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Selbstbehandlung bei Hämorrhoiden

Hämorrhoiden-Salbe lindert Juckreiz und Brennen

Wenn vergrößerte oder entzündete Hämorrhoiden jucken und brennen, ist eine rasche Linderung der Symptome erwünscht. Je nach Ausprägung und Stadium der Hämorrhoiden sind Salben und Zäpfchen zur Behandlung sinnvoll.

Hämorrhoidensalbe
Bei Hämorrhoiden helfen Salben vor allem in frühen Stadien gut gegen die Beschwerden.
© iStock.com/artenex

Wer zu vergrößerten Hämorrhoiden neigt, kennt die Symptome genau: Quälender Juckreiz, Brennen und Nässen am After, oft wird sogar das Sitzen zum Problem. Kratzen verstärkt die Beschwerden nur, Analekzeme verschlimmern sich, es kann zu Infektionen kommen.

Artikelinhalte im Überblick:

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Salbe bei leichten Hämorrhoiden empfohlen

Zunächst sollten Beschwerden im Analbereich immer von einem Arzt abgeklärt werden, am besten von einem Facharzt für diesen Bereich, dem Proktologen. Je nach Stadium wird er zu unterschiedlicher Behandlung raten.

Vor allem in den ersten beiden Stadien von Hämorrhoiden sind Salben und Zäpfchen eine gute Behandlungsoption. Sie lassen sich selbst nach Bedarf anwenden. Viele, die bereits einmal unter Hämorrhoiden gelitten haben, haben deshalb Salbe oder Zäpfchen dagegen in ihrer Hausapotheke, damit sie bei den ersten Anzeichen gleich dagegen steuern können. Zwar lassen Salben und Cremes vergrößerte Hämorrhoiden nicht verschwinden, lindern aber Symptome wie Jucken, Brennen und Nässen.

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Welche Wirkstoffe stecken in der Salbe?

Jucken und Brennen, aber auch kleine Hautrisse am After, die durch vergrößerte Hämorrhoiden entstehen können, sprechen gut auf die Behandlung mit Hämorrhoiden-Salbe an. Folgende Inhaltsstoffe machen solche Präparate wirksam:

  • Lidocain: Dieser Wirkstoff betäubt, ist also ein lokales Anästhetikum, wirkt gegen Juckreiz und Schmerzen.

  • Hamamelis: Der Extrakt der Hamamelispflanze enthält Gerbstoffe, die adstringierend (zusammenziehend) wirken und den Heilungsprozess unterstützen.

  • Jojobawachs, gelbes Bienenwachs und Cetiol: Dieses Wirkstoff-Trio lindert die Beschwerden, beruhigt und pflegt die empfindliche Haut der Analregion.

  • Zinkoxid zur Haut- und Wundbehandlung

  • Tannin und Eichenrinde wirken adstringierend

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Wann eignet sich welche Hämorrhoiden-Salbe?

Die Auswahl der Salbe richtet sich nach der Schwere und Art der Symptome. Bei leichteren Beschwerden können Salben mit Jojoba-Öl, Bienenwachs oder Hamamelis infrage kommen. Salben mit fetthaltigen Inhaltsstoffen schützen die Analregion vor Reizungen und erleichtern den Stuhlgang. Die pflanzliche Therapie mit Hamamelis lindert Entzündungen und fördert die Wundheilung. Zur akuten Behandlung eignen sich Präparate mit schmerzlinderndem Lidocain – wenn die Behandlung schnell erfolgen soll, gibt es auch hier frei verkäufliche Salben in niedriger Dosierung. Höher dosierte Salben sind wiederum verschreibungspflichtig.

Nur für den kurzfristigen Gebrauch eignet sich eine verschreibungspflichtige Hämorrhoiden-Salbe mit Kortison. Der Entzündungshemmer stillt den Juckreiz und unterstützt das Abheilen eines Analekzems. Danach sollte auf sanftere Mittel umgestiegen werden, denn auf Dauer lässt Kortison die Haut dünn werden und schwächt die lokale Abwehr von Krankheitserregern wie Pilzen und Bakterien. Wer Hämorrhoiden-Salbe mit Kortison länger als nach Anweisung des Arztes anwendet, riskiert deshalb eine unangenehme Pilzerkrankung im Analbereich.

Für alle Produkte gilt: Bitte wenden Sie sich an einen Arzt, falls nach zwei Wochen keine Besserung der Beschwerden eingetreten ist.

Hämorrhoiden-Salbe richtig anwenden

Hämorrhoiden-Salbe sollte meist zwei- bis dreimal täglich angewendet werden. Sinnvoll ist es, die Behandlung vor und nach dem Stuhlgang durchzuführen. Die Hämorrhoiden-Salbe wird im After und um die Afteröffnung aufgetragen. Weitere wichtige Tipps:

  • Benutzen Sie zum Auftragen jedes Mal einen frischen Fingerling (Apotheke).

  • Der Finger, den sie mit Fingerling und Hämorrhoiden-Salbe vorsichtig in den After einführen, sollte einen möglichst kurzen, gut gefeilten Nagel haben, ohne Kanten. Sonst kann es zu Verletzungen der empfindlichen Afterhaut kommen.

  • Viel hilft nicht viel: Es genügt, Hämorrhoiden-Salbe dünn aufzutragen

Applikator bringt Salbe an die richtige Stelle

Manche Hämorrhoiden-Salben haben zusätzlich einen Applikator, damit die Salbe wirklich an die richtige Stelle kommt. Dieser kleine, schmale Kegel mit runder Kappe hat mehrere Löcher. Der Appliaktor wird auf die Salbentube geschraubt, die Salbe in den Applikator gedrückt. Danach den Applikator vorsichtig in den After einführen. Jetzt nochmals auf die Tube drücken und den Applikator leicht drehen.  

Auf diese Weise gelangt die Salbe direkt rundum auf die zu behandelnde Region, in den After und auf seinen Rand. Reinigen Sie den Applikator nach der Anwendung am besten unter fließendem warmen Wasser und tupfen Sie ihn mit Toilettenpapier ab.

Eine saubere Sache: Zäpfchen

Unangenehm wird es, wenn vergrößerte Hämorrhoiden einen zwingen, unterwegs eine Toilette aufzusuchen, um sich durch Auftragen einer Salbe Linderung zu verschaffen. Wer will schon unter nicht idealen hygienischen Bedingungen den Applikator der Tube am Waschbecken reinigen? Am besten gar unten den neugierigen Blicken der Menschen neben einem und in der Warteschlange?

Doch das für Hämorrhoiden typische Jucken und Brennen im After muss niemandem von Freizeitvergnügen abhalten. Zäpfchen lassen sich bequem in der Toilettenkabine benutzen und diskret im dortigen Mülleimer entsorgen. Außerdem sind die handlichen Portionspackungen leicht in jeder Tasche zu verstauen. Zäpfchen sind also eine gute Lösung für Ausflüge und Reisen, aber auch am Arbeitsplatz.

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