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Blutungen ernst nehmen

Darmkrebs: Schwarzer Stuhlgang nicht das einzige Symptom

Schwarzer Stuhlgang steht meist nicht in Zusammenhang mit Hämorrhoiden, sondern deutet auf Blutungen im Darm hin und sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Zwar ist Darmkrebs eher selten die Ursache für schwarzen Stuhlgang, doch je früher ein Kolonkarzinom erkannt wird, desto besser die Heilungschancen!

Mann sitzt auf der Toilette
Schwarzer Stuhlgang sollte sehr ernst genommen werden. Ein Arztbesuch ist jetzt Pflicht!
© iStock.com/Pixygirlly

Blut auf dem Stuhl oder Toilettenpapier sind für Hämorrhoiden-Geplagte nichts Neues. Kein Grund zu einem Arzt zu gehen, denken sie und riskieren schwerwiegende Folgen. Vor allem, wenn es sich nicht um frisches, hellrotes Blut handelt, sondern um schwarzen Stuhlgang.

Chemische Reaktionen im Darm können den roten Blutfarbstoff Hämoglobin so verändern, dass die Farbe des Bluts nach schwarz umschlägt. Kleinere Blutbeimengungen sind hingegen oftmals mit dem bloßen Auge gar nicht zu erkennen und können nur durch gezielte Testverfahren nachgewiesen werden. In diesen Fällen wird von okkulten (verborgenen) Blutungen gesprochen.

Schwarzer Stuhl kann auf Darmkrebs hindeuten

Die schwerwiegendste Ursache von schwarzem Stuhl ist Darmkrebs (Kolonkarzinom oder kolorektales Karzinom). In etwa zwei bis vier Prozent aller Fälle von blutigem Stuhl ist ein Krebs der Auslöser. Bei Betroffenen über 60 Jahren steigt dieser Anteil auf sieben Prozent an. Auch wenn Darmkrebs damit nur relativ selten die Ursache von schwarzem Stuhlgang ist, sollte die Erkrankung doch in jedem Fall ausgeschlossen werden. Das gilt umso mehr, als Darmkrebs besser zu behandeln ist, je früher er erkannt wird. Gerade in Anfangsstadien ist das Kolonkarzinom oft heilbar.

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Darmkrebs gehört in Deutschland zu den häufigsten bösartigen Krankheiten. Im Jahr 2013 erkrankten laut Robert-Koch-Institut mehr als 33.000 Männer und knapp 28.000 Frauen an Dick- oder Enddarmkrebs. Das Kolonkarzinom ist damit sowohl bei Frauen als auch bei Männern der zweithäufigste Krebs (nach Tumoren der Brustdrüse beziehungsweise der Prostata).

Besonders schlimm sei, dass eine Blutung bei Darmkrebs eine Hämorrhoiden-Blutung imitieren könne, sagt Proktologe Lenhard: "So glaubt der Patient, er habe nur Hämorrhoiden, während unbemerkt ein Darmkrebs vor sich hinwächst." Ein gefährlicher Fehlschluss, denn blutet Darmkrebs, befindet er sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium.

Schwarzer Stuhlgang ist nicht das einzige Symptom für Darmkrebs

Anzeichen wie dunklen Stuhl sollte also niemand leichthin abtun, schon gar nicht, wenn er mittleren Alters ist. Die Deutsche Krebsgesellschaft nennt weitere Beschwerden, die auf einen Darmtumor hinweisen können:

  • Bei Blähungen entweicht etwas Blut, Schleim oder Stuhl.
  • veränderte Stuhlgewohnheiten, zum Beispiel Wechsel von Verstopfung und Durchfall
  • wiederholte, krampfartige Bauchschmerzen, die länger als eine Woche anhalten
  • laute Darmgeräusche, Rumoren, starke anhaltende Blähungen
  • häufiger Stuhldrang und auffallend übel riechender Stuhl
  • Blässe, Abgeschlagenheit, Leistungsabfall, Gewichtsabnahme
  • tastbare Verhärtungen im Bauchraum und vergrößerte Lymphknoten
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Risikofaktoren für ein Kolonkarzinom

Die Entwicklung eines kolorektalen Karzinoms unterliegt vielen Faktoren. Nicht alle kann man selbst beeinflussen. So haben unter anderem Personen ein erhöhtes Risiko, die

  • über 40 Jahre alt sind,
  • sich einer Ureterosigmoidostomie (operatives Verfahren zur Urinableitung) unterzogen haben,
  • Verwandte 1. Grades haben, die bereits an einem Kolonkarzinom erkrankt sind,
  • bereits früher an Darm-, Brust-, Gebärmutter- oder Eierstockkrebs gelitten haben,
  • bereits früher Darmpolypen (gutartige Geschwulste auf der Darmschleimhaut) aufgewiesen haben,
  • Verwandte mit einem Polyposissyndrom (darunter fallen Krankheiten, bei denen es zu einer Ansammlung von Polypen in Hohlorganen kommt) haben,
  • Verwandte mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, haben.

Daneben gibt es Risikofaktoren für Darmkrebs, die sich vermeiden lassen – allen voran eine fettreiche und ballaststoffarme Kost. Auch das Entfernen von Darmpolypen, die man durch einen regelmäßigen, ärztlichen Check entdeckt, senkt die Gefahr, ein Kolonkarzinom zu entwickeln (siehe Früherkennung unten).

Diagnose: Koloskopie kann Darmkrebs ausschließen

Bei Verdacht auf Darmkrebs ist die Spiegelung des Dickdarms (Koloskopie) ein wichtiges Diagnoseverfahren. Dabei wird ein flexibles, etwa fingerdickes, schlauchförmiges Instrument (Endoskop) vom After in den Darm eingeführt. An der Spitze des Instruments befinden sich eine Lichtquelle und eine Optik, die ein Bild der Darminnenwand wiedergeben. Blutungen und Darmveränderungen können so vom Arzt unmittelbar während der Untersuchung erkannt werden.

Spezielle Arbeitskanäle in Endoskopen erlauben es, mithilfe kleiner Instrumente während der Untersuchung Gewebeproben aus dem Darm zu entnehmen und sogar bestimmte mögliche Vorstufen von Darmkrebs, sogenannte Polypen, heilend zu entfernen. Obwohl die Untersuchung aufgrund der vorbereitend notwendigen Darmreinigung für die Patienten mit einem gewissen Aufwand verbunden ist, sollten Betroffene deshalb nicht zögern, die Untersuchung vornehmen zu lassen.

Experten empfehlen, bei schwarzem Stuhl stets eine Spiegelung des gesamten Dickdarms vorzunehmen. Nur bei jungen Patienten kann es unter Umständen genügen, die Untersuchung auf den unteren Darmabschnitt zu beschränken (Sigmoidoskopie).

Früherkennung verbessert Heilungschancen von Darmkrebs

Darmkrebs entwickele sich in 98% der Fälle aus einem Polypen, während ein Zusammenhang mit Hämorrhoiden unbekannt sei, erklärt Proktologe Lenhard. Ein Polyp ist ein kleiner gutartiger Tumor auf der Darmschleimhaut. Da er sich aber zum bösartigen Tumor wandeln kann, muss er auf jeden Fall entfernt und pathologisch untersucht werden. Noch sei nicht geklärt, wodurch ein Polyp in Darmkrebs übergeht, sagt Lenhard. Als ungünstig gelten jedoch bestimmte Ernährungsgewohnheiten. Der Rat von Experten lautet daher derzeit: fettarm und ballaststoffreich essen, wenig dunkles Fleisch, kaum Alkohol.

Die richtige Ernährung bei Hämorrhoiden

Für eine erfolgreiche Behandlung von Darmkrebs ist zeitiges Erkennen entscheidend. Deshalb ist Vorsorge so wichtig. Ab dem 50. Lebensjahr bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen eine Tastuntersuchung des Enddarms und einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl. Ab dem 56. Lebensjahr kann der Patient zwischen einem Stuhlbriefchentest alle zwei Jahre oder einer Darmspiegelung alle zehn Jahre wählen. "Bei einem hohem Risiko, also bei Darmkrebs der Eltern oder Geschwister, reduziert sich dieser Abstand auf fünf Jahre", sagt Lenhard. "Ist ein Polyp vorhanden, sollte alle drei Jahre eine Vorsorgeuntersuchung gemacht werden."