Gegen Beschwerden im Analbereich

Zäpfchen und Analtampons: Hämorrhoiden-Behandlung im After

Zäpfchen (Suppositorien) sind gezielt für die innere Anwendung konzipiert und können alternativ zu einer Salbe eingesetzt werden. Nach dem Einführen in den Anus werden die Wirkstoffe bei diesen Anwendungsformen über Einwirken der Körperwärme im Darm freigesetzt. Allerdings haben sie einen entscheidenden Nachteil, weshalb Analtampons oft die bessere Alternative sind.

Zäpfchen
Zäpfchen wirken dort, wo die Hämorrhoiden meistens entstehen: im After.
Getty Images/iStockphoto

Die Beschwerden bei Hämorrhoiden wie Brennen, juckende Haut und schmerzende Hautrisse des äußeren Analbereichs lassen sich gut mit Zäpfchen und Salben behandeln. In Apotheken gibt es zahlreiche freiverkäufliche Präparate, die vorwiegend entzündungshemmende Wirkstoffe sowie lokale Anästhetika enthalten – also Stoffe, die Schmerzen, Brennen und Jucken beseitigen. Auch lästigem Hautnässen kann mit Hilfe dieser Präparate oft Einhalt geboten werden.

Die Eigentherapie sollte die Dauer von zwei Wochen jedoch nicht übersteigen. Halten die Beschwerden länger als 14 Tage an, sollte in jedem Fall ein auf diesem Gebiet spezialisierter Arzt, der Proktologe,, aufgesucht werden.

Salben, Zäpfchen, OP: So werden Sie Hämorrhoiden los

Lifeline/Wochit

Zäpfchen mit Gerbstoffen bei Hautrissen

Im Fall von Hautrissen sind Zäpfchen und andere Präparate ratsam, die Gerbstoffe, Tannine, Aluminium- oder Zinksalze enthalten. Diese als Adstringentien bekannten Präparate wirken abschwellend, trocknen die Haut aus und unterstützen so den Heilungsprozess. Kleinere Blutungen können hiermit ebenfalls gestillt werden. Haben sich bereits Pilze im betroffenen Hautbereich angesiedelt, sollten zusätzlich auch antimykotische Medikamente verabreicht werden.

Zäpfchen müssen richtig angewendet werden, sonst können sie ihre Wirkung nicht entfalten: Sie werden nur so weit eingeführt, dass sie sich noch mit der Fingerspitze ertasten lassen. Häufig wandern Zäpfchen jedoch an den vergrößerten Hämorrhoiden vorbei weiter in den Mastdarm und befinden sich somit nicht mehr am gewünschten Wirkungsort, der etwa zwei Zentimeter hinter der Afteröffnung liegt. "Nur beim Einführen haben Zäpfchen wenige Sekunden Kontakt mit dem Analkanal und den Hämorrhoiden", erklärt Coloproktologe Bernhard Lenhard. Nicht optimal. Und damit nicht genug: Rutschen Zäpfchen zu weit nach hinten, geben sie ihre Inhaltsstoffe dort ins Blut ab und wirken somit nicht mehr nur lokal begrenzt, sondern "systemisch", das heißt über das Blut auf den gesamten Körper.

Analtampon ist das bessere Zäpfchen

Analtampons sind daher normalen Zäpfchen bei der Behandlung von Hämorrhoidalleiden überlegen: Sie sind etwa so groß wie normale Zäpfchen, besitzen aber eine Mulleinlage. Dadurch lässt sich der Tampon gezielt am Ort der Beschwerden platzieren. Durch einen Mullstreifen, der nach außen hängt, ist der Sitz leicht zu korrigieren, wenn der Analtampon mal verrutschen sollte. Patienten spürten die Mulleinlage kaum und gewöhnten sich leicht daran, berichtet Lenhard. Er rät, einen Analtampon am besten abends einzuführen. Bis zum Morgen hat sich das Zäpfchen aufgelöst. Der Mullstreifen lässt sich dann einfach herausziehen oder landet beim ersten Stuhlgang in der Toilette.

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Autor:
Letzte Aktualisierung:11. Dezember 2016
Quellen: Nach Informationen von Hämorrhoiden-Forum, Ärztliche Praxis und "Hämorrhiden und der kranke Enddarm" - Ein Ratgeber von Reinhard/Kirsch

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