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Feigwarzen

Manchmal mit Hämorrhoiden verwechselt: Feigwarzen

Feigwarzen gehören zu den Erkrankungen im Analbereich, die leicht mit Hämorrhoiden verwechselt werden können: Sie verursachen ebenso wie Hämorrhoiden Jucken und Brennen, nässen und neigen gelegentlich auch zu Blutungen. Da sie ansteckend sind und manchmal entarten können, ist eine Behandlung dringend notwendig.

Feigwarzen, oder auch Kondylome genannt, sind stecknadelkopfgroße, rötliche bis grau-gelbe Knötchen. Sie können vereinzelt aber auch in Vielzahl auftreten und bilden in Ausnahmefällen große blumenkohlartige Tumoren. Die Warzen werden durch sogenannte Papillom-Viren (HPV) verursacht, die entweder durch Geschlechtsverkehr aber auch durch gemeinsame Handtuchbenutzung oder bei schlechten Hygieneverhältnissen übertragen werden können. Außer im Analbereich können die Kondylome auch an den äußeren und inneren Geschlechtsteilen vorkommen. Am häufigsten, treten Feigwarzen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf, bei Kindern und älteren Menschen sind sie hingegen selten.

Bei Verdacht auf eine Infektion einen Arzt konsultieren

Oft verläuft eine Infektion mit dem Virus ohne Beschwerden. Manchmal treten die ersten Warzen sogar erst nach einigen Monaten auf. Bilden sie sich auf der Haut am Anus, werden sie oft als harmloses Analekzem abgetan. Die Kondylome im Analbereich können aber auch ein unangenehmes Brennen und Jucken verursachen und werden deshalb nicht selten mit Hämorrhoiden verwechselt. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die Warzen auch zu Blutungen neigen. Um eine Verwechslung auszuschließen, ist es daher wichtig, sich mit diesen Symptomen von einem Proktologen untersuchen zu lassen. Nur ein Spezialist kann genau feststellen, ob es sich um Hämorrhoiden, um Feigwarzen oder um andere Erkrankungen des Analbereichs handelt und und die richtige Behandlung einleiten.

Diagnostik und Therapie der Feigwarzen

Bei der Diagnose werden die kleinen Warzen mithilfe von Essigsäure sichtbar gemacht. Um zu untersuchen, ob auch der Enddarm betroffen ist, muss dieser Bereich durch ein Rektoskop betrachtet werden. Kleinere Kondylome am äußeren Anus können regelmäßig mit speziellen Lösungen behandelt werden. Diese Behandlung dauert allerdings oft mehrere Monate. Bei größeren Veränderungen und bei Feigwarzen im Enddarm ist ein kleiner operativer Eingriff mit lokaler Betäubung nötig. Es sollte auch an eine Untersuchung und ggf. eine Mitbehandlung des Partners gedacht werden, da Feigwarzen hochinfektiös sind.

Feigwarzen treten häufig erneut auf

Leider bedeutet eine erfolgreiche Therapie nicht, dass die Warzen verschwunden bleiben. Es besteht weiterhin die Gefahr, dass sie erneut auftreten. Denn das Virus verbleibt im Körper und besonders bei Patienten mit einem schwachen Immunsystem können die Kondylome bald schon wieder wachsen.

Schützen Sie sich beim Geschlechtsverkehr!

Selbst wenn die Feigwarzen nur im Analbereich nachzuweisen sind und kaum Beschwerden bereiten, sollten sie behandelt werden. Denn Feigwarzen gehören zu den am häufigsten durch Geschlechtsverkehr übertragenen Infektionen und können lästige Warzen am Penis und bei der Frau an den Schamlippen, im Scheideninneren sowie am Gebärmuttermund verursachen. Bestimmte Arten des Papillom-Virus werden sogar mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht. Daher sollten Patientinnen, die sich einmal mit HPV infiziert haben, regelmäßig Früherkennungsuntersuchungen beim Frauenarzt durchführen lassen. Vermeiden lässt sich eine HPV-Infektion generell durch eine gute Hygiene. Während des Geschlechtsverkehrs bieten Kondome den besten Schutz. (jeg)

Quelle: AWMF online, Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft


Autor: BSMO Redaktion
Stand: 15-12-2003



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