Beckenbodenmuskeln stark beanspruchen, sollten Hämorrhoiden-Patienten jedoch besser verzichten.

Die richtige Ernährung bei Hämorrhoiden