Fehlernährung, Verstopfung, Bewegungsmangel

Hämorrhoiden: Ursachen und vermeidbare Risikofaktoren

Das Risiko, dass Hämorrhoiden sich schmerzhaft vergrößern, nimmt mit dem Alter zu. Trotzdem sind auch junge Menschen häufig betroffen, denn die Ursachen für das Leiden sind vielfältig. Was behandlungsbedürftige Hämorrhoiden auslöst und welche Risikofaktoren sich ganz leicht meiden lassen.

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Auch jüngere Menschen können an Hämorrhoiden erkranken. Bei ihnen sind vor allem Fehlernährung, Bewegungsmangel und damit verbundene Verdauungsprobleme schuld.
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Schätzungen zufolge ist die Hälfte aller Menschen jenseits des 30. Lebensjahres von vergrößerten Hämorrhoiden betroffen. Doch auch unter Jüngeren nimmt die Erkrankungsrate zu. Zu den Einflüssen, die die Entstehung eines Hämorrhoidalleidens begünstigen, gehören:

  • Darmträgheit
  • häufige Verstopfungen
  • Pressen während des Stuhlgangs
  • häufiger Durchfall
  • Fehlernährung
  • Übergewicht
  • Bewegungsarmut
  • Bindegewebsschwäche
  • Beckenbodenschwäche
  • Missbrauch von Abführmitteln
  • genetische Faktoren
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Verstopfung als Hauptursache: Fehlernährung gibt oft Ausschlag

Meist steht eine ballaststoffarme Kost am Anfang der Krankheitsentstehung: Fehlernährung, aber auch Bewegungsmangel führen zu Darmträgheit, Verstopfungen, langen Sitzungen und Pressen auf der Toilette – allesamt Faktoren, die zu den häufigsten Ursachen für die Entstehung von vergrößerten Hämorrhoiden zählen.

Ungesunde Ernährung begünstigt zudem Übergewicht. Der ständige Druck auf die Beckenbodenmuskulatur kann diese überlasten und das Hämorrhoidalleiden verschärfen. Aus dem gleichen Grund können auch Schwangerschaft und Entbindung das Problem vergrößerter Hämorrhoiden weiter verschlimmern.

Die richtige Ernährung bei Hämorrhoiden

Auch Durchfall kann Ursache für vergrößerte Hämorrhoiden sein

Ist der Stuhl nicht geformt, sondern regelmäßig breiig bis durchfallartig, wird der Darm mitunter träge: Der Schließmuskel muss sich beim Toilettengang nicht mehr weiten und kann sich dauerhaft verengen, das Blut aus den Gefäßpolstern fließt in der Folge nicht mehr richtig. Es staut sich und sorgt für vergrößerte Hämorrhoiden. Aus diesem Grund ist auch der dauerhafte Gebrauch von Abführmitteln nicht zu empfehlen, weil sie den Stuhl weich bis flüssig machen. Durchfall kann außerdem zu Hautreizungen führen, die das häufig auftretende Analekzem bei einem bereits bestehenden Hämorrhoidalleiden verschlimmern.

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Bewegungsmangel vermeiden, aber Beckboden nicht zusätzlich belasten

Im Allgemeinen wird viel Bewegung zur Vorbeugung von Hämorrhoiden empfohlen, weil dadurch auch die Darmtätigkeit angeregt, Verstopfung aber verhindert wird. Doch nicht jede Sportart ist zur Vorbeugung eines Hämorrhoidalleidens zu empfehlen: Starker Druck auf die Beckenbodenmuskulatur sollte vermieden werden, denn dadurch werden die zartwandigen Blutgefäße des Hämorrhoidalpolsters gedehnt, das sich dauerhaft vergrößern kann.

Zu den ungünstigen Sportarten zählen jene, die mit Hüpfen, Springen und Aufprallbewegungen verbunden sind und so den Beckenboden belasten. Darunter fallen unter anderem Tennis, Squash, Joggen, Seilspringen und Aerobic. Auch Gewichtheben ist nicht zu empfehlen, denn es belastet ebenfalls den Beckenboden. Entlastend und daher empfehlenswert zur Vorbeugung vergrößerter Hämorrhoiden sind hingegen Sportarten wie Radfahren und Schwimmen.

Schwaches Bindegewebe als Ursache für Hämorrhoiden

Im Alter können sich die Hämorrhoidalgefäße mit mehr Blut füllen, da die Elastizität des Gewebes nachlässt. Der normale Rückfluss wird vermindert und die Gefäßwände überdehnt. Am Ende entstehen die Gefäßknoten, die landläufig als Hämorrhoiden bezeichnet werden.

Vergrößerte Hämorrhoiden können auch familiär bedingt sein: Mediziner beobachten immer wieder einen angeborenen Elastizitätsmangel des stützenden Bindegewebes, mit dem auch das Hämorrhoidalgeflecht ausgestattet ist.

Schon in jungen Jahren Hämorrhoiden vorbeugen

Wer einige Grundsätze beachtet, kann sich auch mit zunehmendem Alter gegen die Entstehung hämorrhoidaler Erkrankungen wappnen. Zu den präventiven Maßnahmen zählen:

  • Sorgen Sie für weichen, wohlgeformten Stuhlgang durch eine ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung in Form von Getreide, Gemüse und Obst. Vermeiden Sie dabei blähende Speisen und trinken Sie reichlich (mindestens 1,5 Liter kalorienarme Flüssigkeit am Tag).

  • Zögern Sie den Drang zur Stuhlentleerung nicht unnötig hinaus. Vermeiden Sie lange Sitzungen auf dem "stillen Örtchen" und Pressen während des Stuhlgangs.

  • Bewegen Sie sich viel und regelmäßig. Das bringt den Darm in Schwung und beugt Verstopfungen vor. Zusätzlich kann Beckenbodentraining sinnvoll sein.

  • Wenn Sie übergewichtig sind, ziehen Sie eine Gewichtsreduzierung in Betracht. Das kann den Beckenboden entlasten und Hämrrhoiden so vorbeugen.

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Autor:
Letzte Aktualisierung: 06. Oktober 2017

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