arzt_chirurg

Behandlung

Liften, Schneiden, Formen: Hämorrhoiden-Operationen im Überblick

Je nach Stadium und Stärke eines Hämorrhoidenleidens wenden Chirurgen unterschiedliche Methoden an, um die Gewebeknoten zu entfernen.

Operation muss sensible Analhaut schonen

Es hilft nichts: Sind die Hämorrhoiden so stark vergrößert, dass sie aus dem After fallen, müssen sie entfernt werden. Anders lassen sich Erkrankung im III. oder IV. Stadium nicht in den Griff bekommen. Es gibt verschiedene Operationsarten, zwischen denen ein Chirurg entscheiden kann und muss. Welche Methode für den jeweiligen Patienten die beste ist, hängt davon ab, wie weit das Leiden fortgeschritten ist. Nehmen die Hämorrhoiden den Afterkanal z.B. schon mit nach außen, muss der Operateur ein plastisches Verfahren wählen, wie etwa die Fansler-Arnold-Methode. Allen Eingriffen gemeinsam ist, dass die erweiterten Blutgefässe entfernt werden – mal mit, mal ohne Schleimhaut und Anoderm. Letzteres ist die sensible, mit zahlreichen Nervenenden, ausgestattete Haut am Ausgang des Analkanals. Je weniger von der Anoderm und der Schleimhaut entfernt wird, desto besser funktioniert der After nach der Operation. Schneidet ein ungeübter Chirurg zu viel Anoderm weg, kann der Patienten später beim Ablassen von Luft ungewollt flüssigen Stuhl verlieren.

Die gängigsten Verfahren im Überblick:

  • Milligan-Morgan: Diese Methode wird in Deutschland sehr oft angewandt. Dabei entfernt der Chirurg die vergrößerten Hämorrhoidenknoten mit Schleimhaut und Anoderm. Das Besondere an dem Verfahren ist, dass die Wunde offen bleibt. So kann das Wundsekret gut abfließen, was die Wunde schnell heilen lässt.
  • Ferguson: Hier wird der Hämorrhoidalknoten wie bei der Milligan-Morgan-Methode entfernt, aber die Wunde bleibt nicht offen. Sie wird bis auf eine kleine Stelle zugenäht, damit das Wundsekret durch das Loch abfließen kann.
  • Parks: Bei dieser Technik lassen sich stark vergrößerte Hämorrhoidenknoten durch einen Y-Schnitt in drei Bereichen operieren. Dabei legt der Chirurg das Gewebepolster unter der Schleimhaut frei, um es zu entfernen. Die Wunde näht er anschließend bis auf eine kleine Stelle zum Abfluss für das Wundsekret zu. Die Methode ist sehr aufwändig. Ein Vorzug dieser Technik ist, dass sie die innere Haut des Analkanals schont.
  • Fansler-Arnold: Dieses Verfahren setzen Operateure bei einem sehr weit fortgeschrittenen Hämorrhoidenleiden ein. Es hat einen plastischen Charakter. Die Wunde wird nach der OP bis auf eine kleine Stelle geschlossen. So kann Sekret abfließen und die Wunde heilen.
  • Longo oder Stapler-Methode: Bei dieser Operationstechnik schneidet der Chirurg nicht – er liftet das vergrößerte Hämorrhoidengewebe sozusagen. Es wird mit einem speziellen Operationsgerät (Stapler) gestrafft und vernäht. Das Verfahren eignet sich nur, wenn die Hämorrhoiden den Afterkanal noch nicht mit nach außen ziehen. Da der Chirurg in der unsensiblen Schleimhaut schneidet, hat der Patient keine Schmerzen.

Abführmittel nach der OP vergrößern die Schmerzen

Nach einer Hämorrhoiden-Operation muss der Patient etwa drei Tage im Krankenhaus bleiben, da Nachblutungen auftreten können. Bei Männern kommt es gelegentlich auch zu Harnverhalt. Selten gibt es Verletzungen oder Komplikationen, die die Funktion des Afters beeinträchtigen und eine Inkontinenz nach sich ziehen. Um die Schmerzen beim Toilettengang zu lindern, ist es nach einer Operation wichtig, dass der Stuhl weich ist. Das gelingt am besten durch ballaststoffreiches Essen und 2-3 Liter Flüssigkeit am Tag. Auf keinen Fall darf der Patient Abführmittel einnehmen, betont der Coloproktologe Dr. Bernhard Lenhard. Ein breiig-flüssiger Stuhl verlangsame die Heilung. Außerdem reize er die Wunde und beschere dem Patienten starke Schmerzen. Nach der Hämorrhoiden-OP sollte der After 3-4 Mal täglich mit klarem Wasser abgeduscht werden. Wahlweise sind auch Sitzbäder möglich. Nach dem Säubern sollte der Patient eine Mullkompresse vor den Afterausgang legen, um damit das Wundsekret aufzufangen. Eine Salbe auf der Kompresse unterstützt die Heilung. Wichtig sei allerdings, keine desinfizierenden Mittel einzusetzen, sagt Lenhard, sondern lediglich einfache Wund- und Heilsalbe zu verwenden. Hämorrhoidenmittel, sogenannte Proktologika, brächten in dieser Situation keinen Nutzen. Nach einer Hämorrhoiden-Operation ist jemand im Schnitt 7-10 Tage arbeitsunfähig.


Quelle: Nach Informationen des Coloproktologen Dr. Bernhard Lenhard, des Universitätsspitals Zürich, des Rhein-Main-Medical-Centers, der Zeitung Der Allgemeinarzt 12/2006 und kolo-proktologie.de
Autor: Martina Janning
Stand: Oct 9, 2008


Sie lesen gerade:

Liften, Schneiden, Formen: Hämorrhoiden-Operationen im Überblick

Seite empfehlen:
A A A
Anzeige Posterisan akut

Hämorrhoiden?

fragezeichen_2

Machen Sie den Test!

Könnten Ihre Beschwerden auf Hämorrhoiden deuten? Der Test ist anonym und dauert ca. 10 Minuten.

Hämorrhoiden Selbsttest

shop-apotheke.com (Anzeige)

Posterisan

Salbe (N1) 25 g 6,49

Jetzt bestellen

*bei verschreibungsfreien Arzneimitteln. Im Vergleich zur UVP.

Expertenrat Hämorrhoiden

Die Arztwahl ist nicht nur eine Frage der Sympathie

Eine Ärztin antwortet

Die Symptome von Hämorrhoiden sind vielen peinlich. Hier können Sie anonym Ihre Fragen stellen. Eine Ärztin antwortet!

Expertenrat Hämorrhoiden

Bilderstrecke

bilderstrecke_analerkrankungen_fistel_special_haemorrhoiden

Analerkrankungen

Analerkrankungen in der Übersicht: Abszess, Ekzem, Fissur, Fistel, Mariske und Thrombose. Informieren Sie sich hier.

Zur Bilderstrecke

Ratgeber Hämorrhoiden

Broschüre

Kostenlos bestellen!

"Gut zu Wissen" heißt der Ratgeber zum Thema Hämorrhoiden. Sie erhalten ihn schnell, gratis und neutral verpackt per Post

mehr

Interaktiv

flash_yoda_haemorroiden_erkrankungsgrade

Alle Infofilme im Überblick

Proktoskopie, Behandlung, Alltag...
Kurze vertonte Filme rund um das Thema Hämorrhoiden.

mehr

LIFELINE Web-TV Hämorrhoiden

Hämorrhoiden - was sind das?

Urlaubslast Hämorrhoiden mehr
Hämorrhoiden in der Schwangerschaft mehr
Zum laufenden Programm

Jeden Monat aktuell

Frau im Badeanzug

Newsletter

Wer den Newsletter Hämorrhoiden abonniert, erhält einmal im Monat Informationen per E-Mail. Aktuelle Themen und Erkenntnisse.

mehr

www.scheidenpilz.com

Das Rasieren des Intimbereichs ist kein Risikofaktor für Scheidenpilz

Webtipp für Frauen

Auch Scheidenpilz kann unangenehme Symptome im Intimbereich verursachen.

 mehr