Tortur Toilettengang?

Verstopfung muss nicht sein!

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Die besten Hausmittel  gegen Verstopfung
Eine ballaststoffreiche Ernährung beugt Hämorrhoiden vor.
Getty Images/Hemera

Eine Verstopfung kann sehr unangenehm sein - für Menschen mit vergrößerten Hämorrhoiden kann sie zur Qual werden. Kein Wunder, dass viele in eine Apotheke eilen, um sich mit einem Abführmittel Erleichterung zu verschaffen. Doch solche Präparate bergen Gefahren. Experten empfehlen Hämorrhoiden-Geplagten stattdessen Ballaststoffe wie Flohsamen oder Weizenkleie.

Verstopfung kann bei vergrößerten und entzündeten Hämorrhoiden zu leidvollen Erfahrungen führen. Was liegt da näher, als sich in der Apotheke ein Abführmittel zu besorgen. In der Tat machen das viele Betroffene - und tun sich damit keinen Gefallen, urteilt Dr. Bernhard Lenhard. "Es ist leichtsinnig, ohne ärztliche Untersuchung Abführmittel zu nehmen. Hinter einer Verstopfung können beispielsweise neurologische Erkrankungen oder Diabetes stecken."

Außerdem: Die meisten Abführmittel entziehen dem Körper Wasser und Mineralien. Genau genommen verhindern sie, dass der Darm diese wichtigen Stoffe aufnimmt, wie es eigentlich seine Aufgabe ist. Das schwächt den Organismus und kann langfristig zu Beschwerden führen. Im Enddarm richten Abführmittel sogar häufig dauerhafte Schäden an. "Nach langjährigem Missbrauch führt breiiger, flüssiger Stuhl zu einer Afterverengung, weil keine natürliche Aufdehnung mehr stattfindet. So eine Analstenose muss operativ aufgedehnt werden", erklärt Proktologe Lenhard.

Für Junge und Gesunde sollten Abführmittel daher grundsätzlich tabu sein. Allenfalls Ältere und Patienten mit neurologischen oder internistischen Erkrankungen könnten so genannte osmotische Laxantien einnehmen, sagt der Fachmann. Solche Mittel, wie Milchzucker (Laktulose) oder Polyethylenglykol, verringerten die Transportzeit von Nahrung durch den Darm.

Ballaststoffe statt Abführmittel

"Ein Hämorrhoidalleiden rechtfertigt prinzipiell keine Abführmittel", betont Lenhard. Um wieder zu normalem Stuhlgang zu kommen, laute die Lösung vielmehr: ballaststoffreich essen und ausreichend trinken (bis zwei Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt). War unsere Nahrung früher natürlicherweise reich an Ballaststoffen, gehen ihr durch sorgfältige Reinigung immer mehr verloren. Viele Menschen reagieren auf den Mangel mit Verstopfung und müssen zusätzlich Faserstoffe zu sich nehmen.

Ballaststoffe sind pflanzliche Bestandteile in der Nahrung, die der Körper beim Verdauen nicht abbaut, sondern zum größten Teil unverändert wieder ausscheidet. Ein hervorragender Ballaststoff sei Flohsamen, erklärt der Pressesprecher des Berufsverbandes der Coloproktologen. Das ist der Samen eines Wegerichgewäches, das vor allem in der Schale reichlich Schleimstoffe enthält, die in Wasser stark quellen und durch das vergrößerte Volumen die Darmtätigkeit fördern und den Stuhl weich machen. Nach dem gleichen Prinzip wirken auch Leinsamen und Weizenkleie.

Flohsamen: fünf bis zehn Gramm (1-2 Teelöffel) in rund 0,1-0,2 l Wasser (1 Glas) vorquellen lassen und trinken. Mit reichlich Wasser (1 Glas) nachspülen. Bis zu drei Mal täglich nehmen.

Leinsamen: Zwei Mal täglich ein bis zwei Esslöffel mit Müsli, Joghurt oder Dickmilch zu sich nehmen. Leinsamenbrot macht den Stuhl übrigens nicht weich, da der Samen nur quillt, wenn die Faserkapsel intakt ist. Daher Leinsamen nicht schroten oder kochen.

Weizenkleie: 15-30 Gramm über den Tag verteilt auf 2-3 Portionen mit viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Kleie kann etwa mit Joghurt oder Kefir gemischt oder in Frikadellen, Kuchen oder Brot verbacken werden.

Die richtige Ernährung bei Verstopfung

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 26. August 2013
Durch: Andreas Gill / Lifeline
Quellen: Nach Informationen von Dr. Bernhard Lenhard, Pressesprecher des Berufsverbandes der Coloproktologen und des Brockhauses Ernährung

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