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Gegen Juckreiz & Entzündung

Eichenrinde: Sitzbad oder Salbe hilfreich bei Hämorrhoiden

Eichenrinde gilt als bewährtes Hausmittel bei Hämorrhoiden und Entzündungen im Analbereich. Erfahren Sie alles über die Wirkung und die vielfältigen Anwendungsgebiete von Eichenrinde und wie Sie Sitzbäder und Salben selber herstellen können.

Eichenrinde
Eichenrinde enthält Gerbstoffe, die Juckreiz und Entzündungen bei Hämorrhoiden lindern.
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Eichenrinde ist reich an Gerbstoffen und wirkt blutungsstillend, entzündungshemmend und lindert Juckreiz. Deshalb hat sich die äußerliche Anwendung der Eichenrinde in Form von Sitzbädern oder Salben bei Hämorrhoiden, Analfissuren und Analekzemen als natürliches Hausmittel bewährt.

Artikelinhalte im Überblick:

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Heilsame Wirkung der Eichenrinde

Den in Eichenrinde reichlich enthaltenen Gerbstoffen – in erster Linie Katechingerbstoffe, Tannine und Bitterstoffe – verdankt sie ihre starke Wirkung als Heilpflanze.

Die Gerbstoffe binden Proteine in der Haut und Schleimhaut, die sich daraufhin zusammenziehen. Durch diese adstringierende (zusammenziehende) Wirkung werden oberflächliche kleine Wunden und Hautrisse verschlossen und gegenüber eindringenden Erregern abdichtet. Sie hören auf zu nässen und verheilen schneller. Darüber hinaus wirken sich die Gerbstoffe dämpfend auf Nervenreizleitungen aus und stoppen auf diese Weise Brennen und Juckreiz.

Äußerlich angewendet eignet sich Eichenrinde als Aufguss für Sitzbäder, Waschungen und Umschläge oder als Creme oder Salbe zur Versorgung von leicht entzündlichen Hauterkrankungen im Genital- und Analbereich. Klassischer Einsatzbereich sind neben vergrößerten Hämorrhoiden und Analfissuren auch Ekzeme, Geschwüre und Abszesse. Und sogar bei Kleinkindern mit wundem Po (Windeldermatitis) kann ein Sitzbad mit Eichenrinde helfen.

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Sitzbäder mit Eichenrinde – wohltuend bei Hämorrhoiden und Analekzemen

Die adstringierende, juckreizstillende und heilende Wirkung macht die Eichenrinde zum bewährten Hausmittel bei vergrößerten Hämorrhoiden und entzündeten Analekzemen. Ein Sitzbad – anfangs einmal täglich, später nach Bedarf zwei bis dreimal die Woche angewendet – lindert die Beschwerden im akuten Zustand und wird auch nach einer Hämorrhoiden-Operation zur Beschleunigung der Heilung empfohlen.

Schnell und einfach geht es mit Fertigzusätzen aus Eichenrindeextrakt, erhältlich in Form von Tropfen, Tinkturen, Badezusätzen und Teemischungen in der Apotheke. Wenn Sie fertige Badezusätze verwenden, sollten Sie diese immer nach Packungsbeilage zubereiten. Ein Eichenrinde-Sitzbad selber herzustellen, ist aber auch nicht kompliziert.

Eichenrinde-Sitzbad selbst herstellen

  • Eine Handvoll Eichenrinde (oder ca. 25g) in einem Liter Wasser auf kleiner Flamme ca. 15 Min. köcheln lassen
  • Aufguss durch ein Sieb abseihen
  • Abkühlen lassen
  • In eine kleine Sitzwanne oder große Schüssel geben und mit Wasser aufgießen
  • Zehn Minuten Sitzbad nehmen
  • Einmal pro Tag anwenden

Für ein Sitzbad müssen Sie nicht extra eine Sitzbadewanne anschaffen. Genauso gut eignet sich ein Bidet, die nur wenig befüllte Badewanne oder Duschwanne oder auch eine große Waschschüssel. Optimal ist letzteres auch, da der braune Aufguss der Eichenrinde in der Badewanne unschöne Spuren hinterlassen kann.

Wichtig bei Hämorrhoiden: Das Wasser sollte nicht zu warm sein, da sonst die adstringierende Wirkung verloren geht. Nach dem Sitzbad die Haut vorsichtig trocken tupfen.  

Eichenrinde-Salbe lindert Juckreiz und Schmerzen bei Hämorrhoiden

Die abheilende, desinfizierende Wirkung der Eichenrinde kommt auch bei Salben, Cremes und Lotionen zum Einsatz. Fertigsalben mit Eichenrindenextrakt bekommen Sie in jeder Apotheke. Sie können Sie mehrmals täglich anwenden und auch mit einem abendlichen Sitzbad mit Eichenrinde kombinieren. Eine Salbe mit Eichenrinde können Sie ebenfalls selber herstellen oder auf Anweisung in der Apotheke anrühren lassen.

Rezeptur für Hämorrhoiden-Salbe

Eine einfache, zeitsparende Methode, eine wirksame Hämorrhoidensalbe aus Eichenrindenpulver selber herzustellen, ist folgende: Mischen Sie einen Teelöffel Eichenrindenpulver mit zwei bis drei Esslöffel Ringelblumensalbe (beides in der Apotheke zu kaufen).

Nach Bedarf können Sie weitere, die Wirkung unterstützende Heilkräuter hinzufügen. Die folgende Heilsalbe vereint die adstringierende Wirkung der Eichenrinde mit der heilungsfördernden Wirkung von Kamille und Ringelblume und der entzündungshemmenden Wirkung von Hamamelis.

Rezeptur für Hämorrhoiden-Salbe mit Eichenrinde

Für die Heilsalbe benötigen Sie:

  • 30 g Eichenrinde,
  • je 25 g Birkenblätter, Kamillenblüten und Ringelblume,
  • je 10 g Hamamelis, Zinnkraut und Scharfgarbe

Zubereitungsempfehlung:

  • Mit den Kräutern einen Aufguss herstellen. Dabei die Kräuter mit kaltem Wasser übergießen, erhitzen und etwa 10 bis 15 Minuten leicht köcheln lassen.
  • Feste Bestandteile abseihen
  • Anschließend je 10 ml des abgekochten Suds mit 90 g warmem Melkfett vermischen.
  • Salbe mehrmals täglich im Analbereich auftragen.

Tipp: Die Heilsalbe ist leider nicht sehr lange haltbar. Sie können Sie aber auch auf kleine Wunden, Hautekzeme oder juckende Hautstellen und sogar auf kleinere Verbrennungen auftragen.

Überall in Europa heimisch: die Stieleiche (Quercus robur)

Weltweit gibt es über 300 Eichenarten. In Mitteleuropa am meisten verbreitet ist die die Stieleiche (Quercus robur), auch Deutsche Eiche oder Sommereiche genannt, aus der die Eichenrinde gewonnen wird. Sie ist extrem robust und anpassungsfähig, so dass sie praktisch überall wächst, vom nördlichen Mittelmeerraum über die Mittellagen der bayerischen Alpen bis nach Skandinavien. Eichen gehören zu den Buchengewächsen und können viele hundert Jahre, in seltenen Fällen sogar über 1.000 Jahre alt werden. Sie erreichen einen Umfang von bis zu zehn Metern und zeigen im Alter die charakteristische verwitterte, rissige graubraune Borke.

Für medizinische Zwecke wird jedoch die Rinde junger Zweige und Stockausschläge verwendet, da sie am meisten Gerbstoffe enthält. Stieleichen werden zu diesem Zweck in Sträuchern kultiviert und die Rinde im Frühjahr in Form von etwa sechs Zentimeter großen Rindenstücken abgeschält. Die heilsame Droge besteht dann aus der getrockneten, zerkleinerten Eichenrinde.

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