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Wenn der After juckt, brennt oder schmerzt: Die häufigsten Analerkrankungen

Schmerzen beim Stuhlgang, Schleimabsonderungen oder Blut, Jucken und Brennen, tastbare Veränderungen rund um den After – ein Laie schließt bei diesen Symptomen schnell auf vergrößerte Hämorrhoiden. Doch nicht selten handelt es sich um andere krankhafte Veränderungen am After.

Statue Marmor mit knackigen Po
Beschwerden am Po – Jucken, Druckgefühl, Schmerzen – sind oft auf Hämorrhoiden zurückzuführen, können aber auch andere Ursachen haben.
iStock

Hämorrhoiden sind weit verbreitet. Experten schätzen, dass zwischen 70 und 80 Prozent der Bevölkerung irgendwann einmal mit Beschwerden durch vergrößerte Hämorrhoiden zu tun hat. Der After juckt, brennt oder schmerzt, Knoten können tastbar sein, manchmal kommt es zu Blutungen. Doch die eigentlich typischen Symptome können auch Hinweis auf andere Erkrankungen in der Analregion sein.

Marisken

Hämorrhoiden werden sehr häufig mit Marisken verwechselt. Marisken sind Hautläppchen am After. Doch im Gegensatz zu eigentlichen Hämorrhoiden nässen und bluten sie nicht. Analfalten sind nicht krankhaft, eine Entfernung daher unnötig. Nur wenn sehr ausgeprägte Marisken es unmöglich machen, den Anus sauber zu halten, sollte eine Operation erwogen werden.

Feigwarzen

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Auch Feigwarzen gehören zu den Erkrankungen im Analbereich, die leicht mit Hämorrhoiden verwechselt werden: Auch hier juckt, brennt und nässt der Po. Gelegentlich kommt es zu Blutungen. Feigwarzen werden durch humane Papillom-Viren verursacht und sind ansteckend.

Analthrombose

Eine Analthrombose tritt im Gegensatz zu Hämorrhoiden plötzlich auf und liegt meist direkt am After. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu Hämorrhoiden. Es handelt sich dabei um ein Blutgerinnsel, verursacht durch starkes Pressen auf der Toilette, Schwangerschaft, Gewichtheben, langes Fahrradfahren oder ständiges Sitzen.

Analekzem

Wenn die empfindliche Haut rund um den After nässt, entzündet und wund ist, spricht man von einem Analekzem. Es tritt oft in Begleitung von Hämorrhoiden auf, kann jedoch auch durch eine Allergie oder eine Neurodermitis verursacht werden. Das Ekzem ist dabei nicht auf die äußere Afterregion begrenzt sondern kann auch in den Analkanal hineinreichen.

Analfissur

Lange Sitzungen auf der Toilette und sehr harter Stuhlgang können eine Analfissur hervorrufen. Es entstehen sehr schmerzhafte Risse in der Haut des Analkanals, die oft noch Stunden nach dem Toilettengang anhalten. Die Einrisse können sich entzünden führen zu einer Verkrampfung des Schließmuskels.

Prolaps

Bei einem Prolaps wölbt sich ein Teil des Mastdarms aus dem After, man spricht auch von einem Mastdarmvorfall. Er betrifft vor allem Rauen, deren Beckenboden durch Schwangerschaften und Geburten erschlafft sein kann.

Proktitis

Wenn es aus dem After blutet, kann auch eine Proktitis dahinterstecken. So nennen Ärzte eine Entzündung im letzten Abschnitt des Darms. Auch gutartige Darmpolypen, eine Vorstufe zum Darmkrebs, können für Blutauflagerungen auf dem Stuhl verantwortlich sein.

Rektozelen

Rektozelen, Vorwölbungen des Mastdarms, werden oft erst erkannt, wenn sie Beschwerden bereiten. Dann kommt es zu einem Gefühl, den Darm beim Toilettengang nicht vollständig entleeren zu können. Auch Stuhlschmieren ist ein häufiges Symptom.

Analfisteln

Grund für Schmerzen in der Aftergegend können auch Analfisteln sein. Eiterherde (Abzesse) in den Wänden des Enddarms suchen sich manchmal einen Weg nach draußen. So entstehen röhrenförmige Kanäle, über die stetig oder in Schüben Blut und Eiter abfließen. Analfisteln sind zwar oft eine Begleiterkrankung von Hämorrhoiden, doch müssen sie besonders behandelt werden. Hier ist der Rat des Facharztes unerlässlich. Denn Versuche, sich etwa mit Eis Linderung zu verschaffen, ist in diesem Fall oftmals gefährlich: Durch die Kälte können Eiterbestandteile in die Blutbahn geraten und eine Blutvergiftung hervorrufen.

Die häufigsten Analerkrankungen

Dunkles Blut: Erkrankung im Magen-Darm-Trakt

Neben Schmerzen und Jucken im Analbereich ist helles Blut im Stuhl charakteristisch für Hämorrhoiden. Doch auch dieses Symptom findet sich bei vielen anderen Krankheiten. Es ist darum wichtig, auf die Farbe des Blutes zu achten. Nur hellrotes, frisches Blut stammt wirklich aus dem letzten Darmabschnitt oder dem Afterbereich. Alles, was dunkel oder sogar braun-schwarz erscheint, hat eine längere Darmpassage hinter sich.

In diesem Fall können Magengeschwüre oder auch Ösophagusvarizen (Krampfadern auf der Speiseröhre) dahinter stecken. Sie geben nämlich häufig Blut in den Magen-Darm-Trakt ab. Ösophagusvarizen entstehen, wenn das Blut nicht mehr ausreichend in Richtung Leber abfließen kann, weil diese etwa durch exzessiven Alkoholkonsum geschädigt ist.

Doch selbst wenn das Blut im Stuhl nicht dunkel ist: Findet der Patient regelmäßig helles Blut nach dem Toilettengang, ist eine Darmspiegelung (Koloskopie) zu empfehlen. Gewissheit, um welche Erkrankung es sich im einzelnen Fall handelt, kann immer nur eine Untersuchung beim Arzt liefern. Deshalb sollte bei allen Beschwerden in der Analregion, die sich nicht von selbst nach kurzer Zeit bessern, der Hausarzt oder ein Proktologe aufgesucht werden.

Salben, Zäpfchen, OP: So werden Sie Hämorrhoiden los

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Autor:
Letzte Aktualisierung: 04. Januar 2017
Durch: sist

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